Posts mit dem Label Barmherzigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Barmherzigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 21. September 2026

unsere Gedanken und Wege und die Gedanken und Wege Gottes

 

Predigt im Konventamt St. Ottilien am 25. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Am 20. September 2026

Liebe Brüder und Schwestern,

was Sie jetzt hören, das ist keine KI-generierte Predigt.

Vor einigen Wochen hatte ich mit der Vorbereitung dieser Predigt begonnen, indem ich die biblischen Texte las und fragte: Jesus, was willst du den Leuten sagen, die an diesem Sonntag zur Heiligen Messe kommen? Was möchtest du, dass ich predige? Und dann kamen mir schon die Gedanken, Eindrücke, Überlegungen…

Und Vorgestern am Freitag haben wir hier in unserer Konventmesse vom Zelebranten gehört: Wir sollen oder dürfen Propheten sein.

Da dachte ich: ach, das passt ja.

Ich behaupte nicht, dass das, was ich Ihnen vortrage, Eins zu Eins die Worte vom Himmel seien. Das wird wohl auch kein anderer Prediger behaupten, der heute in Deutschland und anderswo predigt.

Also Jesus oder Gott-Vater könnte uns heute sagen:

Zur ersten Lesung

Ich stelle alles auf den Kopf.

Ich habe andere Maß-Stäbe und andere Begriffe: andere Gedanken und andere Pläne und eine andere Gerechtigkeit.

Und daher kommen viele eurer Probleme: dass ihr euch zu sehr auf eure menschliche Wirklichkeit bezieht und manchmal auch begrenzt.

Ihr fixiert euch auf eure begrenzte menschliche Realität.

Das ist zunächst mal gut als Ausgangspunkt, aber mehr auch nicht.

Ich wünsche euch, dass ihr euch öffnet.

Ihr steht auf eurem Standpunkt, das ist ok.

Aber dann öffnet euch,

schaut über eure Grenzen hinaus, in die Weite und in die Höhe.

Es gibt noch Mehr und Anderes, was ihr noch nicht in den Blick genommen habt.

Ich will euch die Geheimnisse meines Herzens offenbaren.

Wenn sich Gedanken anbieten, die euch stören, und wenn sich Wege auftun, die euch verwirren, dann muss das nicht gleich bedeuten, dass da der böse Feind am Werk ist.

Das kann nämlich auch bedeuten, dass ihr in ein falsches Denken gekommen seid, und dass ihr nur euren ausgetretenen Wegen weiterhin folgen wollt.

Dann störe ich mit meinen Gedanken und mit meinen Wegen – und das ist immer und nur Barmherzigkeit.

Zur zweiten Lesung

Paulus ist im Gefängnis und er muss mit seiner Verurteilung zum Tode rechnen.

Er kann sich zwei Möglichkeiten wünschen.

1 eine Verlängerung seines Lebens, dann kann er noch missionarisch und pastoral wirken.

2 er kann sich den Tod wünschen, dann wäre er bald beim Herrn.

Und er weiß nicht, was das Bessere ist.

Was hat das mit uns zu tun? (Und auch der jetzt folgende Gedanke kam mir im Gebet)

Diese Alternativen und diese Entscheidungen tragen wir alle in uns. Nicht immer in dieser Dramatik, aber doch abgestuft in unseren Entscheidungen in den unzähligen Situationen des Alltags.

Und hier liegt das Problem.

Weil wir uns keine Rechenschaft geben über die Qualität dieser vielen kleinen Einzel-Entscheidungen und auch nicht über die Richtung, die wir damit unserem Leben geben. Da könnten wir auch mal in die falsche Richtung gehen.

Zum Evangelium

An einem anderen Tag meiner Vorbereitung habe ich gebetet: Jesus, wenn das, was ich bis jetzt geschrieben habe, stimmig ist: Was willst du dann durch dieses Evangelium den Leuten sagen?

Dann hörte ich: Sag ihnen: Hier könnt ihr sehen, wie sehr meine Gedanken von euren Gedanken verschieden sind.

Ihr erwartet Gerechtigkeit nach euren Maßstäben.

Aber ich gehorche nicht euren Maßstäben.

Und ich gehe auch nicht auf euren Wegen.

Durch diese Verschiedenheit kommen die Probleme, nämlich dann, wenn ihr an euren Gedanken und Wegen festhaltet, auch und sogar gegen meine Offenbarung.

Das ist das Geheimnis meines Herzens: Ich gebe jedem nur das und alles das, was er braucht, um sein zeitliches Glück und das ewige Heil seiner unsterblichen Seele zu erlangen.

Darum bitte ich dich: Sei dir nicht allzu sicher, ob du immer noch auf dem richtigen Weg bist.

Sei dir nicht allzu sicher, ob deine Gedanken immer noch in die Richtung meines Denkens gehen.

Ich bitte dich: Schau gelegentlich in die Weite und in die Höhe.

Diejenigen, die sich im letzten Augenblick bekehren, haben den gleichen Anteil am Himmel wie jene, die schon lange nach dem Himmel gestrebt haben.

Das ist für viele von euch ein großes Problem.

Eure menschlichen Maß-Stäbe sind hinfällig.“

In einem Bibelgespräch erklärte ich dieses Evangelium. Als extremes Beispiel für die Barmherzigkeit Gottes nannte ich die Möglichkeit, dass sich Hitler, Stalin, Nero im letzten Augenblick ihres Lebens bekehren konnten und sie dann gerettet seien.

Da machte eine Person folgende Aussage: „Wenn der Hitler im Himmel ist, dann will ich nicht im Himmel sein.“

Das ist der Neid des älteren Bruders aus dem Lukas-Evangelium, der die Barmherzigkeit des Vaters für den jüngeren Bruder nicht ertragen kann.

Das ist der Trotz, die Rebellion, die Depression des Jona. Er hatte nach göttlichem Befehl der sündhaften Stadt Ninive die Strafe der Zerstörung angedroht. Daraufhin bekehrten sich die Niniviten. Gott verschonte die Stadt. Der Prophet war blamiert und beschwerte sich bei Gott über dessen Barmherzigkeit.

Das ist die Frage des Gutsherrn aus dem Evangelium: Bist du neidisch, weil ich gut bin?

Was könnte der Herr uns heute sagen?

Es ist absolut wahr: meine Wege und meine Gedanken unterscheiden sich von euren Wegen und von euren Gedanken.

Und wenn ihr diesen Unterschied nicht erkennt und nicht akzeptiert, dann schafft ihr euch Probleme, die ihr eigentlich gut vermeiden könnt.

Die Wirklichkeit, die Realität funktioniert nicht nach euren Gesetzen und Regeln, die ihr für euch geschaffen und oft auch nur zurechtgelegt habt.

Sondern die Wirklichkeit und die Realität funktionieren nach meinen Gesetzen, die ich in der Schöpfung festgelegt habe.

Wenn ihr Gesetze schafft, die nicht meinen Gesetzen folgen oder sogar im Widerspruch zu meinen Gesetzen stehen, dann schafft ihr für euch das Chaos.

Schaut euch doch um in eurer Welt, wie es da zugeht.

Darum habe ich durch meinen Propheten Jeremia euch eingeladen, mich zu suchen, solange ich zu finden bin, und mich anzurufen, solange ich noch nahe bin.

Es ist der Wunsch meines Herzens, dass alle meine Menschenkinder ihre falschen Wege verlassen und ihre gottlosen Pläne aufgeben und zu mir kommen. Weil ich groß bin im Erbarmen.

Donnerstag, 9. November 2017

Weg und Ziel
Predigt zum 15. Sonntag im JK – LJ A – Jakobsberg, 16.7.2017

1. Lesung: Jesaja 55,10-11
2. Lesung: Römer 8,18-23
Evangelium: Mt 13,1-23

Der Weg ist das Ziel
Klingt gut, ist aber ein Irrtum
Weg ist Weg, und Ziel ist Ziel.
Der Weg ist verschieden vom Ziel,
und das Ziel ist verschieden vom Weg.
Es gibt viele kleine Ziele: morgens aus dem Haus, Ziel: Arbeitsplatz, Schule, Einkaufen. Für heute früh war ihr Ziel der Jakobsberg.
Zurück: Ziel: zu Hause.
Es gibt große Ziele: Urlaubsziele, Verkaufsziele, Steigerung der Produktivität oder der Gewinne
noch größere Ziele: Lebensziele.
Da wird es interessant.
Was ist Ihr Lebensziel? Wofür leben Sie?

Tagesgebet: Gott, du bist unser Ziel.
Wieso? Warum?
Weil ER sich zu unserem Ziel gemacht hat.
Das ist also sein Angebot, seine Ziel-Vorgabe.
Und dann sind wir am Zuge:
Wir haben die Freiheit, unseren Lebensweg auf dieses Lebens-Ziel, auf unseren Schöpfer und Vollender, hin auszurichten und zu gestalten.
Und wir haben die Freiheit, so zu tun und so zu leben, als gäbe es dieses Ziel nicht. Und es sind ja nicht wenige, die so für sich entschieden haben. Vor vielen Jahren: Statistik: fast 50 % der Christen glauben nicht an die Auferstehung der Toten, rechnen nicht mit einem Ewigen Leben. Erfahrung: Praktikum im Altenheim.
Diese Lebenseinstellung, diese Entscheidung könnte sich als ein verhängnisvoller Irrtum erweisen.
Aber so weit müssen wir nicht gehen,
so dramatisch muß es nicht kommen.
Es gibt die vielen kleinen Irrtümer im Alltag.
Wir alle können uns doch mal irren.
Irren ist menschlich. – Eben.
Und darum unternimmt Gott etwas.
Wiederum TG. Zwei Aktionen, Handlungen:
1.     Du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit.
2.     Und du führst sie auf den rechten Weg zurück.

Und wie tut er das? Dazu viele Möglichkeiten.
Am deutlichsten: jetzt in dieser Heiligen Messe. In den Lesungen / im Evangelium hat er zu uns gesprochen. Dein Wort ist Licht und Wahrheit, es leuchtet uns auf allen unsern Wegen.
Im Evangelium haben wir gehört, welches Schicksal dem Wort Gottes bestimmt ist. Dreifach scheitert es, und einfach kommt es zum Ziel.
Und das geschieht ja nicht irgendwie und irgendwo. Das sind ja nicht immer und nicht nur die anderen. Sondern das sind ja Bilder für unsere persönlichen Situationen:
-         Unsere Verschlossenheit dem Wort Gottes gegenüber.
-         Unsere Oberflächlichkeit.
-         Unser Nicht-hinhören.
-         Aber auch die Offenheit unseres Herzens, unsere Aufnahmebereitschaft.
Und so kommt das Wort Gottes doch zum Ziel und erreicht, was es sagt (Erste Lesung Jesaja).
aber nicht automatisch. Gott vergewaltigt uns nicht.
Er bittet um unsere Antwort, um unser Mittun.
Ok. So haben wir uns für eine christliche Lebensführung entschieden.
Und wiederum: nicht immer so konsequent, oft durchsetzt mit Bequemlichkeit, Verweigerung, nicht-hinhören, Verschlossenheit.
Und darum bitten wir: Gib allen, die sich Christen nennen (und das sind wir), also: gib uns die Kraft zu meiden, was diesem Namen widerspricht und zu tun, was unserem Glauben entspricht.

Die Kriterien sind: der Christen-Name und unser Glaube.
Und wie oft bleiben wir dabei auf der Strecke!
Mal mehr, mal weniger. Darum bitten wir am Beginn jeder Eucharistiefeier um Vergebung unserer Sünden. Und wenn wir mal schwer gesündigt haben, dann bietet Gott uns das Sakrament der Versöhnung an: die Beichte, jener wunderbare Quell der unerschöpflichen Barmherzigkeit Gottes.
Und dann bietet der Herr uns die eucharistische Speise: die Wegzehrung, wie man früher sagte.
Darum feiern wir sonntags die hl. Messe.
Weil wir diese Gnadenhilfen brauchen.

So können wir auf dem Weg bleiben, der uns zu unserem ewigen Lebensziel führt.

Montag, 8. Februar 2016

Liebe Freunde,​
Auf Wunsch von Papst Franziskus, wurden die Reliquien der zwei franziskanischen Heiligen Pater Pio (San Giovanni Rotondo) und Pater Leopold Mandic (Padua) aus Anlass des Außerordentlichen Jahres der Barmherzigkeit nach Rom überführt.
Die Gegenwart der Reliquien dieser Heiligen ist ein kostbares Zeichen der Barmherzigkeit Gottes, wie sie sich durch die Priester in der Spendung des Beichtsakramentes den Menschen zudient, welche die Barmherzigkeit Gottes suchen.
Die Reliquien waren in der Kirche San Salvadore in Lauro und wurden dann in die Basilika S. Pietro im Vatikan überführt. Sie verbleiben hier bis zum 11. Februar, danach kehren sie an ihren Ort zurück.
Am Freitag, 5. Febr., hatte ich Gelegenheit, in Gegenwart der zwei franziskanischen Heiligen (sowohl in der Kirche San Salvador in Lauro wie auch während der Prozession der Überführung der Reliquien nach S. Peter und dann dort) für Sie und alle Ihre Anliegen zu beten. Ich habe Sie nicht vergessen.


Samstag, 1. August 2009

Unsere Sünden sind für Gott attraktiv

Am Dienstag, 28. Juli 2009, hielt ich in der Hl. Messe bei den Exerzitien in Illerberg eine Predigt. Dabei bezog ich mich auf die Lesungen des Tages vom Donnerstag der 17. Woche im Jahreskreis (Lesung: Ex 33,7-11;34,4b.5-9.28; Evangelium: Mt 13,36-43). Ich referierte die Geschichte des Mose, seinen Mord an den ägyptischen Fronaufseher, seine Flucht und seine Berufung. In diesem Kontext rutschte mir das Wort heraus: "Unsere Sünden sind für Gott attraktiv."
Attraktiv, das heißt: anziehend. Gott wird von unseren Sünden angezogen. Er kann unser selbstverschuldetes Elend nicht länger mit ansehen. Es bewegt seine Barmherzigkeit. Er kommt auf uns zu. Er in seinem fleischgewordenen Wort gibt sich drein in unser Elend. Er sucht das verlorene Schaf, die verlorene Drachme, sieht von weitem den heimkehrenden Sohn, wird von Mitleid gerührt, läuft ihm entgegen, fällt ihn um den Hals und küsst ihn (Lukas 15).
So ist und handelt Gott.
Gott sei Dank.