Mittwoch, 2. Februar 2022

Kommentar zum Kommentar Dippel, Siebe Wege, Pater Pio

 

Sehr geehrte Frau Christa Wegner,

Danke für Ihren Kommentar. Ich erlaube mir, darauf zu antworten.

Hallo, ich habe das Buch gerade gelesen und bin sehr berührt davon. Ich kann nur den Geist Pater Pios und nicht zuletzt unseres Schöpfergottes selbst darin finden Für mich sind diese 7 Wege grundständige Pfeiler einer innigen, vertrauensvollen und beständigen Beziehung zu Gott unserem Vater. Wir haben viel gelernt, aber nicht, wie man eine lebendige, glückliche Beziehung zu seinem Gott Vater führt.
das kann man lernen, wenn man gute Exerzitien macht und die Katechesen von Pfarrer Werner Fimm auf YouTube anschaut 
Diese 7 Wege sind eine Garantie für jeden Menschen glücklich zu werden und zwar unabhängig von den äußeren Umständen,
eine Garantie haben wir eigentlich nur, wenn wir das Wort Gottes in der Bibel lesen 
die besonders in den letzten 2 Jahren grausam, Menschen verachtend und totalitär zerstörerisch sind.
das sehe ich auch so 
Esoterik finde ich nicht in diesem Buch.
ich schon 
Dagegen etwas zutiefst Göttliches. Der Vater im Himmel will Seelen retten und zwar koste es, was es wolle.
dazu hat er seinen Sohn gesandt und sendet in der aktuellen Zeit immer wieder Maria, seine geliebte Tochter, die Mutter seines Sohnes und die Braut des Heiligen Geistes, z B. La Salette, Lourdes, Fatima, Medjugorje... mit den Aufrufen zur Umkehr, Buße und Gebet, was leider meist ungehört verhallt
Toll, dann habe auch ich noch eine reale Chance.
ja, diese Chance haben alle, immer und überall 
Ich bin erschüttert über ihr abwertendes Urteil und darüber, dass das Buch sein Geld nicht wert sein soll.
ok 
Was wird uns denn in den letzten Jahrzehnten von den meisten Priestern gepredigt? Meistens nur eine Weichspühl-Rede, die niemandem zu nahe treten will, die tolerant und Zeitgeist getreu rüber kommen möchte, damit sich keiner auf den Schlips getreten fühlt.
ich stimme Ihne voll zu. nur ist das kein Gegenargument gegen meine Argumente 
Jesu hat harte Fakten geschaffen: Kranke geheilt, den Weg zum Vater uns gewiesen und nicht verheimlicht, dass dieser schmal und die Eintrittspforte eng ist.
ich stimme Ihnen voll zu 
Aber wir tun so, als kommt da jeder hin, der nur ein wenig lieb und tolerant ist.
ja, so wird in vielen Predigten getan 
Dann, entscheide ich mich lieber für diese Wege im Buch, das erreicht überkonfessionel jedermann.
wie Sie meinen 
Die Menschen leiden, suchen, hungern nach einer starken Verkündigung und nach einer göttlichen verlässlichen Liebe, die uns nicht enttäuscht und die uns trotz unserer Vergehen verzeiht, annimmt und uns in den Himmel führen will.
diese verlässliche Liebe Gottes empfangen wir in der Heiligen Eucharistie und im Sakrament der Beichte. Besonders in diesem Sakrament erfahren wir, wie wir auf wahrhaft göttliche (nicht menschliche) Weise geliebt sind: nämlich unverdient (was haben wir denn schon getan, um so geliebt zu werden? und was könnten wir tun?) und unverlierbar (durch keine Sünde, die wir begehen, können wir den Herrn veranlassen, uns weniger zu lieben). Und wie lieben wir Menschen, wenn wir überhaupt lieben? oft knüpfen wir unsere ohnehin schon armselige und wankelmütige Liebe an die Erfüllung unserer Bedingungen ("Wenn du dies und jenes tust, dann erst..."). und allzu rasch beenden wir unsere Liebe ("Weil du das getan hast..."). so sieht unsere menschliche Liebe aus.
Und nicht zuletzt, sein Tod am Kreuz und der Sieg über den Tod.
sein Tod und seine Auferstehung wird sakramental immer wieder neu präsent in der Feier der Heiligen Messe 
Das ist nicht esoterische Phantasterei sondern krasse Realität.
könnte es sein, dass Sie jetzt etwas vermischen? 
Pater Pio hat selber gesagt, dass er vom Himmel weiter für uns arbeiten wird und noch mehr für uns tun kann.
ja 
Wieso nicht mit diesem Buch?
weil in diesem Buch Irrtümer sind, die ich nachgewiesen habe. Sie haben nicht ein einziges meiner Argumente widerlebt oder widerlegen können. 
Und noch eins, die Heilige Hildegard von Bingen hatte auch die Gabe der inneren Schau.
wollen Sie jetzt den Autor des Buches auf die Ebene der Heiligen Hildegard von Bingen erheben? 
Sie sagt, wenn der Mensch besser und fest mit seinem Schöpfervater im Himmel verbunden wäre, könnte er auch die Stimmen der Heiligen hören und ihre ganzen Bemühungen uns auf den richtigen Weg zur ewigen Glückseligkeit zu begleiten, riechen, hören und erkennen.
ja, das stimmt 
Bitte, lassen sie doch jeden selbst entscheiden, was das Buch taugt oder wert ist.
ja, diese Entscheidung habe ich doch niemandem verboten.
ich habe nur das getan, was Sie mir empfehlen: "selbst entscheiden", auch ich habe entschieden, was das Buch taugt oder wert ist. das ist aber auch nur meine Meinung.

Sonntag, 5. September 2021

Predigt zum 23. Sonntag im JK - Lesejahr B (5. September 2021)

 

Predigt am 23. Sonntag im JK – Lesejahr B (5. September 2021)

Klosterkirche St. Ottilien

 

·        „Er hat alles gut gemacht“ (Evangelium)

·        Gott sprach und es ward, und er sah, dass es sehr gut war.

·        Alles paletti

·        Doch dann kam der Super Gau. Die Menschheit in ihren Vertretern von Adam und Eva gaben der Versuchung zum Misstrauen Gott gegenüber nach und verschlossen sich dem guten Wort Gottes.

·        Im Lauf der Geschichte, entfernte sich der Mensch von Gott, immer mehr. Gottesferne

·        Symbole dafür bei Jesaja: Blindheit, Taubheit, Lähmung, Verstummen, andere Symbole: Wüste, Steppe, dürres Land. Symbole für Trost-Losigkeit, Hoffnungs-Losigkeit, Lebens-Minderung. (Erste Lesung)

·        Die Bibel beschreibt oftmals

o   Ein Volk, dem Wort Gottes gegenüber verschlossen, ist wie taub und stumm

o   Der Ungehorsam dem Wort Gottes gegenüber, macht die Ohren und die Zunge nutzlos.

·        Die Bibel sagt aber auch:

o   Wenn das Volk sich bekehrt und zum Gehorsam gegenüber Gottes Wort zurückkehrt, dann lösen sich sofort die Zungen und verkünden den Lobpreis Gottes.

·        Bei Jesaja folgt auch eine Verheißung: ER selbst wird kommen & euch retten.

·        Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben werden geöffnet. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen frohlockt, denn in der Wüste sind Wasser hervorgebrochen und Flüsse in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Wassern.---

·        Ok, eine grandiose Vision. Aber: Moment mal. Hat sich die Verheißung denn schon erfüllt? Wann & wo? Oder steht die Erfüllung der Verheißung noch aus?

·        Eine gute Frage. Und es gibt eine gute Antwort.

·        Die weitere Geschichte der Offenbarung im NT gibt diese gute Antwort.

·        Das NT übernimmt genau diese Worte des Jesaja und beschreibt damit, wie Jesus diese jesajanische Verheißung erfüllt hat. Einige Beispiele.

·        Johannes der Täufer lässt Jesus fragen: Bist du der Messias, oder müssen wir auf einen anderen warten? Jesus lässt ihm antworten: Berichtet Johannes, was ihr seht und hört: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf , und den Armen wird das Evangelium verkündet (Mt 11,5)

·        Petrus (gelähmter Bettler an der Schönen Pforte des Tempels in Jerusalem) sagte: Silber & Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf & geh umher! Er fasste ihn an der rechten Hand & richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße & Gelenke; er sprang auf, konnte stehen & ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief & sprang umher & lobte Gott (Apg 3,6-8).

·        Jesus antwortete der samaritanischen Frau: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht & wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten & er hätte dir lebendiges Wasser gegeben (Joh. 4,10).

·        Und das heutige Evangelium: Jesus und der Taubstumme. Jesus ist sehr aktiv:

o   Nahm ihn beiseite

o   Legte ihm die Finger in die Ohren

o   Berührte die Zunge mit Speichel

o   Blickte zum Himmel auf

o   Seufzte

o   Und gab einen Befehl: Effata!

·        Und der Taubstumme reagiert:

o   Sogleich öffneten sich seine Ohren

o   Seine Zunge wurde von ihren Fesseln befreit

o   Er konnte richtig reden. (eine Befreiungsgeschichte)

·        Und die Zeugen reagieren und bestätigen und geraten in den Lobpreis: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

·        Jesus erfüllt die jesajanische Verheipung

·        Die ursprüngliche Schöpfung wird durch Jesus erneuert.

·        Es gibt den Glauben (als Offenbarung, als Dogma, was man im Katechismus nachlesen kann) und es gibt das Glauben (als personalen Lebensvollzug).

·        Und es gibt eine Einführung in den Glauben.

·        Die Bibel: beschreibt die Einführung in den Glauben als einen Prozess der Heilung von Taubheit und von Stummheit.

·        Durch den Glauben werden wir aufmerksam für das Wort Gottes.

·        Und der Glauben lässt uns das Wort Gottes weitersagen.

·        Und im Gegensatz dazu: das Fehlen des Glaubens (einer personalen Gottesbeziehung) macht den Menschen stumm und taub.

·        Es gibt also einen Übergang vom Unglauben zum Glauben.

·        Es gibt eine Heilung unserer sündhaften Sprachlosigkeit und unserer sündhaften Taubheit.

·        Was hier von Jesus erzählt wird, das wird in einer rituellen Handlung aktualisiert, nämlich bei der Aufnahme der Taufbewerber in den Stand der Katechumenen und bei der Feier der Kinder-Taufe.

·        Zelebrant: So wollen wir den Herrn bitten, dass er diesem Kind helfe, seine Botschaft zu hören und zu bekennen.

·        „Der Herr lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf „Effata“ dem Taufstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, so öffne er auch dir Ohren und Mund“…..

·        (hier berührt der Zelebrant Ohren und Mund des Kindes),

·        …..„Daß du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes“.

·        Und bei dem Täufling handelt es sich ja nicht um eine Person, die hörgeschädigt ist oder an Behinderung der Sprachorgane leidet.

·        Es geht um eine andere Dimension.

·        Dieser Ritus hat ein pastorales Ziel, es geht um die Eltern und Paten.

·        Die Eltern und Paten haben das Kind zur Taufe gebracht.

·        Nun sollen die Eltern und Paten begreifen,

o   dass das Kind auch in den Glauben eingeführt (initiiert) werden muss.

Und zwar durch das Hören des Wortes Gottes (bei Eltern und Paten)

o   und dass das Kind erzogen werden muss, damit es fähig wird, den Glauben zu bekennen und zu bezeugen durch ein vernünftiges Gebetsleben und durch eine christliche Lebensführung.

·        Wenn Eltern und Paten es zwar gut meinen, aber nur menschliche Sprüche machen und dem Kind nicht das Wort Gottes anbieten, dann sind sie wie Stumme oder Stammelnde.

·        Und wir?

·        Die Lesung aus Jesaja offenbart eine essentielle Wahrheit:

o   Unser Glaube und unser Glauben beruht auf dem Hören des Wortes Gottes und auf dem Tun des Wortes Gottes.

·        Was bedeutet es: das Wort Gottes hören, empfangen und weitersagen?

o   Die Anerkenntnis des Primates Gottes in meinem Leben

o   Gott – zum Mittelpunkt und zum Zielpunkt meines Lebens machen

o   Gott – nun auch Gott-sein lassen in meinem Leben

o   Gott den ersten Platz einräumen in meinem Leben

o   Wie weit ich damit schon gekommen bin, das kann ich überprüfen, wenn ich mir das Gebet der Hingabe von Charles de Foucault zumute (GL 8.7)

·        Wir können in unserer Gottesbeziehung immer wachsen und reifen.

·        Von Gott her bleibt es immer wahr und unveränderlich:

·        Du hast uns in deinem Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen. (wie wir im Tagesgebet bekannt haben)

·        Eine gute Nachricht.

·        Darum die Bitte: Sieh voll Güte auf uns, die wir an Christus glauben, und schenke uns die wahre Freiheit und das ewige Erbe.

·        Gott sei Dank.

Montag, 28. Juni 2021

Predigt am 10. Sonntag im JK (B) am 6. Juni 2020

 

Predigt am 10. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr B)

Erzabtei St. Ottilien

6. Juni 2020

I

Das heutige Evangelium

(V. 20-21:   Sorge der Angehörigen

V. 22:         Schriftgelehrte. Frage, Anklage, Interpretation: Jesus als Besessener

V. 23-27:    Jüngerbelehrung durch Jesus. Jesus offenbart sich als der Stärkere

V. 28-29:    eine Katechese durch Jesus

V. 30:         Kommentar des Markus

V. 31-35:    die wahren Verwandten Jesu

Kernfrage: Wer ist dieser? Woher diese Macht? (zuvor eine Dämonenaustreibung durch Jesus geschehen, die Schriftgelehrten anerkennen diese Tatsache, aber sie fragen jetzt nach der Macht Jesu). Die Schriftgelehrten geben auch gleich die Antwort: Er ist besessen! Seine Macht ist eine dämonische Macht.)

Ist ziemlich kraus: die Angehörigen Jesu sind besorgt um ihn, dann die Anklage, er sei besessen, dann ist da die Rede von den wahren Verwandten Jesu…

Aber die Sache ist ziemlich einfach: Zuvor (Kapitel 1): in der Synagoge von Kafarnaum, Jesus befreit einen Besessenen. Die Schriftgelehrten bestreiten und bezweifeln nicht die Faktizität und die Effektivität des von Jesus durchgeführten Exorzismus.

Aber sie behaupten, Jesus habe mit der Kraft Satans gehandelt.

In Wirklichkeit hat Jesus in der Kraft Gottes, des Heiligen Geistes gehandelt (Lk 4,16-30; Jes 61).

Das bedeutet: Die Schriftgelehrten interpretieren den Heiligen Geist Gottes als einen dämonischen Geist.

Das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist. Wieso? Die Liebe zwischen Vater und Sohn (innerhalb der Trinität) ist so intensiv, dass diese Liebe zu einer Person geworden ist. Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist (Röm 5,5).

Das Schenken und das Empfangen der Vergebung geschieht und vollzieht sich im Raum und in der Kraft des Heiligen Geistes. Wer sich außerhalb des Heiligen Geistes stellt, der verweigert die Annahme der Vergebung Gottes. Darum kann diese Sünde nicht vergeben werden, nicht: weil Gott es nicht könne, sondern weil der Mensch sich sündhafter Weise gegen Gott verschlossen hat.

II

Die (Erste Lesung (Gen 3,9-15) und das heutige Evangelium stehen in einer Beziehung.

1.     Gott will uns seine Liebe und Freundschaft schenken. Das ist der Sinn des Paradieses.

2.     Man kann nur dem etwas schenken, der bereit ist, sich beschenken zu lassen. Diese Wahrheit gilt auch für Gott.  Wenn ich mich von Gott nicht beschenken lasse, dann mache ich Gott in diesem Sinne ohnmächtig.

3.     Wenn wir gierig und mit raffender Hand nach etwas greifen, um es uns selbstisch zu beschaffen, dann erfahren wir nur unsere Isolation.

Vorausgegangen war: die Szene vom Sündenfall in der Reihenfolge der Seduktion: Schlange verführt Frau, Frau verführt Mann (3,1-7)

In der Szene der Inquisition läuft es umgekehrt: erst der Mann, dann die Frau, dann die Schlage (3,8-13).

Als erste Folge der Sünde: Zwischen Adam und Eva gibt es schon einen Konflikt, aber auch zwischen den beiden und Gott.

Gott stellt Fragen, als wisse er von nichts.

Adam und Eva kommen nicht zum Eingeständnis ihres Mißtrauens Gott gegenüber, sondern klagen Gott an und machen ihm Vorwürfe und sprechen ihn schuldig.

Sie fühlen sich unschuldig und glauben, keine Vergebung zu brauchen.

Darum kann Gott nicht vergeben und es bleibt nur die Strafe in der Reihenfolge: Schlange, Frau, Mann.

Die liturgische Lesung aus Genesis steht in Beziehung zum Evangelium und berichtet nur die Verfluchung der Schlange. Und diese ist endgültig geschehen, als der Nachwuchs der Frau, nämlich, der Schlange den Kopf zertreten hat.

III

Diese Anklage der Schriftgelehrten provoziert eine Selbstoffenbarung Jesu in der nachfolgenden Gleichnis-Erzählung: Ich bin der Stärkere (V. 27)

Mit der Ankunft Jesu: Macht des Satans gebrochen. Wir haben keinen Grund, mit einer Heiden-Angst zu leben.

Jesus verweist auf seine wahren Verwandten. Wer sind wahren Verwandten?

-         Die ihn anerkennen, als den, der er ist, nämlich der Stärkere, der durch sein Kommen den Schwächeren, den Satan besiegt hat. Vom Satan, dem Schwächeren, haben wir in der ersten Lesung gehört.

-         Das ist die neue Realität. Wir Christen haben keinen Grund mit dieser Heiden-Angst zu leben.

-         Die Verwandten Jesus: Die leben führen in Übereinstimmung mit dieser neuen Realität, die er geschaffen hat.

-         Die den Willen des Vaters tun

-         Die in eine verwandtschaftliche Beziehung mit Jesus eintreten, durch das Tun des Willens Gottes, und dabei zählen nicht mehr die Bande des Blutes, sondern das Tun des Willens Gottes.

IV

Also: Leben als Verwandte Jesu, d.h.: Den Willen Gottes tun. Und das ist spannungsvoll, ein Leben voller Paradoxien.

Zweite Lesung (2 Kor 4,13-5,1)

5 Gegensätze:

Äußerer Mensch – innerer Mensch

Kleine Last der Not – Übergewicht an Herrlichkeit

Das Sichtbare – das Unsichtbare

Das Vergängliche – das Unvergängliche

Das irdische Zelt – das ewige Haus im Himmel

Paulus spricht von den Paradoxien des apostolischen Lebens.

Die Apostel akzeptierten das Paradox ihres Leben.

Was ist das Paradox: das ist Christus, der rettet durch den Tod.

Die Apostel gleichen sich diesem Paradox an.

Auch in unserem Leben gibt es diese Paradoxien.

Das ganze macht nur Sinn, wenn wir das im Licht des Glaubens sehen (V. 13).

1. Nur wenn wir glauben, dass Christus gestorben und auferstanden ist

2. Und wenn wir glauben, dass unser Leben mit diesen beiden Aspekten des Lebens Jesu verbunden ist, - nur so werden die Paradoxien unseres Lebens verständlich und erträglich.

Und dazu haben wir schon den Geist des Glaubens empfangen. Das war das erste Wort der zweiten Lesung: „Wir haben den gleichen Geist des Glaubens.“

Sonntag, 28. Februar 2021

Predigt am 2. Sonntag der Fastenzeit B (2021-02-28) in der Klosterkirche von St. Ottilien

 

Predigt am 2. Sonntag der Fastenzeit B (2021-02-28)

in der Klosterkirche von St. Ottilien


Liebe Brüder und Schwestern,

Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Der himmlische Väter bestätigt seine Worte bei der Taufe Jesu.

Die Verklärung: macht deutlich, was hinter dem normalen äußeren Erscheinungsbild Jesu steht: seine Identität, das, was er sein wird, wenn der Vater ihn in seine Herrlichkeit erhöht und aufnimmt.

Mein geliebter Sohn, und es ist auch der einzige Sohn. Hinter diesen Worten verbirgt sich  das Drama des Opfers und des Karfreitags.

Der himmlische Vater schützt und bewahrt seinen vielgeliebten, einzigen Sohn nicht vor der Katastrophe.

Die Verklärung, die endgültige Glorie hat eine beunruhigende Voraussetzung:

Die Liebe des Vaters schließt diese schreckliche Konsequenz in sich.

Unbegreiflich für die Apostel, sie befürchten das Ende ihrer Hoffnungen auf eine Erneuerung des politischen Systems.

Und wie war das mit Abraham?

·        Er war schon 75 Jahre alt, als er endlich seiner Berufung folgt und er sich von seiner Vergangenheit löste: Zieh fort aus deinem Land, Sippe, Vaterhaus.

·        Einige Zeit später erhielt er die Verheißung, Stamm-Vater eines großen Volkes zu werden.

·        Er war schon alt, seine Frau Sara war alt. Die  biologische Fruchtbarkeit war physiologisch unmöglich.

·        Und doch: Sara gebiert den Isaak. Endlich beginnt Gott, seine Verheißung wahr zu machen.

·        Und nun die Aufforderung an Abraham, den Isaak zu opfern! Das ist die Frage: Abraham, bist du bereit, mir zu vertrauen und Isaak, den Garanten der Erfüllung der Verheißung an mich zurückzugeben und es mir zu überlassen, wie ich dennoch meine Verheißung erfüllen werde?

·        Und Abraham war bereit, bis zum letzten Augenblick.

Abraham sah sich vor einer doppelten Herausforderung: er  musste sich von seiner Vergangenheit lösen, und jetzt soll er auch seiner Zukunft entsagen.

Und das soll Gott sein?

1. So manches Mal sehen wir uns vor schrecklichen Herausforderungen: persönlich und global. Tod eines lieben Menschen, der Tod vieler unschuldiger Menschen bei Katastrophen.

Und dann kommen die Fragen: Warum? Gott, wo bist du? Warum lässt Gott das zu?

Der Ungläubige antwortet: Schicksal. Tragik.

Und der gläubige Mensch? Auch für den gläubigen Menschen kann erst mal alles zusammenbrechen. Gott wird dann als weit weg erlebt.

2. Die Liturgie des 2. Sonntages der Fastenzeit gibt uns eine Antwort, ohne auch nur das Geringste von der Problematik des Lebens aufzulösen.

Die Volksweisheit hat da einen Spruch: „Und wenn du meinst, es geht nicht mehr, / kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Das ist ja schon mal etwas.

Aber der Glaube hat noch mehr zu sagen und zu bieten.

Der Glaubende weiß mit seiner Glaubens-Sicherheit: es gibt eine geheimnisvolle Liebe, welche die Geschichte lenkt – auch wenn die äußeren Ereignisse vom Gegenteil sprechen.

Nur wir in unserer geistlichen Kurzsichtigkeit: wir können die Pläne des Heils in der Geschichte nicht erkennen.

Gott (in seinem Plan und in seinem Handeln) übersteigt unsere natürliche Erkenntniskraft. Darum: Wir können Gott bitten: Reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, die Herrlichkeit zu erkennen.

Nur der Glaube und das Glauben geben uns im Dunkel des Glaubens ein Licht zum Verständnis und zu einem Tiefenblick, zum Durchblick, mindestens zu einem Erahnen der Absichten Gottes mit der Welt, mit der Geschichte und mit meinem Leben.

Im Licht der Verklärung gibt Gott seine Antwort: das Kreuz Jesu (und wir können sagen: auch die Kreuze unseres Lebens), die leidvollen Situationen sind eine Durchgangs-Phase in einem Projekt, das auf Herrlichkeit hingeordnet ist und darin zur Vollendung kommt.

Reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Präfation: „Jesus hat den Jüngern seinen Tod vorausgesagt und ihnen auf dem heiligen Berg seine Herrlichkeit kundgetan. In seiner Verklärung erkennen wir: dass wir durch das Leiden mit Christus zur Auferstehung gelangen.“

Abraham als Vater wurde von unmenschlichem Leid zerrissen.

Nach dieser Phase, entdeckte er den Gott des Lebens und der Verheißung, der einen neuen Bund mit ihm schließt und der ihn für eine gesegnete Zukunft öffnet.

Abraham ist nicht nur ein Vorbild für die Glaubenden, sondern auch der Vater der Glaubenden. In der Glaubensprüfung hat er ausgehalten:

Abraham hat gegen allen Anschein geglaubt: Gott ist treu zu den IHM Vertrauenden

3. und jetzt schauen wir auf Jesus.

Jesus lebt zwei Haltungen: den Glaubensgehorsam des Abraham, und er lebt den Issak als einer der geopfert wird. Und Jesus lebt diese zwei Haltungen in völligem Bewusstsein und in aller Freiheit.

Der Vater hat seinen geliebten Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns dahingegeben, auch als Beweis seiner Liebe zu uns und um uns zu zeigen, wie wichtig wir sündigen Menschen für ihn, den heiligen Gott, sind.  (2. Lesung)

Das meint Paulus, wenn er drei Fragen stellt: Ist Gott für uns – wer ist dann gegen uns! Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns dahingegeben.

Wer kann uns anklagen? Niemand! Wenn Jesus uns gerechtgemacht hat.

Wer kann uns verurteilen, wenn Jesus uns freigesprochen hat!

Kein Feind ist stark genug, der die Liebe Gottes zu uns überwinden könnte.

DIESEM Gott glauben wird. IHN lieben wir. Auf IHN hoffen wir. Auf ihn sind wir getauft. Die Osternacht ist DER Tauftermin. Nun sind wir schon alle getauft. In der Osternacht und in der Osterzeit werden wir unser Taufversprechen erneuern. Die Fastenzeit, die österliche Bußzeit dient der Vorbereitung auf die Erneuerung unseres Taufversprechens.

Geheimnisvollerweise und vernünftigerweise wissen wir, dass Gott alles zum Guten lenkt für jene, die Gott lieben, die nach seinem ewigen Plan berufen sind.

Irgendwie wissen wir das, und irgendwie glauben wir das auch.

Aber im Getriebe des Alltags vergessen wir diese Wahrheit, und der Staub des Alltags legt sich darauf.

Darum bitten wir: „Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.“

Montag, 23. November 2020

Predigt zum Hochfest Christus König

 

Christkönigssonntag LJ A  (22. November 2020)

Stichpunkte für die Predigt im Hochamt in der Klosterkirche St. Ottilien

Evangelium Mt 25,31-46

·         Gerichtsrede – Bergpredigt, Seligpreisungen. Klammer. Die Summe aller vorausgehenden Gleichnisse.

·         Gerichtsrede: parallel, 2x 6 Werke der Nächstenliebe (Hunger, Durst, Fremd, Nackt, Krank, Gefangen).

·         Großes Staunen.

·         Die Gesegneten fragen: Wann haben wir…?

·         Die Verfluchten (ein schreckliches Wort) beginnen ihre Selbstverteidigung: Wann…?

·         Beide Gruppen erhalten dieselbe Antwort: Was ihr den … getan habt

·         Verflucht aufgrund der Verweigerung. Nicht getan

·         Gesegnet aufgrund der Taten. Was ihr getan habt.

·         Der Weltenrichter identifiziert sich mit den Notleidenden.

·         Beide Gruppen sind sich nicht bewußt, wem ihr Handeln bzw. ihr Verweigern gilt. Was ist der Hintergrund?

·         In den Gemeinden des Matthäus gab es einen Irrtum: die Christen hätten allein schon durch ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde beim Endgericht eine bevorzugte Stellung.

o   Jungfrauen mit Lampen, aber ohne Öl

o   Wie der Mann ist zwar bei der Hochzeitsfeier, aber ohne entsprechende Kleidung. = die Leute sitzen am Tisch der Eucharistie, leben aber nicht entsprechend.

·         Der Weltenrichte wird mit einem Hirten verglichen.

·         Die Scheidung läuft nicht zwischen Christen und Heiden.

·         Das Tun, die Werke haben eschatologische Bedeutung. Auf die Liebe kommt es an. Unser Handeln und Nicht-Handeln hat eschatologische Relevanz.

·         Wo ist Gott? – Da, wo Menschen in Not sind.

·         Wo begegne ich Gott? – Da, wo ich aktiv werde.

·         Wer sich von Notleidenden berühren lässt, der begegnet Gott, ohne es zu wissen und ohne es zu erfahren.

·         Wer sich den Notleidenden verschließt und sich in sich selbst verschließt und sich damit auch Gott gegenüber verschließt… Was bleibt ihm denn dann noch? der wählt für sich die Hölle.

·         Wo bleibt da die Barmherzigkeit Gottes?

·         An der fehlt es nie. Aber die Frage: Kann ein Mensch, der sich im Leben und im Sterben den anderen und Gott verschlossen hat, sich für die Barmherzigkeit öffnen? Wir können es nur hoffen.

 

Erste Lesung Ez 34,11-12.15-17

·         Gottes-Rede: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen, mich kümmern… Was war denn zuvor?

·         Gegensatz: zur Führungsschicht in Israel. Hatte versagt. Verantwortung für das Volk nicht wahrgenommen und Macht missbraucht. Die guten Absichten Gottes verstellt.

·         Das hatte die große Katastrophe ausgelöst: Eroberung der Stadt, Zerstörung des Tempels, Deportation des Volkes nach Babylon, Exil.

·         Alles 590 vor Christus.

·         Ezechiel ist mit seinen Leidensgenossen in Babylon.

·         Ezechiel gibt nun eine theologische Deutung der Katastrophe.

·         Er sagt: das alles ist geschehen, weil die Führung versagt hatte.

·         Frage: Wenn Gott der gute Hirte ist, warum hat er dann nicht eingegriffen? Warum nicht Versagen d. Führungsschicht verhindert?

·         Antwort: Gott hatte eingegriffen, immer wieder Propheten. Aber die Verantwortlichen haben nicht gehört.

·         In diesem Zusammenhang steht das Gotteswort: Jetzt aber will ich mich selber um meine Schafe kümmern.

·         Botschaft der Lesung:

·         Aus Katastrophe – Neuanfang

·         Aus Zerbruch – was Ganzes.

·         Das ist Gottes Wesen. – Ist das schon alles?

·         In Geschichte: die Ablehnung Gottes durch den Menschen hat sich immer wiederholt.

·         Bis zum Jahre 30 n. Chr., bis hin zur großen Ablehnung Gottes und seines Angebotes in der Ermordung Jesu. Und Gott hat mit der Auferweckung Jesu geantwortet. Das ist Barmherzigkeit.

·         In dieser Lektüre bekommt die Botschaft der atl. Lesung eine andere Tiefe und Bedeutung:

·         Aus Katastrophe Karfreitags – Neuanfang: Auferweckung Jesu und unsere Auferweckung

·         Aus dem Zerbruch der Gottesbeziehung durch die Ursünde mit den Folgen der Erbschuld – Wiederherstellung des gnadenhaften Urzustandes durch die Taufe als Frucht des Pascha-Mysteriums.

·         Dieses Raster (Katastrophe – Neuanfang; Zerbruch – Ganzes) könnte man auch mal auf das eigene Leben anwenden und sich fragen: Hat sich so etwas auch in meinem Leben ereignet?

 

Zweite Lesung 1 Kor 15 (hier habe ich nur den Aspekt der Parusie ausgeführt)

·         Paulus reagiert auf Mitglieder der Gemeinde Korinth: Leugnung d. A.

·         Christus: Macht des Todes gebrochen.

·         Gott hat den Tod nicht gemacht. Tod = Sold der Sünde.

·         Gegenüberstellung: Christus – Adam, durch ihn kam Sterblichkeit und Tod in die Welt.

·         Durch Mensch kam Tod. Durch Mensch kam Auferstehung.

·         Reihenfolge: Erster ist Christus. Wenn Christus kommt, dann alle, die zu ihm gehören. (Hier Advent):

o   Credo: Et iterum venturus est cum gloria. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit.

o   Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.

o   HG III nach der Wandlung: Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.

o   Nach dem VU: Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers J. Chr. erwarten.

·         Christus auferweckt durch den Vater, d. h.: nicht durch eigene Leistung. Gegen pneumatische Tendenzen:  Leid und Tod überwinden durch Charismen und eigene Geisteskraft, also ohne Gott u. Christus.

·         Dagegen Paulus: Tod allgegenwärtig, Teil des Lebens. Erst am Ende.

·         „am Ende“ recht vage. Vernichtung aller widergöttlichen, lebenszerstörenden Mächte, besonders Tod.

·         Eschatologische Dynamik. Ziel: Gottes Alleinherrschaft, keine Tyrannei.

·         Universale Gottesherrschaft, die am Ender der Zeiten allen und allem gilt, 6x

·         Zu Jesus gehören, d. h., Jesus nachfolgen, Leben und Handeln im Geist Jesu.