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Mittwoch, 11. Februar 2026

 

Gebet zur Weihe der Witwen in der liturgischen Fassung, mit:

  • heilsgeschichtlicher Anamnese (AT und NT),

  • kirchengeschichtlicher Entfaltung,

  • eucharistischer Nahtstelle („Darum bitten wir dich:“),

  • epikletischer Dreigliederung,

  • doxologischem Abschluss,

  • dreifach gesungenem Amen.

Weihegebet zur Consecratio Viduarum

Lasst uns beten.

Gott, du treuer und barmherziger Vater,
du Ursprung allen Lebens
und Vollender aller Berufung,
du bleibst derselbe in Ewigkeit
und führst dein Volk durch die Zeiten.

Du hast den Menschen in Liebe erschaffen
und Mann und Frau verbunden
im Bund der Ehe.
Du hast ihre Gemeinschaft gesegnet
und ihre Treue gestärkt.

Wenn aber der Tod die Ehe löst,
bleibt deine Treue bestehen.
Was vor Menschen endet,
wird vor dir verwandelt.

Schon im Alten Bund
hast du Witwen nicht verlassen.

Du hast Rut aus Moab geführt,
die in Treue bei Noomi blieb
und im Vertrauen auf dich
eine neue Heimat fand.

Du hast Judit gestärkt
zu Mut und entschlossenem Handeln,
damit sie dein Volk rettete
und deine Macht offenbarte.

Du hast die Witwe von Sarepta geprüft
und ihren Glauben belohnt,
als sie dem Propheten Elija vertraute
und das Wenige teilte, das sie besaß.

Du hast das Opfer der armen Witwe gesehen,
die alles hingab, was sie zum Leben hatte,
und sie vor allen gerühmt.

Du hast Hanna im Tempel erhalten,
die im Gebet verharrte
und die Erlösung Israels erwartete.

In deiner Kirche
hast du die Berufung der Witwen bewahrt.

Du hast sie versammelt
zum Dienst des Gebetes,
zur Fürbitte für dein Volk
und zum Zeugnis der kommenden Welt.

Du hast Tabita verherrlicht
durch ihre Werke der Barmherzigkeit.

Du hast Monika gestärkt
durch ihre Tränen, ihre Geduld
und ihre unerschütterliche Hoffnung.

Du hast in der Kirche Roms
heilige Witwen berufen:
Marcella, die dein Wort erforschte
und andere im Glauben unterwies;
Paula, die Besitz und Heimat verließ,
um dir in Armut zu folgen;
Lea, die im Verborgenen lebte
und in Askese und Demut
reiche Frucht brachte.

Du hast Elisabeth von Thüringen geführt,
die nach dem Verlust ihres Gatten
Armut wählte und den Kranken diente
und in tätiger Liebe
dein Erbarmen offenbarte.

Du hast Elisabeth von Portugal geführt,
die als Witwe Buße tat,
Frieden stiftete und die Not der Armen linderte
und inmitten der Welt
Zeugin deiner Versöhnung wurde.

Du hast Francesca von Rom geführt,
die als Witwe im Weltstand
Gebet und Dienst verband,
andere geistlich leitete
und deiner Kirche neue Wege erschloss.

Du hast viele Witwen gerufen,
deren Namen vor dir geschrieben stehen,
die getragen haben, was niemand sah,
und deren Leben deiner Kirche Halt gegeben hat
und bis heute
Frucht trägt in deinem Volk.

Du hast in all diesen Frauen gezeigt,
dass Witwenschaft vor dir
kein Ende, sondern Berufung ist,
kein Verlust ohne Verheißung,
sondern ein neuer Dienst
für deine Kirche und für die Welt.

Darum bitten wir dich:

Sende auf diese deine Dienerin
den Geist deiner Heiligkeit
und erfülle sie mit der Kraft deiner Gnade,

damit sie dir wohlgefalle
in Treue und lauteren Herzens
und standhaft bleibe
in der Hoffnung auf deine Verheißungen.

Heilige ihre Witwenschaft,
verwandle ihre Einsamkeit in Fruchtbarkeit des Gebetes
und mache ihr Leben zu einem Dienst der Liebe
für deine Kirche und für alle, die deiner Hilfe bedürfen.

Lass sie in ihrer Berufung
ein Zeichen der kommenden Welt sein,
ein Zeugnis der Auferstehung
und eine lebendige Erinnerung daran,
dass du allein die bleibende Hoffnung bist.

Darum stärke sie in deinem Geist
und vollende in ihr, was du begonnen hast.

Durch Christus, unseren Herrn.

Amen.
Amen.
Amen.

Montag, 17. Juni 2019

Predigt Pfingstvigil, Heilig-Geist-Kirche München am 8. Juni 2019


Predigt Pfingsten, Am Vorabend (LJ A, B, C)
Heilig-Geist, München (8. Juni 2019),
Erste Lesung (Joel 3,1-5: ist Folge der drei vorhergehenden Lesung von Gen, Ex, Ez)
-         Gen: alle Völker Einheit, aber gegen Gott gewandt. Symbol dafür Turm, Rebellion. Die Folge: Spaltung, Zerstreuung.
-         Ex: aus den zerstreuten Völkern hat Gott ein Volk auserwählt, um es zu heiligen. Soll Zeuge der Heiligkeit Gotte sein. Gott offenbart Israel seine Berufung und schließt Bund. Israel antwortet und kann Gott entgegenziehen. Das erste Pfingsten in der Wüste: Fest des Bundes, hat Israel zum Zeugen der Heiligkeit Gottes bestimmt. Das ist seine Berufung.
-         Ez: Israel hat Bund nicht gehalten, nun im Exil, wie in einem Grab. Aber Gott hat Israel nicht verlassen. Gott beruft einen Propheten, seine dreifache Aktivität:
o   Zum Totengebein sprechen
o   Zum Geist sprechen
o   Zum wiederhergestellten Israel sprechen
Joel 3,1-5 ist eine kosmische Relecture von Ez 11,19. Unversale Ausgießung des Geistes. Petrus zitiert Joel (Apg 2,17-21) in seiner Pfingstpredigt:
-         Erneuerung der kosmischen Ausgießung
-         Beginn der endgültigen Zeiten (Apg 2,17)
-         Eine Veränderung: Name Jahwe (Joel 3,5) – jetzt Name Jesu (Apg 2,21)

Zweite Lesung (Römer 8,22-27)
1.     In Röm 5,5 (die zukünftige Herrlichkeit ist größer als die gegenwärtige Bedrängnis)
2.     In Röm 8,22-27 werden nun die Argumente dafür gebracht
3.     die liturgische Lesung nennt zwei:
a.      das Seufzen in unserem Herzen (23-25)
b.     das Seufzen des Geistes (26-27)
4.     unser Seufzen zeigt,
a.      dass wir jetzt schön die Anfänge des Geistes besitzen (V. 23)
b.     dass der Geist in uns handelt, um den Plan Gottes zur Vollendung zu führen (V. 27)

Evangelium (Joh 7,37-39)
1.     Laubhüttenfest, Erntefest, Tempel, Jerusalem
2.     Morgens, Priester gingen zur Quelle vom Schiloach, schöpften Wasser, in einer goldenen Kanne in den Tempel getragen.
3.     Jesus beobachtete die Szene, wendet sich an die Menge und ruft ihnen zu: Wer Durst hat, komme zu mir. Wie im AT: die Weisheit ruft: … Spr 9,1-6; Sir 24,19-21; 51,23-25. Jesus wiederholt den Ruf der Weisheit)
4.     Dann seine Verheißung. Die Verheißung Jesu: aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.
a.      Samariterin: 4,14
b.     Brotrede in Synagoge Kafarnaum: Wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben (6,35)
5.     Dann Kommentar vom Evangelisten Johannes: Damit meinte er den Geist, den allem empfangen sollten, die an ihn glauben; denn er Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. Joh 7,39
6.     Die Verherrlichung Jesu war seine Kreuzigung (und umgekehrt), Joh 19,30: neigte sein Haupt und gab den Geist!
7.     Denn er, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt (Joh 3,34).
8.     Am Ostertag: Empfanget den Heiligen Geist (Joh 20,22)



Liturgie, in 50 Tagen täglich Lesung aus Apg, Joh, sonntags: Offb. Kirche lädt ein:
·        meditieren über die Gegenwart Jesu Christi in seiner Kirche
·        über die Gabe des Heiligen Geistes
·        über die Kirche als Zeichen und Ankündigung des neuen Lebens, geboren aus dem Ostergeheimnis
Heute Pfingsten: Lesung (Apg) und Evangelium (Johannes) berichten von demselben Ereignis, obwohl mit verschiedenen literarischen Zugängen und unter verschiedenen theologischen Aspekten: sie präsentieren die neue Realität der Kirche: Frucht der Auferstehung und der Gabe des Geistes
1.     Pfingsten hat kein Ende, geht weiter in Kirche. Alle Situationen, auch Krise
·        Jeder Christ lebt unter dem Einfluss des Heiligen Geistes (Taufe, Firmung)
·        Der Heilige Geist bestätigt unseren Glauben, Hoffnung, Liebe (jedesmal Eucharistiefeier)
·        Euch. HOCHGEBET: Epiklese, Intervention des Heiligen Geistes
o   Über Brot und Wein
o   Über uns
·        Bei der Priesterweihe, Epiklese, damit der Geweihte die Vollmacht erhält, Christus und sein Heilswerk in den Sakramenten gegenwärtig zu setzen
·        Bei der Ehe: er gibt den Eheleuten die Kraft der Treue, die gegenseitige Einheit, in der Abbild der Einheit zwischen Christus und der Kirche
·        Wir sind immer imprägniert von der Kraft des Heiligen Geistes
·        Es gibt keinen Moment in unserem christlichen Leben, da wir nicht unter dem Einfluss des Heiligen Geistes stehen
·        Das kann Folgen haben, auch unangenehme:
o   Die britische Regierung hat eine Studie veröffentlicht, die zu folgendem Ergebnis: „In manchen Regionen kommt das Ausmaß und die Natur der Verfolgung der internationalen Definition eines Völkermordes gleich, wie sie von den Vereinten Nationen festgelegt worden ist.“
o   Im Nahen Osten droht dem Christentum die völlige Auslöschung, da immer mehr Gläubige getötet oder zur Flucht gezwungen werden.
o   In Palästina machen die Christen nur noch 1,5 % an der G.Bevölkerung aus.
o   Irak: 2013: 1,5 Millionen Christen, heute weniger als 120.000.
o   Nicht nur die geographische Ausbreitung der Christenverfolgung hat zugenommen, sondern auch die Härte der Verfolgung.
o   Christenverfolgung gibt es nur da, wo zwei Faktoren aufeinandertreffen:
§  Einerseits: Menschen, die Jesus Christus und die Kirche lieben
§  Andererseits: Menschen, die Christus und das Evangelium hassen

2.     Problem: Der Geist ist da - sakramental, aber er darf nicht da-sein – existentiell
·        Die Priestergenerationen seit den 60er Jahren, säkularisierte Theologie, ausgedünntes Glaubensleben, laxe Moral
·        Vernachlässigung der Katechese
·        Die vielen Getauften, die nominellen Christen, keine Glaubenseinführung
·        Die Gefirmten. Bleiben weg.
·        Die Eheleute. Kein sakram. Leben, kein Gebet, keine Vergebung: Trennung
·        Bis 2060 verliert Kirche 48 % der Mitglieder.
o   19 % durch demographische Entwicklung (mehr Sterbef. als Taufen)
o   29 % durch Austritte, Rückgang der Taufzahlen,
§  Ein Drittel der Männer  und jede fünfte Frau verlassen ihre Kirche bis zum 31. Lebensjahr.
§  In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen verliert die Kirche die meisten Gläubigen

3.     Lösung: persönliche Entscheidung für Gott, Tauferneuerung, MB.
·        Taufe in der Osternacht, Tauferneuerung: d.h. Erneuerung es Taufversprechens, persönliche Entscheidung für die Taufe, Annahme der Taufgnade, Gabe des Hl. Geistes
·        Aber: ein Ritus, der nicht erklärt wird, sondern einfach abläuft.
·        Das Messbuch sieht die Möglichkeit vor, in der Osterzeit das Taufversprechen zu erneuern. Heute ist der letzte Tag der Osterzeit.
·        Wir können heute unser Taufversprechen erneuern.
·        Zwei Dimensionen
o   Negativ: dreifache Absage: Satan, Bosheit, Verlockungen
o   Positiv: dreifache Glaubenszusage
·        Fragen im Plural. Aber Antwort im Singular