Freitag, 7. Dezember 2018

Immaculata - Unbefleckte Empfängnis

Heute können wir die Immaculata durch ein besonderes Gesätz des Rosenkranzes ehren,
und das auch mehrmals an diesem Festtag.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, 
Jesus, der heute mit dem Vater und dem Heiligen Geist deine unbefleckte Seele erschaffen hat.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

"Wer bin ich, dass ich mir ein Urteil anmaße?"

Zeit und Ort:

PRESSEKONFERENZ DES HEILIGEN VATERS
AUF DEM RÜCKFLUG AUS BRASILIEN

Sonntag, 28. Juli 2013

Frage von Ilze Scamparini:
„Ich möchte um Erlaubnis bitten, eine etwas heikle Frage zu stellen: Noch ein anderes Bild ist gewissermaßen um die Welt gegangen, und zwar das von Mons. Ricca mit den Nachrichten über seinen Umgang. Ich möchte wissen, Heiligkeit, was sie in dieser Frage zu tun gedenken. Wie ist diese Frage anzugehen, und wie gedenkt Seine Heiligkeit, die ganze Frage der Gay-Lobby anzugehen?“

Antwort von Papst Franziskus:
Dann sprachen Sie von der Gay-Lobby. Ach, es wird so viel über die Gay-Lobby geschrieben … Ich glaube, wenn jemand sich einem solchen Menschen gegenüber sieht, muss er das Faktum, „Gay“ zu sein, von dem Faktum unterscheiden, daraus eine Lobby zu machen. Denn die Lobbies – alle Lobbies – sind nicht gut … Wenn einer Gay ist und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen? Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt das sehr schön, aber er sagt: Halt! Diese Menschen dürfen nicht an den Rand gedrängt werden, sie müssen in die Gesellschaft integriert werden. Das Problem liegt nicht darin, diese Tendenz zu haben, nein, wir müssen Brüder und Schwestern sein, denn das ist nur ein Problem von vielen. Das eigentliche Problem ist, wenn man aus dieser Tendenz eine Lobby macht: Lobby der Geizhälse, Lobby der Politiker, Lobby der Freimaurer – so viele Lobbies. Das ist für mich das schwerwiegendere Problem. Und ich danke Ihnen sehr, dass Sie diese Frage gestellt haben.“

Soweit der Ausschnitt aus der Pressekonferenz. 
Dieser eine Satz von Papst Franziskus wurde von seinen Bewunderern wie von seinen Gegnern interpretiert in dem Sinne, als habe er damit den homosexuellen Lebensstil und die homosexuellen Handlungen barmherzig "durchgewunken": seine Bewunderer haben ihn bejubelt, seine Gegner waren irritiert.
Und beide haben sich geirrt und den Papst und seine Aussage falsch verstanden.
Beide haben nicht den in der päpstlichen Aussage enthaltenen Wunsch nach Bekehrung erkannt.
Hier folgt der Beweis.

2016 erschien im Kösel-Verlag die deutsche Übersetzung eines Interviews:
Papst Franziskus, Der Name Gottes ist Barmherzigkeit. 
Ein Gespräch mit Andrea Tornielli.

Frage von Andrea Tornielli:
Darf ich Sie fragen, welche Erfahrung Sie in der Beichte mit homosexuellen Menschen gemacht haben? Ihre Antwort auf eine entsprechende Frage bei der Pressekonferenz anlässlich Ihres Rückfluges von Rio de Janeiro lautete ja: "Wer bin ich, dass ich mir ein Urteil anmaße?" Sie hat viel Aufsehen erregt.

Antwort von Papst Franziskus:
Bei dieser Gelegenheit habe ich damals gesagt: Wenn ein Mensch schwul oder lesbisch und guten Willens ist und den Herrn sucht, wer bin ich, ihn verurteilen zu wollen? Ich habe den Katechismus der katholischen Kirche zitiert, wo es heißt, man müsse solche Menschen mit Zartgefühl behandeln und dürfe sie nicht an den Rand drängen. Vor allem finde ich es richtig, von "homosexuellen Menschen" zu sprechen: Denn zuerst ist da der Mensch in seiner Ganzheit und Würde. Der Mensch wird ja nicht nur durch seine Sexualität definiert: Vergessen wir nicht, dass wir alle von Gott geliebte Geschöpfe sind, denen er seine unendliche Liebe zuteilwerden lässt. Mir wäre es lieber, dass homosexuelle Menschen auch zur Beichte kommen, dass sie dem Herrn nahe bleiben, dass man miteinander beten kann. Dann kann man ihnen zum Gebet raten, zum guten Willen. Man kann ihnen den Weg weisen und sie begleiten. (Seite 83f.)

Die Botschaft ist eigentlich klar: Der Papst wollte von "Homosexuellen", sondern von homosexuellen Menschen sprechen, da der Mensch nicht durch seine Sexualität definiert wird.

Das Aufkommen des Missverständnisses ist verständlich.
Und der Papst selber dazu beigetragen.
Wie?
Indem er sich mit seiner Rede von "homosexuelle Menschen" (wohl ungewollt und unbewußt) der Terminologie der Schwulen-Ideologie bedient hat: "Wenn einer Gay ist" und , so als gäbe es ein drittes Geschlecht der "homosexuellen Menschen" neben den von Gott geschaffenen und aufeinander bezogenen (komplementären) Männern und Frauen, siehe Genesis.
Diese Terminologie ist kirchenamtlich nicht rezipiert.

Eindeutiger wäre es gewesen, wenn er von "Personen mit gleichgeschlechtlicher Neigung" gesprochen hätte.












Samstag, 1. Dezember 2018

Was bedeutet Advent?



2.     Mit dem Advent beginnt ein neues Kirchenjahr.
3.     Wozu dient der Advent? - Vorbereitung auf Weihnachten?
a.      Ja. Aber für diese Vorbereitung auf Weihnachten sind nur die letzten 7 Tage des Advent vorgesehen: vom 17. – 24. Dez.
b.     Die längste Zeit des Advent hat eine ganz andere Bedeutung und Funktion.
c.      In den liturgischen Texten ist immer wieder die Rede vom Kommen des Herrn, von seiner Ankunft. Von den Wolken des Himmels, von Offenbar-Werden, von Gericht. Damit kann ja nicht die Ankunft an Weihnachten gemeint sein. Übrigens: Weihnachten ist überhaupt keine Ankunft. Sondern es ist Gedächtnis der Geburt des Herrn. So was wie Geburtstag.
d.     Aber bei der Ankunft geht es um Wiederkunft. Das ist etwas ganz anderes.
4.     
Und weiter heißt es: er kommt mit den Wolken.
a.      Hochgebet III: Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.
b.     Hochgebet IV: wir bekennen seine Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten sein Kommen in Herrlichkeit.
c.      Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, - wie lange? bis du kommst in Herrlichkeit.
d.     Nach dem VU: Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das KOMMEN unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.
5.     
Von wo? Woher kommt er? - Antwort im Credo:
a.      Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit. (Großes Credo)
b.     Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen. (Apostol. Glaubensbekenntnis)
6.     
Wozu kommt er?
a.      Zu richten die Lebenden und die Toten (Gr. Credo)
7.     
Er kommt. Seit wann?
a.      Seit seiner Erhöhung und Himmelfahrt
b.     Er kommt ständig auf uns zu
c.      Einmal kommt er endgültig. Und dies zweifach
                                                             i.      Er kommt für dich ganz persönlich in der Stunde deines Todes. Du warst dem Tod noch nie so nahe wie jetzt. Und auch das stimmt immer. Das ist in jedem Augenblick war. Du warst dem Tod noch nie so nahe wie jetzt.
Bist du bereit, IHM zu begegnen?
                                                           ii.      Und er kommt bei der Vollendung der Zeiten. Für alle. Gleichzeitig.
8.     
Wann kommt er?
a.      Er kommt jetzt.
b.     Er kommt in jedem Augenblick deiner Existenz.
c.      Er kommt immer auf uns zu.
d.     Wir haben immer Zukunft
e.      Weil ER immer auf uns zukommt.
f.       Das ist unsere Zukunft. Die Zukunft der Kirche.
g.     ER ist unsere Zukunft.

Dienstag, 27. November 2018

Christus König - Predigt


Predigt – Hl. Messe, Christ-König-Sonntag, 24. November 2018,
Heilig-Geist-Kirche in München

Zweite Lesung
1.     Gute Nachricht: Er hat uns zu 1. Königen und 2. Priestern gemacht
2.     Sagt Johannes. Der Autor hat die Priester im Tempel zu Jerusalem vor Augen.
4.     Was tun sie? Sind beschäftigt mit Opfern
6.     Wenn wir nun Priester sind, was ist dann unsere Beschäftigung?
7.     Opfern? JA. Römerbrief
9.     Bringt euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer dar, das Gott gefällt, das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst.
10.                       Wie geht das?
11.                       Das geht so: indem wir eintreten in die große Bewegung der Hingabe Jesu an den Vater.
12.                       HG III: Er, der Heilige Geist, mache uns auf immer zu einer GABE, die dir wohlgefällt. WIR – als Gabe.
13.                       Wir können es auch nennen: Nachfolge Jesu. Wir gehen in den Fußspuren Jesu.
14.                       Jesus schenkt sich dem Vater und wir schenken uns mit Jesus dem Vater.
15.                       Wir sind der Leib Jesu, Jesus ist das Haupt des Leibes. Haupt und Leib bilden die Kirche. So gibt sich die ganze Kirche, Haupt und Leib, dem Vater.
16.                       Und das ist im Grunde Eucharistie.
17.                       Das ist eucharistische Existenz.
18.                       … und zu Königen gemacht.
19.                       Was tun Könige? Sie herrschen!
21.                       Aber wie?
22.                       Im Laufe der Geschichte gab es gute und schlechte Könige.
23.                       Wenn wir Könige sind, dann sollen wir herrschen, wie Gott herrscht, nach der Art Gottes.
24.                       Vorbild waren die Hirten
25.                       Also: sorgfältig, pfleglich, achtsam.
26.                       Also: wie lebst du? Wie gehst du mit den Menschen um, die Gott dir auf den Weg gestellt und dir anvertraut hat: wie gehst du mit deiner Freundin um? Mit deinem Freund? Wie verhältst du dich zu deinen Kindern? Zu deinen Eltern?
27.                       Es ist unsere Berufung: königlich und priesterliche zu leben.
28.                       Woran sollen wir uns dabei orientieren? An Jesus. Natürlich.
30.                       Lesung: Er liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut. Tod. Lebensopfer.
31.                       Und weiter heißt es: er kommt mit den Wolken.
a.      HG III: Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.
b.     HG IV: wir bekennen seine Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten sein Kommen in Herrlichkeit.
c.      Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, - wie lange? bis du kommst in Herrlichkeit.
d.     Nach dem VU: Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das KOMMEN unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.
32.                       Von wo? Woher kommt er?
33.                       Antwort im Credo:
a.      Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit. (Großes Credo)
b.     Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen. (Apostolisches GB)
34.                       Wozu kommt er?
a.      Zu richten die Lebenden und die Toten (Gr. Credo)
35.                       Er kommt. Seit wann?
a.      Seit seiner Erhöhung und Himmelfahrt
b.     Er kommt ständig auf uns zu
c.      Einmal kommt er endgültig. Und dies zweifach
                                                             i.      Er kommt für dich ganz persönlich in der Stunde deines Todes. Du warst dem Tod noch nie so nahe wie jetzt. Und auch das stimmt immer. Das ist in jedem Augenblick war. Du warst dem Tod noch nie so nahe wie jetzt.
Bist du bereit, IHM zu begegnen?
                                                           ii.      Und er kommt bei der Vollendung der Zeiten. Für alle. Gleichzeitig.
36.                       Wann kommt er?
a.      Er kommt jetzt.
b.     Er kommt in jedem Augenblick deiner Existenz.
c.      Er kommt immer auf uns zu.
d.     Wir haben immer Zukunft
e.      Weil ER immer auf uns zukommt.
f.       Das ist unsere Zukunft. Die Zukunft der Kirche.
g.     ER ist unsere Zukunft.


Evangelium
1.      Aha, jetzt wissen wir’s. - Dazu ist Jesus geboren und in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen!
2.      Und was ist das für eine Wahrheit?
3.      Die Wahrheit ist: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jede, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat.
4.      Und das ewige Leben ist in ihm. Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, hat das Leben nicht.
5.      Die Wahrheit ist: Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
6.      Die Wahrheit ist: Der Sohn Gottes ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. – Die Werke des Teufels: das sind nicht irgendwelche Falsch-Aussagen. Sondern das sind genau die Einreden, die genau das Gegenteil zu behaupten versuchen.
7.      Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird.
8.      Diese Wahrheit ist so wahr, dass sie zur Person geworden ist.
9.      Und es ist eine paradoxe Wahrheit. Ein paradoxer König.
10.  Gegeißelt und mit einer Dornenkrone steht diese Wahrheit vor dem ungerechten Gericht der Menschen.
11.  Für diese Wahrheit läßt Jesus seinen Leib zerreißen.
12.  Und für diese Wahrheit ist Jesus in den Tod gegangen.
13.  Das ist unser König
14.  Und so ist unser König.
15.  Muß es uns nicht drängen, daß wir uns seiner königlichen Herrschaft unterwerfen und übergeben, mit unserem ganzen Leben? Wir haben nur dieses EINE Leben. Schenken wir es IHM. Nur er ist würdig, diese unsere Hingabe entgegenzunehmen.

Mittwoch, 21. November 2018

Darstellung Mariens im Tempel



21. November: Darstellung Mariens im Tempel.
Vortrag – Katechese – Predigt bei der Heiligen Messe in der Heilig-Geist-Kirche in München am 21. November 2018

Einführung
1.     Der heutige Gedenktag: Weihetag einer Marienkirche in Jerusalem
2.     Im 6. Jh als Marienfest im Osten: Darstellung und Darbringung Mariens im Tempel durch ihre Eltern Joachim und Anna.
3.     Die vier kanonischen Evangelien berichten nichts, wohl aber das apokryphe Protoevangelium, Jakobusevangelium.
4.     Seit dem 14. Jh auch in der lateinischen Kirche
5.     Maria ist lebendiger Tempel, durch das vorbehaltlose JA zu ihrer Berufung ist Maria die heilige Stadt Gottes geworden, die Erfüllung des alten Jerusalem und das Urbild der Kirche.

Maria die geheimnisreiche Stadt Gottes. Leben Mariens, geoffenbart der Schwester Maria im Kloster zu Agreda.
1.     drei Jahren nach der Geburt: Joachim, Anna mit Kind Maria zum Tempel
2.     Eine demütige Prozession von Nazareth nach Jerusalem
3.     Eine Schar von Engel begleitete die Prozession mit Lobgesängen
4.     Im Tempel: Mutter Anna nahm Kind bei der Hand, Joachim schritt ihnen zur Seite, brachten ihr Kind dar.
5.     Maria weihte sich selbst in tiefster Demut, Anbetung und Ehrerbietung als Opfer. Sie allein erkannte, wie ihr Opfer von Gott angenommen wurde.
6.     Maria hörte die Worte: Komm, meine Braut, meine Auserwählte, komm zu meinem Tempel, ich will, dass du mich hier lobest und preisest.
7.     Nach dem Gebet gingen sie zum Priester, übergaben ihre Tochter.
8.     Gingen zur Wohnung der Tempeljungfrauen. Blieben bis zu ihrer Vermählung in Abgeschiedenheit. Es waren die erstgeborenen Töchter aus dem königlichen Stamm Juda und aus dem priesterlichen Stamm Levi
9.     Der Aufgang zu dieser Wohnung hatte 15 Stufen. Priester kamen, um Maria zu empfangen.
10.                       Ein Priester führte sie hoch, auf der ersten Stufe: Maria nahm Abschied von Eltern. Kniete nieder, erbat Segen und küßte beiden die Hände. Eltern segneten Maria.
11.                       Dann eilte sie, ohne umzublicken und ohne eine Träne zu vergießen, in heiligem Eifer und voll Freude allein die 15 Stufen empor.
12.                       Nichts Kindisches, keine Trauer wegen Trennung von Eltern bei ihr bemerken.
13.                       Der Hohepriester Simeon übergab sie den Lehrmeisterinnen, unter ihnen war die Prophetin Anna. Gott hatte sie erleuchtet, die Sorge für Maria zu übernehmen.
14.                       Simeon wusste nicht, welches Geheimnis in dem Kind verborgen war.
15.                       Als Maria die Stufen hinaufstieg, erfüllte sich das Traumgesicht des Patriarchen Jakob von der Himmelsleiter, auf der Engel auf und nieder stiegen, die einen zum Geleit, die anderen zum Empfang ihrer Königin.
16.                       In der Höhe aber war Gott selbst, um Maria als seine Tochter und Braut bei sich aufzunehmen. Maria erkannte aus den Wirkungen seiner Liebe, daß hier wahrhaft die Wohnung Gottes und die Pforte des Himmels sei.
17.                       Als Maria ihrer Lehrmeisterin anvertraut war, flehte sie kniend und in tiefer Demut um ihren Segen. Sie bat, sie unter ihrem Gehorsam aufzunehmen, sie durch ihre Lehre und guten Rat zu unterweisen.
18.                       Die Prophetin Anna nahm sie auf und sagte: Meine Tochter, du sollst an mir eine Mutter und Beschützerin finden. Ich werde auf dich und deine Erziehung alle mögliche Sorgfalt verwenden.“
19.                       Mit derselben Demut stellte sich Maria auch allen anderen Tempeljungfrauen vor, begrüßte und umarmte jede einzelne, bot sich ihnen als Dienerin an und bat, sie möchten sie als die Älteren und Fähigeren sie unterweisen und belehren.

Lehre der Himmelskönigin
1.     Das höchste Glück einer Seele auf Erden ist der Rufe des Allerhöchsten zu Seinem Dienst.
2.     Wenn die Seele diesem Ruf nicht entspricht, dann bereitet sie sich ein Leben voll Qual, Sturm, Unruhe, Schmerz und Elend.
3.     Die Blindheit für diese Wahrheit und die Undankbarkeit gegen diese Wohltat der Berufung verraten eine Härte des Herzens und eine Geringschätzung des eigenen Heiles.
4.     Eine Hauptsorge des Teufels besteht darin, die Seelen vom Gehorsam gegen den göttlichen Ruf abzuhalten.
5.     Schon allein die Taufe setzt den Teufel und seinen Anhang in rasende Wut. Weil ihm dadurch eine Seele entrissen, Gott verherrlicht und die Zahl der Kinder Gottes vermehrt wird.
6.     Nun gibt es viele laue Christen seit ihrer Taufe. Und immer wieder geschieht es, dass die Gnade wirkt, die getauften, aber lauen Christen sich bekehren und ein ernsthaftes christliches Leben beginnen.
7.     Das Licht und die Kraft des Herrn wird noch viel mächtiger in die Seele eintreten, wenn die Seele rein aus Liebe zu Gott sich zu Gott bekehrt, allein aus dem Verlangen: Gott zu finden, ihm zu dienen, ihn zu lieben.
8.     Wenn wir weiter auf Gott hin ausschreiten und zur Vollkommenheit gelangen wollen, dann können wir nicht mehr zurückschauen, mit halbem Herzen noch jene weltlichen Dinge, Situationen oder Personen hängen, mit denen wir uns vom Herrn abhalten.
9.     Wenn wir dennoch so eine halbierte Nachfolge Jesu probieren und praktizieren, dann unglücklich, wir erstarren wir die Frau des Lot und werden zur Salzsäule, unfruchtbar, meine keine Fortschritte in der Nachfolge, finden keinen geistlichen Trost, wir geraten in Verirrung und Verwirrung.
10.                       Wenn wir die Werke der Nächstenliebe tun, dann sollen wir dabei an das Heil unserer Seele denken, an die Ruhe, die Sicherheit, den inneren Frieden und die innere Stille.

Zur Ersten Lesung
1.     Heiliges Land: weil Gottes Eigentum und Ort seiner Gegenwart
2.     Zur Zeit des Sacharja wird der Tempel wieder aufgebaut
3.     In diesen Tempel wird der Herr einziehen, hier wird er wohnen und die Stadt beschützen
4.     Das alle wird für Jerusalem zur Freude sein
5.     Jerusalem wird als Tochter Zion angesprochen
6.     Lukas sieht die Worte des Propheten Sacharja in Maria erfüllt. Sie ist die wahre Tochter Zion
7.     Auch sie wird vom Engel begrüßt: Freue dich, sei gegrüßt
8.     Als Grund der Freude: denn siehe, ich komme und wohne in deiner Mitte – neu und ganz anders als bei Sacharja.

Evangelium
1.     Jünger ist, wer sich von Jesus rufen läßt und wer den Willen Gottes tut.
a.      Tun – reicht nicht, es sei denn, dieses Tun geschieht in der rechten Weise
b.     Den Willen Gottes nicht nur tun, sondern auch den Willen Gottes wollen.
c.      Nicht nur wollen, sondern auch lieben.
2.     Wenn wir uns Jesus so zuwenden, dann wendet er sich uns zu mit einer zugleich göttlichen und menschlichen Liebe
3.     Jesus sagt ja: der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
D.h., dann ist auch Jesus für uns Bruder und Schwester und Mutter.