Predigt
Am Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (II)
Stadtpfarrkirche Heilig Geist, München
28. Juli 2010, 19 Uhr
Jeremia 15,10.16-21
• Gott beruft Menschen, seine Initiative.
• Lesung: wie eine Zusammenfassung des Dramas eines Propheten.
• Auf der einen Seite: Wort Gottes. Prophet ist dem Wort Gottes gefolgt, mit Freude, es war Nahrung, gab ihm Kraft.
• Kamen Worte von dir, so verschlang ich sie. Dein Wort war mit Glück und Herzensfreude. Denn dein Name ist über mir ausgerufen. Herr, Gott der Heere (V.16).
• Jesus: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat (Joh 4,34).
• So konnte er am Volk seinen Dienst tun.
• Auf der anderen Seite: Nicht immer ein Zuckerschlecken für den Berufenen: Abraham, Mose, Paulus. Sie beklagten sich.
• Jeremia hat sein Leben in den Dienst des Wortes Gottes gestellt, damit das Volk sich bekehrt.
• Jeremia hat auf viele Annehmlichkeiten verzichtet.
• Jeremia tat auch noch Fürbitte für sein Volk. Aber: es wird nicht wahrgenommen, nicht gedankt.
• Man kennt ihn nur als den Unheilspropheten. Darum hat er nur Feinde.
• Er sieht sich von Anklägern umgeben, die ihn verachten.
• Und darum jetzt: der Schmerz eines enttäuschten Herzens explodiert in einer bitteren Anklage gegen Jahwe (V.17.18).
• Jeremia klagt laut und eindringlich, fühlt sich seinen Feinden schutzlos ausgeliefert.
• Gott, in dessen Dienst er steht, hilft ihm nicht: fordert immer nur von ihm;
o versagt ihm jeden Trost;
o versagt ihm menschliche Gemeinschaft und Freundschaft;
o läßt ihn im Stich – wie ein versiegender Bach.
• Gott antwortet zweifach: 1. Forderung. Gott entläßt den Propheten nicht aus Dienst. Er soll weiterhin sein Mund sein (V.19).
• Gott hält an Berufung fest. Jeremia muß weiterhin den anderen Umkehr predigen.
• Gott stellt eine Bedingung: Jeremia soll selbst umkehren und nicht mehr so reden, wie er es eben getan hat.
• Redest du Edles und nichts Gemeines, dann darfst du mir wieder Mund sein. (V.19).
• Was tut Gott? Gott antwortet. Wie? Gott lädt ein. Wozu? Zur Umkehr.
• Wie an anderer Stelle: Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne, ich will eure Abtrünnigkeit heilen (Jer 3,22). Wenn du umkehren willst, darfst du zu mir zurückkehren (Jer 4,1).
• Gott antwortet 2. Mit einer Zusage: ER werde zu der Zusage stehen, die ER ihm bei Berufung gegeben hat. Ich bin mit dir.
• Und das Wunder geschieht: Der Prophet kehrt um, er bekehrt sich.
• Zusagen: Vers 20.21.
• Beistandszusage: Er erfährt den Schutz Jahwes.
• Gottesbeziehung: Er wird gefestigt im Glauben, d.h. in seiner Gottesbeziehung.
• Umkehr bestärkt ihn in seiner Berufung. Er geht gestärkt aus seiner Gottesanklage hervor.
• Für ihn war es ein schmerzvoller Prozeß, um fähig zu werden, um erneut seine Antwort auf den Ruf Gottes zu geben.
• Jeremia zeigt den Konflikt: für uns alle, wenn wir unserer Berufung folgen, dann zwischen a) Widerstand durch Umwelt und b) unseren eigenen Zweifel.
• Schmerzlich: das Gute zu wollen, und genau deswegen von denen angefeindet zu werden, denen das Heil gilt.
• Bei Jeremia und bei allen, die heute den Anspruch Gottes in der Welt aufrechterhalten: ohne den Verlockungen zu schmeicheln, ohne die Sünde zu verharmlosen oder zu rechtfertigen.
• Jeremia, keine depressive Resignation, er wurde aktiv:
o Trat in den Dialog mit Gott,
o fordert ihn heraus,
o zog ihn zur Rechenschaft.
• War Gott – ist Gott wie ein versiegender Bach?, wie ein unzuverlässiges Wasser?, hat Gott ihn mit Groll angefüllt? – wie Jeremia klagte.
• Mußte seine ihm von Gott anvertraute Mission scheitern? Mußte er, Jeremia, scheitern, ausgerechnet dadurch, daß er von Gott mit einem Heilswerk beauftragt war? Was tut Gott? Warum unterstützt Gott nicht besser seinen Berufenen?
• Sollte es vielleicht so gewesen sein: dass Gott nicht so ist, sondern daß Jeremia Gott zum Opfer seiner Projektionen gemacht hat? Dass Gott zum Opfer der Projektion des Jeremia geworden ist?
• Das würde bedeuten: Dass Jeremia sich geirrt hat in Bezug auf das Wesen Gottes.
• Wenn es so war, dann mußte ihm das erst mal bewusst werden.
• Jeremia mußte seine Zweifel, Gottesanklage hinausschreien – nicht in die Anonymität des Kosmos, sondern an die Adresse Gottes, persönlich.
• Und Gott hält das aus. Gott erlaubt uns, ihm unsere Zweifel vorzutragen, ihn anzuklagen.
• Und genau dadurch kehrte Jeremia um, wandte er sich Gott zu, macht er eine Entdeckung:
• Er versteht: Nur dieses unbedingte Vertrauen kann seine wahre Antwort auf den Ruf Gottes sein.
• Bei uns kann es nicht anders sein: Wenn wir so vertrauen, können wir unsere Mission erfüllen.
• Sich so Gott übergeben: das ist Treue, Glaube, Vertrauen in das Geheimnis Gottes, eine bewährte Freiheit.
• Und darum wirbt Gott um uns und bittet uns.
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Mittwoch, 28. Juli 2010
Sonntag, 9. Mai 2010
Futurologie und Einwohnung Gottes
6. Sonntag der Osterzeit (C)
Predigt in der Wallfahrtskirche Vilgertshofen
am 9. Mai 2010
2. Lesung Offb
Im Credo bekennen wir: Wir erwarten das Leben der kommenden Welt.
a) Gott wird also sein Werk vollenden.
V10 von oben herab = Das Heil wird von Gott geschenkt. Wie wird das sein?
Darüber kann nur in Bildern und Gleichnissen gesprochen werden.
Die Lesung spricht davon. Aber das ist kein Plan für einen Wettbewerb im Städtebau; sondern das ist das Israel der Vollendung.
Die Gemeinschaft der Erlösten erscheint als die leuchtende Stadt.
In der künftigen Stadt wird es keinen Tempel mehr geben.
Johannes sieht keinen Tempel = besondere Wohnstätte Gottes.
Dem Priester vorbehalten.
Jetzt: der direkte Zugang zu Gott und Christus ist für jeden Wirklichkeit geworden. „In ihm haben wir den freien Zugang durch das Vertrauen, das der Glaube an ihn schenkt.“ (Eph 3,12).
„Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“ (Röm 5,2).
Wenn es keinen Tempel mehr gibt, dann auch kein Priestertum, kein Opfer, keine Unterscheidung zwischen dem Religiösen und dem Menschlichen.
In der zukünftigen Stadt gibt es keinen Kult mehr.
Es ist alles irgendwie „laisiert“. - Aber nicht, weil Gott abwesend wäre.
Sondern durch das genaue Gegenteil: durch die Fülle Gottes. Überall wird Gott sein. In allem wird Gott sein. Er wird alles erfüllen.
Und wir werden immer unmittelbar zu ihm sein. Durch den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes, das geschlachtete Lamm.
Gott, der im unzugänglichen Licht wohnt – ist für uns Menschen zugänglich geworden.
b) Die zukünftige Stadt wird Gemeinschaft sein. Es ist der Plan Gottes, seine ganze Menschheitsfamilie untereinander zu vereinen, an sich zu ziehen, mit sich zu vereinen.
Das lesen wir hier: die Namen der 12 Stämme der Söhne Israels (V.12) = das Volk des Alten Bundes. Für die Völker der Erde geöffnet.
Zwölf Grundsteine: Die 12 Namen der 12 Apostel des Lammes: = Kirche
Warum hören wir diese Lesung in der Osterzeit?
- das Osterereignis macht die Ordnung des Alten Bundes hinfällig.
- die Christen gingen nicht mehr in den Tempel aus Steinen in Jerusalem.
- Nun war die Versammlung der Christen der Ort, wo Gott erfahren wurde.
- es geht nicht mehr um die Wallfahrt nach Jerusalem. Sondern umgekehrt: die Kirche macht nun Gott in der Welt gegenwärtig.
- die Braut des Lammes ist die Kirche. Und diese ist vom Himmel herabgestiegen. Und so kann jeder in Gemeinschaft mit dem Lamm kommen, durch die Kirche.
Wenn wir jetzt Eucharistie feiern, dann wird diese Veränderung gegenwärtig.
- unsere Versammlung um Christus ist der Tempel.
- wir haben kein anderes Opfer als das Selbstopfer Jesu Christi und das Opfer unserer Hingabe mit Christus an den Vater.
Zum Evangelium Joh 14,23-29
Das Evangelium ist den johanneischen Abschiedsreden entnommen.
Diese richten sich zunächst an die Zeitgenossen und Leser des Autors, das heißt: an die christlichen Gemeinden um das Jahr 100 nach Christus.
Diese syrischen und kleinasiatischen Christen hatten ihren Herrn Jesus weder gesehen noch persönlich gehört.
Und ihre Hoffnung auf seine glorreiche Wiederkunft bislang war vergeblich geblieben, hatte sich nicht erfüllt.
Darum waren sie verwirrt, mutlos, enttäuscht. In ihrer gesellschaftlichen Umgebung isoliert.
Diesen Menschen wollte der Evangelist im Namen Jesu etwas erklären.
Er wollte ihnen sagen, was es bedeutet, an Jesus zu glauben, ihn zu lieben, sein Wort zu bewahren.
Gott liebt keine spektakulären Manifestationen.
Gott wird in denen Wohnung nehmen, die sein Wort bewahren.
Und hier haben wir eine ganz interessante Verbindung zur Lesung aus der Offenbarung des Johannes: Das Wohnen Gottes im Menschen.
Der Tempel aus Stein in Jerusalem galt als der Ort der Gegenwart Gottes.
Aber das Zeichen war zu materiell. Und Gott verließ den Tempel.
Paulus spricht auch von einem Tempel, aber von einem maßlosen Tempel. Denn das Maß des neuen Tempels ist die Liebe. Und die ist maßlos. Also ist auch der neue Tempel der Liebe maßlos.
Die ersten Christen hatten begriffen, daß es nicht mehr notwendig ist, Gott in einem Tempel aufzusuchen.
Denn nun waren alle ihre liturgischen Versammlungen der Ort des Wohnens Gottes.
Und das ist die innere wirkmächtige Gegenwart des Heiligen Geistes in unseren Herzen.
„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib.“ (1 Kor 6,19-20).
„Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes“ (2 Kor 6,16).
„Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut“ (Eph 2,19-22).
b) Jesus kündigt den Aposteln an, dass er sie nicht verlassen werde, da er im Geist wiederkehren würde.
Das "Erinnern" des Heiligen Geistes ist keine rein informative Tätigkeit, als müßte den Gläubigen nur immer wieder erzählt werden, was Jesus früher einmal gesagt und getan hat.
Sondern: der Heilige Geist hat die Aufgabe, das einstige Wirken Jesu zu vergegenwärtigen, in der Gemeinde und durch die Gemeinde für die Welt.
Und das alles gilt genauso für uns heute:
Christus bleibt gegenwärtig in seiner Kirche. – Aha! – Ja, aber: wie?
1. er offenbart sich durch sein Wort, das verkündet, gehört und geglaubt wird,
2. und durch die Liebe, mit der die Glaubenden an seinem Wort festhalten.
Die Glaubenden: das ist jeder einzelne, und es ist die große Gemeinschaft all derer, die im Licht des auferstandenen Christus ihren Weg gehen.
Jesus nimmt Abschied. Er wünscht den Apostel Frieden.
„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ – Jesus nimmt Abschied, indem er Frieden wünscht.
Es ist ein besonderer Abschied: Er gibt eine besondere Gabe. Dieser Friede ist etwas anderes, als das, was Politiker versprechen herzustellen.
Jesus verheißt uns den Geist und schenkt uns den Frieden: die Gewissheit der bleibenden Gemeinschaft mit ihm und dem Vater.
Jesus gibt die messianischen Heilsgüter.
Die Gaben, die die Propheten für die Endzeit verheißen hatten:
zB vom Propheten Jesaja:
„Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge, er überragt alle Hügel, zu ihm strömen die Völker. Viele Völker machen sich auf den Weg; sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn vom Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht.
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermessern aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ (Jes 2,2-4).
„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seinen Schultern; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende.“ (Jes 9,5-6).
1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, / ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2 Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: / der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, / der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
3 [Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.] / Er richtet nicht nach dem Augenschein / und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
4 sondern er richtet die Hilflosen gerecht / und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen / mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen / mit dem Hauch seines Mundes.
5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, / Treue der Gürtel um seinen Leib.
6 Dann wohnt der Wolf beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Knabe kann sie hüten.
7 Kuh und Bärin freunden sich an, / ihre Jungen liegen beieinander. / Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, / das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
9 Man tut nichts Böses mehr / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, / so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist. (Jes 11)
Wir kennen diese Teste von Jesaja aus den Lesungen der Adventszeit.
Das sind die messianischen Gaben, die die Propheten für die Endzeit verheißen haben
Und diese Gaben gibt Jesus jetzt.
Weil jetzt die Heilszeit angebrochen ist.
DIE Gabe ist das Leben des Vaters: göttliches, unzerstörbares, ewiges Leben – das tragen wir jetzt schon ist uns: durch den Glauben, durch die Taufe, durch die Gnade, die immer in uns erneuert wird durch die Sakramente der Buße und der Eucharistie – so sind wir mit Christus verbunden wie die Reben am Weinstock, so fließt sein göttliches Leben immer in uns hinein.
Predigt in der Wallfahrtskirche Vilgertshofen
am 9. Mai 2010
2. Lesung Offb
Im Credo bekennen wir: Wir erwarten das Leben der kommenden Welt.
a) Gott wird also sein Werk vollenden.
V10 von oben herab = Das Heil wird von Gott geschenkt. Wie wird das sein?
Darüber kann nur in Bildern und Gleichnissen gesprochen werden.
Die Lesung spricht davon. Aber das ist kein Plan für einen Wettbewerb im Städtebau; sondern das ist das Israel der Vollendung.
Die Gemeinschaft der Erlösten erscheint als die leuchtende Stadt.
In der künftigen Stadt wird es keinen Tempel mehr geben.
Johannes sieht keinen Tempel = besondere Wohnstätte Gottes.
Dem Priester vorbehalten.
Jetzt: der direkte Zugang zu Gott und Christus ist für jeden Wirklichkeit geworden. „In ihm haben wir den freien Zugang durch das Vertrauen, das der Glaube an ihn schenkt.“ (Eph 3,12).
„Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“ (Röm 5,2).
Wenn es keinen Tempel mehr gibt, dann auch kein Priestertum, kein Opfer, keine Unterscheidung zwischen dem Religiösen und dem Menschlichen.
In der zukünftigen Stadt gibt es keinen Kult mehr.
Es ist alles irgendwie „laisiert“. - Aber nicht, weil Gott abwesend wäre.
Sondern durch das genaue Gegenteil: durch die Fülle Gottes. Überall wird Gott sein. In allem wird Gott sein. Er wird alles erfüllen.
Und wir werden immer unmittelbar zu ihm sein. Durch den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes, das geschlachtete Lamm.
Gott, der im unzugänglichen Licht wohnt – ist für uns Menschen zugänglich geworden.
b) Die zukünftige Stadt wird Gemeinschaft sein. Es ist der Plan Gottes, seine ganze Menschheitsfamilie untereinander zu vereinen, an sich zu ziehen, mit sich zu vereinen.
Das lesen wir hier: die Namen der 12 Stämme der Söhne Israels (V.12) = das Volk des Alten Bundes. Für die Völker der Erde geöffnet.
Zwölf Grundsteine: Die 12 Namen der 12 Apostel des Lammes: = Kirche
Warum hören wir diese Lesung in der Osterzeit?
- das Osterereignis macht die Ordnung des Alten Bundes hinfällig.
- die Christen gingen nicht mehr in den Tempel aus Steinen in Jerusalem.
- Nun war die Versammlung der Christen der Ort, wo Gott erfahren wurde.
- es geht nicht mehr um die Wallfahrt nach Jerusalem. Sondern umgekehrt: die Kirche macht nun Gott in der Welt gegenwärtig.
- die Braut des Lammes ist die Kirche. Und diese ist vom Himmel herabgestiegen. Und so kann jeder in Gemeinschaft mit dem Lamm kommen, durch die Kirche.
Wenn wir jetzt Eucharistie feiern, dann wird diese Veränderung gegenwärtig.
- unsere Versammlung um Christus ist der Tempel.
- wir haben kein anderes Opfer als das Selbstopfer Jesu Christi und das Opfer unserer Hingabe mit Christus an den Vater.
Zum Evangelium Joh 14,23-29
Das Evangelium ist den johanneischen Abschiedsreden entnommen.
Diese richten sich zunächst an die Zeitgenossen und Leser des Autors, das heißt: an die christlichen Gemeinden um das Jahr 100 nach Christus.
Diese syrischen und kleinasiatischen Christen hatten ihren Herrn Jesus weder gesehen noch persönlich gehört.
Und ihre Hoffnung auf seine glorreiche Wiederkunft bislang war vergeblich geblieben, hatte sich nicht erfüllt.
Darum waren sie verwirrt, mutlos, enttäuscht. In ihrer gesellschaftlichen Umgebung isoliert.
Diesen Menschen wollte der Evangelist im Namen Jesu etwas erklären.
Er wollte ihnen sagen, was es bedeutet, an Jesus zu glauben, ihn zu lieben, sein Wort zu bewahren.
Gott liebt keine spektakulären Manifestationen.
Gott wird in denen Wohnung nehmen, die sein Wort bewahren.
Und hier haben wir eine ganz interessante Verbindung zur Lesung aus der Offenbarung des Johannes: Das Wohnen Gottes im Menschen.
Der Tempel aus Stein in Jerusalem galt als der Ort der Gegenwart Gottes.
Aber das Zeichen war zu materiell. Und Gott verließ den Tempel.
Paulus spricht auch von einem Tempel, aber von einem maßlosen Tempel. Denn das Maß des neuen Tempels ist die Liebe. Und die ist maßlos. Also ist auch der neue Tempel der Liebe maßlos.
Die ersten Christen hatten begriffen, daß es nicht mehr notwendig ist, Gott in einem Tempel aufzusuchen.
Denn nun waren alle ihre liturgischen Versammlungen der Ort des Wohnens Gottes.
Und das ist die innere wirkmächtige Gegenwart des Heiligen Geistes in unseren Herzen.
„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib.“ (1 Kor 6,19-20).
„Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes“ (2 Kor 6,16).
„Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut“ (Eph 2,19-22).
b) Jesus kündigt den Aposteln an, dass er sie nicht verlassen werde, da er im Geist wiederkehren würde.
Das "Erinnern" des Heiligen Geistes ist keine rein informative Tätigkeit, als müßte den Gläubigen nur immer wieder erzählt werden, was Jesus früher einmal gesagt und getan hat.
Sondern: der Heilige Geist hat die Aufgabe, das einstige Wirken Jesu zu vergegenwärtigen, in der Gemeinde und durch die Gemeinde für die Welt.
Und das alles gilt genauso für uns heute:
Christus bleibt gegenwärtig in seiner Kirche. – Aha! – Ja, aber: wie?
1. er offenbart sich durch sein Wort, das verkündet, gehört und geglaubt wird,
2. und durch die Liebe, mit der die Glaubenden an seinem Wort festhalten.
Die Glaubenden: das ist jeder einzelne, und es ist die große Gemeinschaft all derer, die im Licht des auferstandenen Christus ihren Weg gehen.
Jesus nimmt Abschied. Er wünscht den Apostel Frieden.
„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ – Jesus nimmt Abschied, indem er Frieden wünscht.
Es ist ein besonderer Abschied: Er gibt eine besondere Gabe. Dieser Friede ist etwas anderes, als das, was Politiker versprechen herzustellen.
Jesus verheißt uns den Geist und schenkt uns den Frieden: die Gewissheit der bleibenden Gemeinschaft mit ihm und dem Vater.
Jesus gibt die messianischen Heilsgüter.
Die Gaben, die die Propheten für die Endzeit verheißen hatten:
zB vom Propheten Jesaja:
„Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge, er überragt alle Hügel, zu ihm strömen die Völker. Viele Völker machen sich auf den Weg; sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn vom Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht.
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermessern aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ (Jes 2,2-4).
„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seinen Schultern; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende.“ (Jes 9,5-6).
1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, / ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2 Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: / der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, / der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
3 [Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.] / Er richtet nicht nach dem Augenschein / und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
4 sondern er richtet die Hilflosen gerecht / und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen / mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen / mit dem Hauch seines Mundes.
5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, / Treue der Gürtel um seinen Leib.
6 Dann wohnt der Wolf beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Knabe kann sie hüten.
7 Kuh und Bärin freunden sich an, / ihre Jungen liegen beieinander. / Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, / das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
9 Man tut nichts Böses mehr / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, / so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist. (Jes 11)
Wir kennen diese Teste von Jesaja aus den Lesungen der Adventszeit.
Das sind die messianischen Gaben, die die Propheten für die Endzeit verheißen haben
Und diese Gaben gibt Jesus jetzt.
Weil jetzt die Heilszeit angebrochen ist.
DIE Gabe ist das Leben des Vaters: göttliches, unzerstörbares, ewiges Leben – das tragen wir jetzt schon ist uns: durch den Glauben, durch die Taufe, durch die Gnade, die immer in uns erneuert wird durch die Sakramente der Buße und der Eucharistie – so sind wir mit Christus verbunden wie die Reben am Weinstock, so fließt sein göttliches Leben immer in uns hinein.
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Freitag, 13. November 2009
Predigt am 31. Sonntag im Jahreskreis - LJB (8.11.2009)
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Sonntag, 1. März 2009
Betrachtung zum Ersten Fastensonntag im Lesejahr B
1. Lesung
Diese Geschichte ist bekannt und wohl eher eine Geschichte, die uns ärgert. Warum spielt Gott solche grausamen Spielchen?
Diese Geschichte ist eine Verheißungsgeschichte. Vorausgegangen war ja die Berufung des schon alten Abraham, mit 75 Jahren traf ihn die Berufung: Zieh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandschaft und aus deinem Vaterhaus. Und Abraham zog fort.
Und er erhält eine Verheißung: Ich werde dich zu einem großen Volk machen. Zahlreich wie die Sterne am Himmel. Und er hatte keine Kinder. Später (Gen 18) bekommt er die Verheißung eines Nachkommens, Sara lacht. Aber die Verheißung wird erfüllt. Sara gebiert Isaak. Der erste Stern am Himmel der Nachkommen. Gott garantierte die Erfüllung seiner Verheißungen.
Und nun die heutige Geschichte. Im Grunde geht es um die Frage, die Gott an Abraham stellt: Ja, ich habe begonnen, meine Verheißungen zu erfüllen. Bist du bereit, diese Erfüllung an mich zurückzugeben und es mir zu überlassen, wie ich meinem Wort treu bleibe? (Glaubensgeschichte)
Abraham verläßt sich so sehr auf Gott, daß er selbst seine ureigenste Existenz, nämlich seine ehemals gottgeschenkte Zukunft, Isaak, erneut, ohne Widerspruch, in die Verfügung Gottes stellt. (Vertrauen)
Wer sich so verläßt, den Blick auf den rufenden Gott gewandt, der gelangt an den Ort, von dem es heißt: Jahwe läßt sich sehen.
2. Lesung
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Unser Gott ist der Gott, der sich selbst das Opfer seines eigenen Sohnes abverlangt, um uns in ihm alles zu schenken. Sein Sohn ist sein ein und alles.
Was bedeuten unsere Opfer und Öpferchen im Vergleich zum freiwilligen Opfergang des Menschensohnes?
Evangelium
Auf dem Berg Morija gingen dem Abraham die Augen auf.
Petrus, Jakobus und Johannes kommen auf dem Berg Tabor zu einer gewandelten Gottesschau.
Ihnen wird ein Durchblick geschenkt. Und sie sehen niemand mehr bei sich außer Jesus. In Jesus blicken sie durch. Durch die Geschichte Gottes mit seinem Volk, durch die Gegenwart des irdischen Jesus, durch die Zukunft mit dem Auferstandenen.
Noch verstehen sie nicht, was das bedeutet: Von den Toten auferstehen.
Doch dann, als Jesus durch den Tod hindurchgegangen ist, wird ihnen ein österlicher Durchblick zuteil: Gottes geliebet Sohn ist das Opfer, das ein für allemal hingegeben ist.
Der Evangelist Markus will zeigen, wie die Endzeit durch Jesus Christus angebrochen ist. Es geht um das Aufscheinen der Herrlichkeit des noch verborgenen Messias. Die Herrlichkeitsszene ist vorübergehend. Abe sie enthüllt: Jener ist der Messias, der eine Zeitlang die Erniedrigung des Gottesknechtes erfahren muß. Petrus will die Offenbarung der himmlischen Herrlichkeit fixieren. Das ist zwar menschlich verständlich. Sie steht aber der Berufung zur Kreuzesnachfolge entgegen. Die Stimme aus der Wolke ist ein Mahruf in die Nachfolge Christi.
Diese Geschichte ist bekannt und wohl eher eine Geschichte, die uns ärgert. Warum spielt Gott solche grausamen Spielchen?
Diese Geschichte ist eine Verheißungsgeschichte. Vorausgegangen war ja die Berufung des schon alten Abraham, mit 75 Jahren traf ihn die Berufung: Zieh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandschaft und aus deinem Vaterhaus. Und Abraham zog fort.
Und er erhält eine Verheißung: Ich werde dich zu einem großen Volk machen. Zahlreich wie die Sterne am Himmel. Und er hatte keine Kinder. Später (Gen 18) bekommt er die Verheißung eines Nachkommens, Sara lacht. Aber die Verheißung wird erfüllt. Sara gebiert Isaak. Der erste Stern am Himmel der Nachkommen. Gott garantierte die Erfüllung seiner Verheißungen.
Und nun die heutige Geschichte. Im Grunde geht es um die Frage, die Gott an Abraham stellt: Ja, ich habe begonnen, meine Verheißungen zu erfüllen. Bist du bereit, diese Erfüllung an mich zurückzugeben und es mir zu überlassen, wie ich meinem Wort treu bleibe? (Glaubensgeschichte)
Abraham verläßt sich so sehr auf Gott, daß er selbst seine ureigenste Existenz, nämlich seine ehemals gottgeschenkte Zukunft, Isaak, erneut, ohne Widerspruch, in die Verfügung Gottes stellt. (Vertrauen)
Wer sich so verläßt, den Blick auf den rufenden Gott gewandt, der gelangt an den Ort, von dem es heißt: Jahwe läßt sich sehen.
2. Lesung
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Unser Gott ist der Gott, der sich selbst das Opfer seines eigenen Sohnes abverlangt, um uns in ihm alles zu schenken. Sein Sohn ist sein ein und alles.
Was bedeuten unsere Opfer und Öpferchen im Vergleich zum freiwilligen Opfergang des Menschensohnes?
Evangelium
Auf dem Berg Morija gingen dem Abraham die Augen auf.
Petrus, Jakobus und Johannes kommen auf dem Berg Tabor zu einer gewandelten Gottesschau.
Ihnen wird ein Durchblick geschenkt. Und sie sehen niemand mehr bei sich außer Jesus. In Jesus blicken sie durch. Durch die Geschichte Gottes mit seinem Volk, durch die Gegenwart des irdischen Jesus, durch die Zukunft mit dem Auferstandenen.
Noch verstehen sie nicht, was das bedeutet: Von den Toten auferstehen.
Doch dann, als Jesus durch den Tod hindurchgegangen ist, wird ihnen ein österlicher Durchblick zuteil: Gottes geliebet Sohn ist das Opfer, das ein für allemal hingegeben ist.
Der Evangelist Markus will zeigen, wie die Endzeit durch Jesus Christus angebrochen ist. Es geht um das Aufscheinen der Herrlichkeit des noch verborgenen Messias. Die Herrlichkeitsszene ist vorübergehend. Abe sie enthüllt: Jener ist der Messias, der eine Zeitlang die Erniedrigung des Gottesknechtes erfahren muß. Petrus will die Offenbarung der himmlischen Herrlichkeit fixieren. Das ist zwar menschlich verständlich. Sie steht aber der Berufung zur Kreuzesnachfolge entgegen. Die Stimme aus der Wolke ist ein Mahruf in die Nachfolge Christi.
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