1.
Witwenschaft ist im Licht des Glaubens kein bloßer Verlustzustand, sondern eine von Gott eröffnete neue Berufung innerhalb der Kirche.
2.
Der Tod des Ehepartners beendet die sakramentale Ehe, doch er öffnet einen geistlichen Raum, in dem Treue, Gebet, Dienst und Hoffnung in neuer Weise Gestalt gewinnen können.
3.
Von Rut bis Francesca Romana, von der namenlosen armen Witwe bis zu den geistlich gebildeten Frauen Roms zeigt die Heilsgeschichte, dass Witwen Trägerinnen kirchlicher Fruchtbarkeit, Fürbitte, Diakonie und geistlicher Autorität sein können.
4.
Die Weihe der Witwe – als Sakramentalie – bestätigt nicht eine vergangene Bindung, sondern heiligt die gegenwärtige Lebensform und stellt sie ausdrücklich in den Horizont der Auferstehung.
5.
So wird Witwenschaft zu einem Zeichen der kommenden Welt: zu einem stillen, aber wirksamen Zeugnis dafür, dass Christus selbst die bleibende Treue, die letzte Hoffnung und der eigentliche Bräutigam seiner Kirche ist.
Ergebnis
Witwenschaft nicht als Defizit, sondern als neue Berufung im österlichen, ekklesialen, eschatologischen Horizont.
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