13. Sonntag im Jahreskreis (C) in der Klosterkirche
von St. Ottilien am 28. Juni 2026
Erste
Lesung: 2 Könige 4,8-11.14-16a
Zweite
Lesung: Römer 6,3-4.8-11
Evangelium:
Matthäus 10,37-42
Liebe
Brüder und Schwestern,
(Zur
ersten Lesung:) Kinderlose Frau, und der Mann ist auch schon alt. Damit ist
eigentlich schon alles gesagt. Nämlich: menschliche Unmöglichkeit, da ist
nichts mehr zu machen, und darum: Hoffnungslosigkeit.
Aber
der Fortgang der Geschichte zeigt: Die Frau wird schwanger.
Da
haben wir zwei Realitäten: auf der einen Seite menschliche Unmöglichkeit,
Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Und da geschieht es: Gott bricht ein in
menschliche Begrenztheit und Unmöglichkeit.
Der
Gott, der das Meer spaltet, der hat immer einen Weg für dich.
Der
Gott, der brennt und doch nicht verbrennt, der hat immer ein Licht für dich.
Der
Gott, der den glimmenden Docht nicht auslöscht, der kann immer deinen
Lebensfunken zum Auflodern bringen.
Und
der Gott, der das geknickte Rohr nicht zerbricht, der kann immer die Brüche
deines Lebens zu Quellen der Gnade verwandeln.
Und
der Gott, der Felsen öffnet, um in der Wüste Wasser hervorquellen zu lassen,
der kann auch deine Verhärtung aufweichen, ohne dich zu zerbrechen.
Dieser Gott hat nicht nur damals gehandelt. Er handelt
auch heute an uns – in der Taufe (Zweite Lesung)
In
der Taufe werden wir verändert, ob wir es merken oder nicht, ob wir es wissen
oder nicht. Es geschieht. Weil Gott anfängt.
Realität
ist: In uns stirbt der alte sündige Mensch, der alte Adam, wie Paulus sagt.
Und
ein neues Leben beginnt: das Leben Jesu Christi in uns. Das ist die Taufgnade,
die Taufgabe.
Nun
sind wir noch nicht auferstanden. Aber die Hoffnung auf Auferstehung ist da.
Wir
leben in einer Zwischenzeit. Und jetzt wir dran.
Jetzt
müssen wir zeigen, dass Jesus mit der Kraft seiner Auferstehung in uns lebt.
Das ist unsere Tauf-Aufgabe.
Wie
können wir das zeigen? Durch unser Verhalten.
Und
das sind immer zwei Dimensionen: das Gute tun, und – das ist heute das Thema
der zweiten Lesung – die Abkehr von der Sünde.
Jede
Sünde ist eine Verleugnung der Taufgnade, eine Distanzierung vom Herrn, ein
Rückschritt auf dem Weg zum Herrn, eine Verleugnung unserer Gemeinschaft mit
ihm.
Es
ist schon eine Gnade, wenn wir das erkennen.
Wie dieses neue Leben konkret aussieht, sagt uns Jesus
im heutigen Evangelium.
Jesus
sagt: Es könnte sein, dass wir seiner nicht würdig sind.
Wann
sind wir seiner nicht würdig?
Wenn
wir einen Menschen oder eine Sache mehr lieben als wir Gott lieben sollen, dann
vergötzen wir diesen Menschen oder diese Sache.
Wenn
der Ehemann seine Frau mehr liebt als er Gott lieben soll, dann vergötzt er
seine Frau.
Wenn
die Ehefrau ihren Mann mehr liebt als sie Gott lieben soll, dann vergötzt sie
ihren Ehemann.
Die
Folge: dann gerät die Ordnung der Liebe aus dem Gleichgewicht.
Es
geht auch anders.
Wenn
wir Gott an die erste Stelle setzen und ihn über allen und über alles lieben,
dann lieben wir auch die Menschen in der rechten Ordnung. Dann kommt niemand zu
kurz.
Das
zweite Wort Jesu: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt,
ist meiner nicht würdig.
Was
ist dieses Kreuz?
Es
sind die Widrigkeiten des Lebens. Daran fehlt es nicht:in der Ehe, in der
Familie, als Single, im Kloster.
Und
jeder hat sein eigenes Kreuz, nicht das Kreuz eines anderen. Das Kreuz,
das Christus jedem Menschen zumisst. Es ist ihm in göttlicher Weisheit und
Liebe zugedacht.
Ist
Jesus inklusiv? Ist er exklusiv? Ich weiß es nicht.
Jesus
ist vor allem alternativ. Er stellt uns vor eine Entscheidung.
Aber
niemals ohne die Gnade, die das Unmögliche möglich macht, und niemals ohne
seine Verheißung.
Denn
ein Gott, der das Meer teilt, kommt nie zu spät.
Da
ist immer noch Hoffnung.
Unser Gott bahnt
einen Weg, immer. Auf für dich. Dank sei Gott.