Gebet zur Weihe der Witwen in der liturgischen Fassung, mit:
-
heilsgeschichtlicher Anamnese (AT und NT),
-
kirchengeschichtlicher Entfaltung,
-
eucharistischer Nahtstelle („Darum bitten wir dich:“),
-
epikletischer Dreigliederung,
-
doxologischem Abschluss,
-
dreifach gesungenem Amen.
Weihegebet zur Consecratio Viduarum
Lasst uns beten.
Gott, du treuer und barmherziger Vater,
du Ursprung allen Lebens
und Vollender aller Berufung,
du bleibst derselbe in Ewigkeit
und führst dein Volk durch die Zeiten.
Du hast den Menschen in Liebe erschaffen
und Mann und Frau verbunden
im Bund der Ehe.
Du hast ihre Gemeinschaft gesegnet
und ihre Treue gestärkt.
Wenn aber der Tod die Ehe löst,
bleibt deine Treue bestehen.
Was vor Menschen endet,
wird vor dir verwandelt.
Schon im Alten Bund
hast du Witwen nicht verlassen.
Du hast Rut aus Moab geführt,
die in Treue bei Noomi blieb
und im Vertrauen auf dich
eine neue Heimat fand.
Du hast Judit gestärkt
zu Mut und entschlossenem Handeln,
damit sie dein Volk rettete
und deine Macht offenbarte.
Du hast die Witwe von Sarepta geprüft
und ihren Glauben belohnt,
als sie dem Propheten Elija vertraute
und das Wenige teilte, das sie besaß.
Du hast das Opfer der armen Witwe gesehen,
die alles hingab, was sie zum Leben hatte,
und sie vor allen gerühmt.
Du hast Hanna im Tempel erhalten,
die im Gebet verharrte
und die Erlösung Israels erwartete.
In deiner Kirche
hast du die Berufung der Witwen bewahrt.
Du hast sie versammelt
zum Dienst des Gebetes,
zur Fürbitte für dein Volk
und zum Zeugnis der kommenden Welt.
Du hast Tabita verherrlicht
durch ihre Werke der Barmherzigkeit.
Du hast Monika gestärkt
durch ihre Tränen, ihre Geduld
und ihre unerschütterliche Hoffnung.
Du hast in der Kirche Roms
heilige Witwen berufen:
Marcella, die dein Wort erforschte
und andere im Glauben unterwies;
Paula, die Besitz und Heimat verließ,
um dir in Armut zu folgen;
Lea, die im Verborgenen lebte
und in Askese und Demut
reiche Frucht brachte.
Du hast Elisabeth von Thüringen geführt,
die nach dem Verlust ihres Gatten
Armut wählte und den Kranken diente
und in tätiger Liebe
dein Erbarmen offenbarte.
Du hast Elisabeth von Portugal geführt,
die als Witwe Buße tat,
Frieden stiftete und die Not der Armen linderte
und inmitten der Welt
Zeugin deiner Versöhnung wurde.
Du hast Francesca von Rom geführt,
die als Witwe im Weltstand
Gebet und Dienst verband,
andere geistlich leitete
und deiner Kirche neue Wege erschloss.
Du hast viele Witwen gerufen,
deren Namen vor dir geschrieben stehen,
die getragen haben, was niemand sah,
und deren Leben deiner Kirche Halt gegeben hat
und bis heute
Frucht trägt in deinem Volk.
Du hast in all diesen Frauen gezeigt,
dass Witwenschaft vor dir
kein Ende, sondern Berufung ist,
kein Verlust ohne Verheißung,
sondern ein neuer Dienst
für deine Kirche und für die Welt.
Darum bitten wir dich:
Sende auf diese deine Dienerin
den Geist deiner Heiligkeit
und erfülle sie mit der Kraft deiner Gnade,
damit sie dir wohlgefalle
in Treue und lauteren Herzens
und standhaft bleibe
in der Hoffnung auf deine Verheißungen.
Heilige ihre Witwenschaft,
verwandle ihre Einsamkeit in Fruchtbarkeit des Gebetes
und mache ihr Leben zu einem Dienst der Liebe
für deine Kirche und für alle, die deiner Hilfe bedürfen.
Lass sie in ihrer Berufung
ein Zeichen der kommenden Welt sein,
ein Zeugnis der Auferstehung
und eine lebendige Erinnerung daran,
dass du allein die bleibende Hoffnung bist.
Darum stärke sie in deinem Geist
und vollende in ihr, was du begonnen hast.
Durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
Amen.
Amen.