Predigt
Am Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (II)
Stadtpfarrkirche Heilig Geist, München
28. Juli 2010, 19 Uhr
Jeremia 15,10.16-21
• Gott beruft Menschen, seine Initiative.
• Lesung: wie eine Zusammenfassung des Dramas eines Propheten.
• Auf der einen Seite: Wort Gottes. Prophet ist dem Wort Gottes gefolgt, mit Freude, es war Nahrung, gab ihm Kraft.
• Kamen Worte von dir, so verschlang ich sie. Dein Wort war mit Glück und Herzensfreude. Denn dein Name ist über mir ausgerufen. Herr, Gott der Heere (V.16).
• Jesus: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat (Joh 4,34).
• So konnte er am Volk seinen Dienst tun.
• Auf der anderen Seite: Nicht immer ein Zuckerschlecken für den Berufenen: Abraham, Mose, Paulus. Sie beklagten sich.
• Jeremia hat sein Leben in den Dienst des Wortes Gottes gestellt, damit das Volk sich bekehrt.
• Jeremia hat auf viele Annehmlichkeiten verzichtet.
• Jeremia tat auch noch Fürbitte für sein Volk. Aber: es wird nicht wahrgenommen, nicht gedankt.
• Man kennt ihn nur als den Unheilspropheten. Darum hat er nur Feinde.
• Er sieht sich von Anklägern umgeben, die ihn verachten.
• Und darum jetzt: der Schmerz eines enttäuschten Herzens explodiert in einer bitteren Anklage gegen Jahwe (V.17.18).
• Jeremia klagt laut und eindringlich, fühlt sich seinen Feinden schutzlos ausgeliefert.
• Gott, in dessen Dienst er steht, hilft ihm nicht: fordert immer nur von ihm;
o versagt ihm jeden Trost;
o versagt ihm menschliche Gemeinschaft und Freundschaft;
o läßt ihn im Stich – wie ein versiegender Bach.
• Gott antwortet zweifach: 1. Forderung. Gott entläßt den Propheten nicht aus Dienst. Er soll weiterhin sein Mund sein (V.19).
• Gott hält an Berufung fest. Jeremia muß weiterhin den anderen Umkehr predigen.
• Gott stellt eine Bedingung: Jeremia soll selbst umkehren und nicht mehr so reden, wie er es eben getan hat.
• Redest du Edles und nichts Gemeines, dann darfst du mir wieder Mund sein. (V.19).
• Was tut Gott? Gott antwortet. Wie? Gott lädt ein. Wozu? Zur Umkehr.
• Wie an anderer Stelle: Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne, ich will eure Abtrünnigkeit heilen (Jer 3,22). Wenn du umkehren willst, darfst du zu mir zurückkehren (Jer 4,1).
• Gott antwortet 2. Mit einer Zusage: ER werde zu der Zusage stehen, die ER ihm bei Berufung gegeben hat. Ich bin mit dir.
• Und das Wunder geschieht: Der Prophet kehrt um, er bekehrt sich.
• Zusagen: Vers 20.21.
• Beistandszusage: Er erfährt den Schutz Jahwes.
• Gottesbeziehung: Er wird gefestigt im Glauben, d.h. in seiner Gottesbeziehung.
• Umkehr bestärkt ihn in seiner Berufung. Er geht gestärkt aus seiner Gottesanklage hervor.
• Für ihn war es ein schmerzvoller Prozeß, um fähig zu werden, um erneut seine Antwort auf den Ruf Gottes zu geben.
• Jeremia zeigt den Konflikt: für uns alle, wenn wir unserer Berufung folgen, dann zwischen a) Widerstand durch Umwelt und b) unseren eigenen Zweifel.
• Schmerzlich: das Gute zu wollen, und genau deswegen von denen angefeindet zu werden, denen das Heil gilt.
• Bei Jeremia und bei allen, die heute den Anspruch Gottes in der Welt aufrechterhalten: ohne den Verlockungen zu schmeicheln, ohne die Sünde zu verharmlosen oder zu rechtfertigen.
• Jeremia, keine depressive Resignation, er wurde aktiv:
o Trat in den Dialog mit Gott,
o fordert ihn heraus,
o zog ihn zur Rechenschaft.
• War Gott – ist Gott wie ein versiegender Bach?, wie ein unzuverlässiges Wasser?, hat Gott ihn mit Groll angefüllt? – wie Jeremia klagte.
• Mußte seine ihm von Gott anvertraute Mission scheitern? Mußte er, Jeremia, scheitern, ausgerechnet dadurch, daß er von Gott mit einem Heilswerk beauftragt war? Was tut Gott? Warum unterstützt Gott nicht besser seinen Berufenen?
• Sollte es vielleicht so gewesen sein: dass Gott nicht so ist, sondern daß Jeremia Gott zum Opfer seiner Projektionen gemacht hat? Dass Gott zum Opfer der Projektion des Jeremia geworden ist?
• Das würde bedeuten: Dass Jeremia sich geirrt hat in Bezug auf das Wesen Gottes.
• Wenn es so war, dann mußte ihm das erst mal bewusst werden.
• Jeremia mußte seine Zweifel, Gottesanklage hinausschreien – nicht in die Anonymität des Kosmos, sondern an die Adresse Gottes, persönlich.
• Und Gott hält das aus. Gott erlaubt uns, ihm unsere Zweifel vorzutragen, ihn anzuklagen.
• Und genau dadurch kehrte Jeremia um, wandte er sich Gott zu, macht er eine Entdeckung:
• Er versteht: Nur dieses unbedingte Vertrauen kann seine wahre Antwort auf den Ruf Gottes sein.
• Bei uns kann es nicht anders sein: Wenn wir so vertrauen, können wir unsere Mission erfüllen.
• Sich so Gott übergeben: das ist Treue, Glaube, Vertrauen in das Geheimnis Gottes, eine bewährte Freiheit.
• Und darum wirbt Gott um uns und bittet uns.
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Mittwoch, 28. Juli 2010
Sonntag, 6. Dezember 2009
Advent ohne Weihnacht
Charismatischer Gottesdienst
Predigt
Wallfahrtskirche Vilgertshofen
Freitag der 1. Adventswoche (4.12.2009)
Pater Willibrord Driever OSB
Missionsbenediktiner von St. Ottilien
Wozu dient der Advent?
Vermutete Antwort: Vorbereitung auf Weihnachten. Falsch! Das gilt nämlich nur für die letzten 7 Tage des Advent: 17.-24. Dezember.
Die längste Zeit des Advent hat eine andere Bedeutung.
Hat zu tun mit einem Geheimnis des Glaubens, welches im Bewusstsein der Christen wenig präsent ist, aber in der Liturgie vorkommt.
Darum erinnert uns die Kirche in ihrer Liturgie mindestens viermal an das Mysterium der Wiederkunft des Herrn.
1. Credo: Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten,
2. Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
3. Drittes Hochgebet: Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis deines Sohnes. Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.
4. Vater unser: Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.
Das ist das Letzte: Das Ziel: Wenn Christus kommt. Das ist eine großartige Vision.
Christus kommt. - Wann kommt er denn?
Immer. In jedem Augenblick unseres Lebens. Und auf vielfältige Weise. Im Mitmenschen, in den Umständen des Lebens, in den Zeichen der Zeit, im Freund und sogar im Feind, in seinem Wort, in Gottesdienst, in den Sakramenten.
Und am Ende der Zeiten und bei der Vollendung der Zeiten: Parusie.
Darum erinnert uns die Kirche an das Mysterium der Wiederkunft des Herrn in der Feier des Advent vom 1. Advent bis zum 16. Dezember.
In diesem Zusammenhang feiern wir jetzt diese heilige Messe und hören das Wort Gottes.
Lesung Jes 29,1-24
Das Volk Israel hat ja eine lange und wechselvolle Geschichte.
Es stand mehrmals am Rand des Untergangs.
Das Reich lag in der Zukunft.
Vorausgegangen war eine Katastrophe, ungefähr 500 Jahre vor Christus: Eroberung des Landes und die Zerstörung des Tempels. Deportation.
Und da hatten die Propheten immer eine besondere Aufgabe:
Die Propheten mussten im Volk etwas wach-halten:
nämlich das Vertrauen auf Gott
die Hoffnung (auf das Kommen seines Reiches).
Welches Reich?
Ein Reich ohne Krankheit, ohne Leid, ohne Ungerechtigkeit.
Die völlige Umwandlung der Menschen, die nach der Katastrophe übrigbleiben werden.
Und das sind nicht die Großen und nicht die Mächtigen aus der Politik, aus der Wirtschaft und aus der Gesellschaft. Die sind es nicht.
Sondern Umwandlung geschieht für die Blinden und für die Tauben, für die Armen, für die Demütigen – für diese Menschen gibt es Heilung und Heil. (Evangelium).
Es sind die Armen, die Schwachen und die Benachteiligten, denen Gott seine Liebe zuwendet.
(Das ist die Botschaft des AT und des NT).
Für die Reichen, die Satten und die Selbstzufriedenen und für die Selbsterechten und harten Menschen – war das immer ärgerlich.
Und genau das wird das größte Wunder der Weltgeschichte sein!
Dass die Irrenden zur Einsicht kommen und die Harten weich werden und sich bekehren lassen.
Wodurch?
Durch die Ereignisse selbst – und durch das Wort Gottes.
Dieses Wunder erhofft der Prophet für „jenen Tag“.
Das ist der Tag, an dem Gott sich sein neues Volk schaffen wird.
Was hier beschrieben wird, das hat schon begonnen.
Wieso? Der Messias, der heilige Geist ist schon gekommen.
Jesus hat uns erlöst. Er hat uns die Augen geöffnet für Gottes Herrlichkeit.
Zum Evangelium Mt 9,27-31
Wir haben einen Abschnitt aus dem Evangelium nach Matthäus gehört.
Es ist die Erzählung von der Heilung der zwei Blinden.
Matthäus legt alle Aufmerksamkeit auf das Gespräch zwischen Jesus und den beiden.
Alle Einzelheiten der Heilung läßt er weg.
Warum läßt Matthäus alle Einzelheiten der Heilung?
Was will er denn betonen?
So wird ganz deutlich, welchen Anteil an der Heilung der Glaube hat.
Der Glaube wird schon deutlich, wie die beiden Jesus anreden: Sohn Davids!
(Anfang des Mt-Evgl. „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes David, des Sohnes Abrahams“.)
Und in der Bitte: Hab Erbarmen mit uns!
Und was tut Jesus?
Jesus antwortet einem solchen Glauben. Er geht darauf ein.
Ähnlich wie bei einer Heilungsgeschichte, ebenfalls im Mt-Evgl.
Der heidnische Hauptmann von Kafarnaum bittet um Heilung für seinen gelähmten Diener, der zu Hause lag und große Schmerzen hatte.
Jesus sagte: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund…. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.“ (Mt 8,10)
Die Heilung geschieht durch den Willen Jesu und durch das Wort Jesu.
Aber der Glaube ist dafür die notwendige Voraussetzung.
Warum? Damit Jesus überhaupt das Wunder tun kann.
Er ist ja nicht als Wunderdoktor oder als Zauberer oder als ein okkulter Heiler gekommen.
Sondern er ist gekommen, um den Menschen etwas zu sagen. Was?
Dass die Herrschaft Gottes nahe ist.
Gott will sich offenbaren.
Ob er es kann, das hängt von den Menschen ab.
Frage:
Gibt es eine Verbindung zwischen Lesung und Evangelium?
Und warum hören wir diese nun im Advent?
„Die Blinden, die in Dunkel und Finsternis waren, werden sehen“, das ist die Verheißung der Propheten für die Endzeit.
Die Endzeit sollte anbrechen mit dem Kommen des Messias aus dem Haus David.
Was hier beschrieben wird, das hat schon begonnen.
Wieso?
Die Blinden riefen: Jesus, Sohn Davids.
Der Messias ist also gekommen.
Der Heilige Geist ist schon gekommen.
Jesus zeigt durch seine Werke, dass er es ist, den Israel erwartet.
Jesus hat uns erlöst. Er hat uns die Augen geöffnet für Gottes Herrlichkeit.
Die Endzeit hat begonnen. Wir leben in der Endzeit.
Wohlgemerkt: die Endzeit. Nicht die Voll-Endung. Die ist noch nicht da. Die steht noch aus.
Das merken wir ja in der ganzen Welt und in unserem persönlichen Leben: wie viel Unvollendetes es da noch gibt.
So leben wir in einer Spannung:
Einerseits: wir sehen und glauben, daß der Messias Jesus gekommen ist, die Situation grundsätzlich verändert hat. Von unserer erbsündlichen Todverfallenheit und Gottlosigkeit dazu hin, dass er für uns das Tor des Himmels geöffnet hat.
Andererseits: dass die Vollendung eben noch nicht da ist. Diese erwarten wird, aber eben nicht als eine Erfüllung von paradiesischen Zuständen hier auf der Erde, sondern als eine unvorstellbare Fülle, von der uns das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes eine Bild zeichnet.
Und diese Zukunft können wir nicht machen, sondern nur von Gott her entgegennehmen. Und er wird es tun. Das ist sein Werk.
Und dieses Werk fällt zusammen mit der Wiederkunft Jesu Christi bei der Vollendung der Zeiten.
Und der Advent macht uns genau dieses Geheimnis bewusst.
Dass es da einen gibt, der auf uns zukommt und der unsere Zukunft ist.
Wir Christen haben Zukunft.
Weil Christus auf uns zukommt.
Predigt
Wallfahrtskirche Vilgertshofen
Freitag der 1. Adventswoche (4.12.2009)
Pater Willibrord Driever OSB
Missionsbenediktiner von St. Ottilien
Wozu dient der Advent?
Vermutete Antwort: Vorbereitung auf Weihnachten. Falsch! Das gilt nämlich nur für die letzten 7 Tage des Advent: 17.-24. Dezember.
Die längste Zeit des Advent hat eine andere Bedeutung.
Hat zu tun mit einem Geheimnis des Glaubens, welches im Bewusstsein der Christen wenig präsent ist, aber in der Liturgie vorkommt.
Darum erinnert uns die Kirche in ihrer Liturgie mindestens viermal an das Mysterium der Wiederkunft des Herrn.
1. Credo: Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten,
2. Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
3. Drittes Hochgebet: Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis deines Sohnes. Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.
4. Vater unser: Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.
Das ist das Letzte: Das Ziel: Wenn Christus kommt. Das ist eine großartige Vision.
Christus kommt. - Wann kommt er denn?
Immer. In jedem Augenblick unseres Lebens. Und auf vielfältige Weise. Im Mitmenschen, in den Umständen des Lebens, in den Zeichen der Zeit, im Freund und sogar im Feind, in seinem Wort, in Gottesdienst, in den Sakramenten.
Und am Ende der Zeiten und bei der Vollendung der Zeiten: Parusie.
Darum erinnert uns die Kirche an das Mysterium der Wiederkunft des Herrn in der Feier des Advent vom 1. Advent bis zum 16. Dezember.
In diesem Zusammenhang feiern wir jetzt diese heilige Messe und hören das Wort Gottes.
Lesung Jes 29,1-24
Das Volk Israel hat ja eine lange und wechselvolle Geschichte.
Es stand mehrmals am Rand des Untergangs.
Das Reich lag in der Zukunft.
Vorausgegangen war eine Katastrophe, ungefähr 500 Jahre vor Christus: Eroberung des Landes und die Zerstörung des Tempels. Deportation.
Und da hatten die Propheten immer eine besondere Aufgabe:
Die Propheten mussten im Volk etwas wach-halten:
nämlich das Vertrauen auf Gott
die Hoffnung (auf das Kommen seines Reiches).
Welches Reich?
Ein Reich ohne Krankheit, ohne Leid, ohne Ungerechtigkeit.
Die völlige Umwandlung der Menschen, die nach der Katastrophe übrigbleiben werden.
Und das sind nicht die Großen und nicht die Mächtigen aus der Politik, aus der Wirtschaft und aus der Gesellschaft. Die sind es nicht.
Sondern Umwandlung geschieht für die Blinden und für die Tauben, für die Armen, für die Demütigen – für diese Menschen gibt es Heilung und Heil. (Evangelium).
Es sind die Armen, die Schwachen und die Benachteiligten, denen Gott seine Liebe zuwendet.
(Das ist die Botschaft des AT und des NT).
Für die Reichen, die Satten und die Selbstzufriedenen und für die Selbsterechten und harten Menschen – war das immer ärgerlich.
Und genau das wird das größte Wunder der Weltgeschichte sein!
Dass die Irrenden zur Einsicht kommen und die Harten weich werden und sich bekehren lassen.
Wodurch?
Durch die Ereignisse selbst – und durch das Wort Gottes.
Dieses Wunder erhofft der Prophet für „jenen Tag“.
Das ist der Tag, an dem Gott sich sein neues Volk schaffen wird.
Was hier beschrieben wird, das hat schon begonnen.
Wieso? Der Messias, der heilige Geist ist schon gekommen.
Jesus hat uns erlöst. Er hat uns die Augen geöffnet für Gottes Herrlichkeit.
Zum Evangelium Mt 9,27-31
Wir haben einen Abschnitt aus dem Evangelium nach Matthäus gehört.
Es ist die Erzählung von der Heilung der zwei Blinden.
Matthäus legt alle Aufmerksamkeit auf das Gespräch zwischen Jesus und den beiden.
Alle Einzelheiten der Heilung läßt er weg.
Warum läßt Matthäus alle Einzelheiten der Heilung?
Was will er denn betonen?
So wird ganz deutlich, welchen Anteil an der Heilung der Glaube hat.
Der Glaube wird schon deutlich, wie die beiden Jesus anreden: Sohn Davids!
(Anfang des Mt-Evgl. „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes David, des Sohnes Abrahams“.)
Und in der Bitte: Hab Erbarmen mit uns!
Und was tut Jesus?
Jesus antwortet einem solchen Glauben. Er geht darauf ein.
Ähnlich wie bei einer Heilungsgeschichte, ebenfalls im Mt-Evgl.
Der heidnische Hauptmann von Kafarnaum bittet um Heilung für seinen gelähmten Diener, der zu Hause lag und große Schmerzen hatte.
Jesus sagte: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund…. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.“ (Mt 8,10)
Die Heilung geschieht durch den Willen Jesu und durch das Wort Jesu.
Aber der Glaube ist dafür die notwendige Voraussetzung.
Warum? Damit Jesus überhaupt das Wunder tun kann.
Er ist ja nicht als Wunderdoktor oder als Zauberer oder als ein okkulter Heiler gekommen.
Sondern er ist gekommen, um den Menschen etwas zu sagen. Was?
Dass die Herrschaft Gottes nahe ist.
Gott will sich offenbaren.
Ob er es kann, das hängt von den Menschen ab.
Frage:
Gibt es eine Verbindung zwischen Lesung und Evangelium?
Und warum hören wir diese nun im Advent?
„Die Blinden, die in Dunkel und Finsternis waren, werden sehen“, das ist die Verheißung der Propheten für die Endzeit.
Die Endzeit sollte anbrechen mit dem Kommen des Messias aus dem Haus David.
Was hier beschrieben wird, das hat schon begonnen.
Wieso?
Die Blinden riefen: Jesus, Sohn Davids.
Der Messias ist also gekommen.
Der Heilige Geist ist schon gekommen.
Jesus zeigt durch seine Werke, dass er es ist, den Israel erwartet.
Jesus hat uns erlöst. Er hat uns die Augen geöffnet für Gottes Herrlichkeit.
Die Endzeit hat begonnen. Wir leben in der Endzeit.
Wohlgemerkt: die Endzeit. Nicht die Voll-Endung. Die ist noch nicht da. Die steht noch aus.
Das merken wir ja in der ganzen Welt und in unserem persönlichen Leben: wie viel Unvollendetes es da noch gibt.
So leben wir in einer Spannung:
Einerseits: wir sehen und glauben, daß der Messias Jesus gekommen ist, die Situation grundsätzlich verändert hat. Von unserer erbsündlichen Todverfallenheit und Gottlosigkeit dazu hin, dass er für uns das Tor des Himmels geöffnet hat.
Andererseits: dass die Vollendung eben noch nicht da ist. Diese erwarten wird, aber eben nicht als eine Erfüllung von paradiesischen Zuständen hier auf der Erde, sondern als eine unvorstellbare Fülle, von der uns das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes eine Bild zeichnet.
Und diese Zukunft können wir nicht machen, sondern nur von Gott her entgegennehmen. Und er wird es tun. Das ist sein Werk.
Und dieses Werk fällt zusammen mit der Wiederkunft Jesu Christi bei der Vollendung der Zeiten.
Und der Advent macht uns genau dieses Geheimnis bewusst.
Dass es da einen gibt, der auf uns zukommt und der unsere Zukunft ist.
Wir Christen haben Zukunft.
Weil Christus auf uns zukommt.
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