Beim Surfen in einem italienischen freikirchlichen Radiosender (www.evangelo.it) fand ich diese eindrucksvolle Sammlung.
Ich halte sie für nützlich.
Ich möchte sie euch im Original und in meiner Übersetzung nicht vorenthalten:
1. Perché un piccolo peccato apre la porta ad un altro peccato.
1. Weil eine kleine Sünde die Tür für eine andere Sünde öffnet.
2. Perché il mio peccato attira la disciplina di Dio.
2. Weil meine Sünde die Strafe Gottes nach sich zieht. (So die wörtliche Übersetzung. Aber: Wenn wir von Strafe reden, dann tun wir das aufgrund unserer menschlichen Erfahrung: wir hatten etwas "ausgefressen" und deswegen wurde uns eine Strafe auferlegt. Genau das tut Gott nicht; diese sog. Strafen sind keine Bestrafungen, sondern die inneren Folgen der von uns gesetzten Taten.)
3. Perché il tempo speso nel peccare è sprecato per sempre
3. Weil die Zeit, die wir für das Sündigen aufgewandt haben, für immer verloren ist.
4. Perché il mio peccato non compiace mai ma addolora il Signore che mi ama.
4. Weil meine Sünde niemals meinem Herrn gefällt, sondern ihn betrübt, der mich liebt.
5. Perché il mio peccato pone un grande peso sui miei responsabili spirituali.
5. Weil meine Sünde mein geistliches Leben beschwert.
6. Perché nel tempo il mio peccato avvilisce il mio cuore.
6. Weil mit der Zeit meine Sünde mein Herz beschwert.
7. Perché faccio quello che non devo fare.
7. Weil ich dann etwas tue, was ich nicht tun soll.
8. Perché il mio peccato sminuisce ciò che sono.
8. Weil meine Sünde das vermindert, was ich bin.
9. Perché gli altri, inclusa la mia famiglia, soffrono le conseguenze del mio peccare.
9. Weil die anderen, einschließlich meine Familie, unter den Folgen meiner Sünde leiden.
10. Perché il mio peccato rattrista mio fratello in Cristo.
10. Weil meine Sünde meinen Bruder in Christus betrübt.
11. Perché il mio peccato rallegra i nemici di Dio.
11. Weil meine Sünde die Feinde Gottes erfreut.
12. Perché il peccato mi fa credere di averci guadagnato qualcosa mentre in realtà ho solo perso.
12. Weil die Sünde mich glauben lässt, etwas gewonnen zu haben, während ich doch in Wirklichkeit nur verloren habe.
13. Perché il peccato mi allontana dalla possibilità di svolgere compiti di responsabilità spirituale.
13. Weil die Sünde mich von der Möglichkeit abhält, meine geistliche Verantwortung wahrzunehmen.
14. Perché i cosiddetti benefici del mio peccato non potranno mai superare le conseguenze della disubbidienza.
14. Weil die sog. Vorteile der Sünde niemals die Folgen meines Ungehorsams ausgleichen können.
15. Perché pentirsi del peccato commesso è un processo doloroso, eppure devo pentirmi.
15. Weil die Reue über die begangene Sünde ein schmerzhafter Prozess ist, und dennoch muß ich bereuen.
16. Perché il peccato è un piacere molto breve che produce una perdita eterna.
16. Weil die Sünde nur einen kurzfristigen Genuß verschafft, aber einen ewigen Verlust nach sich zieht.
17. Perché il mio peccato può indurre anche altri a peccare.
17. Weil meine Sünde auch andere zur Sünde verführen kann.
18. Perché il mio peccato può escludere altri dal conoscere Cristo.
18. Weil meine Sünde andere von der Erkenntnis Jesu Christi ausschließen kann.
19. Perché il peccato non dà peso alla croce, sulla quale Cristo è morto per cancellare il mio peccato.
19. Weil die Sünde nicht das Kreuz würdigt, an dem Christus gestorben ist, um meine Sünde auszulöschen.
20. Perché è impossibile peccare e seguire lo Spirito Santo allo stesso tempo.
20. Weil es unmöglich ist, zu sündigen und gleichzeitig dem Heiligen Geist zu folgen.
21. Perché Dio non adempie le preghiere di chi alimenta il proprio peccato.
21. Weil Gott nicht das Gebet dessen erhört, der fortwährend seine Sünde vermehrt.
22. Perché il peccato danneggia la mia testimonianza e disonora l’Evangelo.
22. Weil die Sünde mein lebensmäßiges Zeugnis (für den Herrn)unglaubwürdig mach und das Evangelium verunehrt.
23. Perché altri ancor più seri di me sono stati distrutti dal peccato.
23. Weil andere Menschen, die schon viel weiter auf ihrem geistlichen Weg vorangeschritten waren, durch die Sünde zugrundegegangen sind.
24. Perché sia gli abitanti del cielo sia quelli dell’inferno potrebbero testimoniare dell’insensatezza del peccato.
24. Weil sowohl die Bewohner des Himmels wie auch die der Hölle die Torheit der Sünde bezeugen können.
25. Perché il peccato e la colpa possono ferire sia la mente sia il corpo.
25. Weil die Sünde und die Schuld sowohl die Seele als auch dem Körper schaden. (Hier möchte ich die biblisch-christliche Anthropologie der Katholischen Theologie einbringen: Durch unsere Sünde verunstalten wir unsere Seele, nicht den Geist -la mente.)
26. Perché i peccati insieme al servizio mi rendono un ipocrita.
26. Weil alle Sünden zusammengenommen mich zu einem Heuchler machen.
27. Perché soffrire per il peccato non dà né gioia né ricompensa, mentre soffrire per la giustizia dà entrambi.
27. Weil das Leiden aufgrund der Sünde weder Freude noch Belohnung schenkt, während das Leiden wegen der Gerechtigkeit beides gewährt.
28. Perché il mio peccato vuol dire commettere adulterio con il mondo.
28. Weil meine Sünde immer eine Angleichung an die "Welt" ist.
29. Perché, anche se perdonato, rivedrò questo peccato nel giorno del Giudizio quando saranno applicate la perdita e il guadagno delle ricompense eterne.
29. Weil - auch wenn sie vergeben ist - ich diese Sünde am Tag des Endgerichtes wieder sehen werde, wenn es um die ewige Vergeltung gehen wird.
30. Perché non saprò mai prima del tempo quanto può essere severa la disciplina che dovrò subire a causa del mio peccato.
30. Weil ich niemals vor der Zeit wissen kann, wie schwer die Strafe sein wird, die ich für meine Sünde werde erleiden müssen.
31. Perché il mio peccato può essere l’indicazione di uno stato di sviamento.
31. Weil meine Sünde ein Aufweis meines Abweges sein kann.
32. Perché peccare vuol dire non amare Cristo.
32. Weil "sündigen" soviel bedeutet wie "Christus nicht lieben".
33. Perché la mia riluttanza nel rigettare il peccato gli conferisce un’autorità su di me più grande di quanto possa immaginare.
33. Weil ich durch meine Trägheit im Kampf gegen die Sünde eben jener Sünde eine Macht über mich verleihe, die größer ist, als ich mir vorstellen kann.
34. Perché il peccato glorifica Dio soltanto quando è da Lui giudicato e lo trasforma in bene, non perché valga qualcosa di per sé.
34. Weil die Sünde nur insofern Gott verherrlicht, wenn sie von Gott gerichtet und von ihm zum Guten gewandt wird, nicht aber weil die Sünde schon in sich einen Wert hätte.
35. Perché ho promesso a Dio che sarebbe stato il Signore della mia vita.
35. Weil ich Gott (in der Taufe) versprochen habe, dass er der Herr meines Lebens sein soll.
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Sonntag, 3. Juli 2011
Sonntag, 1. August 2010
Typisch Kirche: vermiester Urlaub!
Predigt
Konventamt am 18. Sonntag im Jahreskreis (Zyklus C)
1. August 2010
Klosterkirche St. Ottilien
LI: Koh1,2;2,21-23; LII Kol 3,1-6.9-11; Evgl Lk 12,13-21
Liebe Brüder und Schwestern!
Typisch Kirche: Mitten im Sommer, die Ferien haben begonnen, alle fahren in den Urlaub, um die Welt und ihre Schönheit kennenzulernen, da stößt man uns vor den Kopf: Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdisch.
Und dann Angstmacherei mit dem Hinweis auf den plötzlichen und unvorhergesehenen Tod.
Wir möchten uns ausruhen dürfen auf dem, was wir geschaffen haben.
Wir möchten das Diesseits genießen.
Warum empfiehlt man uns gerade jetzt, das Jenseits zu suchen?
Liturgische Weltfremdheit?
Die erste Lesung konfrontiert uns mit unserer eigenen Erfahrung.
Unser Besitz und das Ergebnis unserer Arbeit und unserer Anstrengung – das ist nur ein relativer Besitz. Den können wir nicht festhalten.
Kohelet nennt das „Windhauch“.
Windhauch – das ist das Missverhältnis zwischen unserem Ideal und seiner Verwirklichung.
Unser Herz trägt in sich eine Sehnsucht nach dem Absoluten.
Diese Sehnsucht kann durch keine geschaffene Wirklichkeit gestillt werden.
Das erkennen wir in Alltagssituationen:
- Wir fassen einen Entschluß – und können nicht die sicherste Lösung finden.
- Wir arbeiten für die Zukunft – und müssen erleben, wie die Nachfolgenden mit dem, was wir geschaffen haben, ganz anders umgehen, anders, als wir es eigentlich geplant haben.
„Windhauch“ – kann zur Sünde werden, wenn wir diese Vorläufigkeit und Relativität erkennen und uns dennoch die Augen davor verschließen;
wenn wir die Grenzen und Zweideutigkeiten verkennen, denen unser Bemühen unterworfen ist.
„Windhauch“ – wir zur Torheit, zur Dummheit, wenn wir nicht mit der endgültigen Grenze unseres Lebens rechnen und wenn wir den Tod verdrängen und uns dann grausam lächerlich machen.
Was nützt uns also das, was wir geschaffen haben, wenn der Tod doch alles auslöscht? Das ist die etwas resignative Frage im Buch Kohelet, die dort ohne Antwort bleibt.
Diese Lesung wurde ausgewählt im Blick auf das Evangelium. Jesus spricht vom angesammelten Reichtum und vom plötzlichen Tod, der alles zunichte macht.
Jesus erzählt nicht eine zynisch-dramatische Neuigkeit, um seinen Zuhörern Angst vor dem plötzlichen Ableben zu machen und davor, dass dann alle Erwartungen zunichte wären.
Der Tod, von dem hier die Rede ist, ist gar nicht der persönliche Tod am Ende eines Lebens, sondern es ist die Katastrophe am Ende der Zeiten und das Gericht, das ihr folgen wird. Davon ist im Lukas-Evangelium oft die Rede.
Wer sich an seine angehäuften irdischen Güter binden will --- in dem Augenblick, da allein die Bindung an Gott die Menschen vor der Katastrophe retten kann, der verhält sich wirklich wie ein Tor, wie ein Narr, wie ein Dummer.
Jesus warnt: So geht es jedem, der nur für sich Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.
Ein Psalm hat es auf den Punkt gebracht: „Die Toren sagen in ihrem Herzen: Es gibt keinen Gott!“ (Ps 14,1). Wenn Sie wollen, können Sie dieses Wort als Mantra bezeichnen. Das wäre wenigstens mal ein sinnvolles Mantra.
Amen. Das heißt: Ich mache mich fest. Ich – das ist doch mein Herz.
Ich kann mich nicht an materiellen Gütern festmachen.
Ich kann mich doch nur an einer Person festmachen.
Ich kann mein Herz doch nur einer Person schenken.
Und wenn es um Letztes und Ewiges geht: dann kann ich mein Herz doch nur im Ewigen festmachen: in der Person Gottes.
Nicht die Bindung an materielle Güter kann uns retten.
Sondern nur unsere Bindung an Gott.
Das Tagesgebet des vergangenen Sonntags hat dafür eine einprägsame Formulierung gefunden: Gib, dass wir die vergänglichen Güter so gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.
Was hilft uns dabei, diese Blickrichtung zu bewahren? Da ist guter Rat nicht teuer.
Die zweite Lesung hat die Antwort gegeben: Strebt nach dem, was im Himmel ist. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!
Und wie geht das? In der Lesung folgen ganz praktische Handlungsanweisungen: Abtötung von Unzucht, Schamlosigkeit, Leidenschaften, bösen Begierden, Habsucht. Belügt einander nicht!
Paulus spricht für unsere Ohren fast unschuldig-naiv von „Abtötung“ und gebraucht dabei einen Begriff, der durch eine populistische Verkündigung für unsere Ohren unmöglich geworden ist.
Aber ohne dem scheint es nicht zu gehen. Das merken wir heute mehr denn je.
Vergessen wir nicht die erste Wirklichkeit, die Paulus am Anfang der Lesung nennt:
Ihr seid mit Christus auferweckt! – Das ist unsere Taufwirklichkeit.
Wir sind durch die Taufe mit Christus gestorben und mit ihm zum Leben erweckt worden. Wir sind eine neue Schöpfung.
Das ist unser Reichtum vor Gott: Und das ist eben nicht das, was wir vor Gott haben. Sondern das, was Gott aus uns gemacht hat: Neue Schöpfung.
Wir sind von Gott angeschaut, gemeint, geliebt, bejaht.
Wir können dann nicht mehr so leben, als wäre nichts geschehen.
Aus diesem Geschenk Gottes an uns folgen dann die Aufforderungen zu einer entsprechenden Lebensführung, wie sie in der Lesung aus dem Kolosserbrief beschrieben ist.
Und trotzdem. Das mag nicht immer einfach sein. Wir erfahren Widerstand in unserer Umgebung und Widerstand durch die Zweifel in unserem eigenen Herzen.
Darum beten wir am Schluss dieser heiligen Messe: „Barmherziger Gott, bleibe bei uns in aller Gefahr und versage uns nie deine Hilfe, damit wir der ewigen Erlösung würdig werden.“
Konventamt am 18. Sonntag im Jahreskreis (Zyklus C)
1. August 2010
Klosterkirche St. Ottilien
LI: Koh1,2;2,21-23; LII Kol 3,1-6.9-11; Evgl Lk 12,13-21
Liebe Brüder und Schwestern!
Typisch Kirche: Mitten im Sommer, die Ferien haben begonnen, alle fahren in den Urlaub, um die Welt und ihre Schönheit kennenzulernen, da stößt man uns vor den Kopf: Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdisch.
Und dann Angstmacherei mit dem Hinweis auf den plötzlichen und unvorhergesehenen Tod.
Wir möchten uns ausruhen dürfen auf dem, was wir geschaffen haben.
Wir möchten das Diesseits genießen.
Warum empfiehlt man uns gerade jetzt, das Jenseits zu suchen?
Liturgische Weltfremdheit?
Die erste Lesung konfrontiert uns mit unserer eigenen Erfahrung.
Unser Besitz und das Ergebnis unserer Arbeit und unserer Anstrengung – das ist nur ein relativer Besitz. Den können wir nicht festhalten.
Kohelet nennt das „Windhauch“.
Windhauch – das ist das Missverhältnis zwischen unserem Ideal und seiner Verwirklichung.
Unser Herz trägt in sich eine Sehnsucht nach dem Absoluten.
Diese Sehnsucht kann durch keine geschaffene Wirklichkeit gestillt werden.
Das erkennen wir in Alltagssituationen:
- Wir fassen einen Entschluß – und können nicht die sicherste Lösung finden.
- Wir arbeiten für die Zukunft – und müssen erleben, wie die Nachfolgenden mit dem, was wir geschaffen haben, ganz anders umgehen, anders, als wir es eigentlich geplant haben.
„Windhauch“ – kann zur Sünde werden, wenn wir diese Vorläufigkeit und Relativität erkennen und uns dennoch die Augen davor verschließen;
wenn wir die Grenzen und Zweideutigkeiten verkennen, denen unser Bemühen unterworfen ist.
„Windhauch“ – wir zur Torheit, zur Dummheit, wenn wir nicht mit der endgültigen Grenze unseres Lebens rechnen und wenn wir den Tod verdrängen und uns dann grausam lächerlich machen.
Was nützt uns also das, was wir geschaffen haben, wenn der Tod doch alles auslöscht? Das ist die etwas resignative Frage im Buch Kohelet, die dort ohne Antwort bleibt.
Diese Lesung wurde ausgewählt im Blick auf das Evangelium. Jesus spricht vom angesammelten Reichtum und vom plötzlichen Tod, der alles zunichte macht.
Jesus erzählt nicht eine zynisch-dramatische Neuigkeit, um seinen Zuhörern Angst vor dem plötzlichen Ableben zu machen und davor, dass dann alle Erwartungen zunichte wären.
Der Tod, von dem hier die Rede ist, ist gar nicht der persönliche Tod am Ende eines Lebens, sondern es ist die Katastrophe am Ende der Zeiten und das Gericht, das ihr folgen wird. Davon ist im Lukas-Evangelium oft die Rede.
Wer sich an seine angehäuften irdischen Güter binden will --- in dem Augenblick, da allein die Bindung an Gott die Menschen vor der Katastrophe retten kann, der verhält sich wirklich wie ein Tor, wie ein Narr, wie ein Dummer.
Jesus warnt: So geht es jedem, der nur für sich Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.
Ein Psalm hat es auf den Punkt gebracht: „Die Toren sagen in ihrem Herzen: Es gibt keinen Gott!“ (Ps 14,1). Wenn Sie wollen, können Sie dieses Wort als Mantra bezeichnen. Das wäre wenigstens mal ein sinnvolles Mantra.
Amen. Das heißt: Ich mache mich fest. Ich – das ist doch mein Herz.
Ich kann mich nicht an materiellen Gütern festmachen.
Ich kann mich doch nur an einer Person festmachen.
Ich kann mein Herz doch nur einer Person schenken.
Und wenn es um Letztes und Ewiges geht: dann kann ich mein Herz doch nur im Ewigen festmachen: in der Person Gottes.
Nicht die Bindung an materielle Güter kann uns retten.
Sondern nur unsere Bindung an Gott.
Das Tagesgebet des vergangenen Sonntags hat dafür eine einprägsame Formulierung gefunden: Gib, dass wir die vergänglichen Güter so gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.
Was hilft uns dabei, diese Blickrichtung zu bewahren? Da ist guter Rat nicht teuer.
Die zweite Lesung hat die Antwort gegeben: Strebt nach dem, was im Himmel ist. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!
Und wie geht das? In der Lesung folgen ganz praktische Handlungsanweisungen: Abtötung von Unzucht, Schamlosigkeit, Leidenschaften, bösen Begierden, Habsucht. Belügt einander nicht!
Paulus spricht für unsere Ohren fast unschuldig-naiv von „Abtötung“ und gebraucht dabei einen Begriff, der durch eine populistische Verkündigung für unsere Ohren unmöglich geworden ist.
Aber ohne dem scheint es nicht zu gehen. Das merken wir heute mehr denn je.
Vergessen wir nicht die erste Wirklichkeit, die Paulus am Anfang der Lesung nennt:
Ihr seid mit Christus auferweckt! – Das ist unsere Taufwirklichkeit.
Wir sind durch die Taufe mit Christus gestorben und mit ihm zum Leben erweckt worden. Wir sind eine neue Schöpfung.
Das ist unser Reichtum vor Gott: Und das ist eben nicht das, was wir vor Gott haben. Sondern das, was Gott aus uns gemacht hat: Neue Schöpfung.
Wir sind von Gott angeschaut, gemeint, geliebt, bejaht.
Wir können dann nicht mehr so leben, als wäre nichts geschehen.
Aus diesem Geschenk Gottes an uns folgen dann die Aufforderungen zu einer entsprechenden Lebensführung, wie sie in der Lesung aus dem Kolosserbrief beschrieben ist.
Und trotzdem. Das mag nicht immer einfach sein. Wir erfahren Widerstand in unserer Umgebung und Widerstand durch die Zweifel in unserem eigenen Herzen.
Darum beten wir am Schluss dieser heiligen Messe: „Barmherziger Gott, bleibe bei uns in aller Gefahr und versage uns nie deine Hilfe, damit wir der ewigen Erlösung würdig werden.“
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