Sonntag, 30. Juni 2019

Predigt Dreifaltigkeit C, 16. Juni 2019, Kneipp-Kurheim St. Josef, Bad Wörishofen


Dreifaltigkeit LJ C,
16. Juni 2019,
Kneipp-Kurheim St. Josef, Bad Wörishofen

Erste Lesung (Spr 8,22-31)
·        Die Weisheits
·        Im Grunde Christus. Paulus: Gottes Kraft und Gottes Weisheit
·        Nicht nur eine Rolle in Zeit und Raum, sondern darüber hinaus
o   Ein Erstes und Letztes
o   In dem alles seinen Ursprung, Sinn, Ziel, Vollendung findet
·        Wenn wir das so sehen, dann hat Gott schon immer an uns gedacht: un-unterbrochen, von Ewigkeit. Der Mensch im Zentrum
·        Indem Gott sich offenbart, offenbart er uns, was wir sind:
o   Weise, Schöpfung, weil seine Weisheit in uns.
o   Liebenswürdig, weil seine Liebe in uns.
·        Alles Geschaffene hat seine Bedeutung von Gott her.
o   Durch Christus
o   Im Blick auf Christus
o   Weisheit, Schönheit, Güte, Dynamik in den Digen, im Universum, in Institutionen, Wissenschaften, Künsten, in irdischen Wirklichkeiten, im Menschen, in Geschichte… alles das Zeichen für Christus. Und Weg zu ihm.
·        Aber, heute: unsere Fähigkeiten, Gott zu erkennen, sind blockiert.
o   Wissenschaft und Technik: wollen erklären, werden nicht mehr als Gaben erkannt. Oft gegen Gott gebraucht
·        Darum: Fähigkeit zum Staunen, Kontemplation, den religiösen Sinn neu entwickeln.
·        Antwortpsalm
Zweite Lesung (Röm 5,1-5)
·        Bedrängnis, nicht nur damals in Rom
·        Soz. Benachteiligung, rel. Verfolgung, Marginalisierung
·        Römer damals, Christen heute
·        Wir brauchen Hoffnung
·        Diese Hoffnung haben wir in Christus. Gott hat uns gerechtfertigt,
·        das Werk der Befreiung, Wiederherstellung, nicht mehr zu erhoffen, weil schon geschehen.
·        Beeinflusst unsere Zukunft
·        Zeichen, Früchte dafür: Friede und Gnade. Das ist noch nicht alles.
·        Produziert eine neue Art von Hoffnung: Hoffnung auf totale und definitive Befreiung.
·        Keine vage Hoffnung. Sondern sichere Hoffnung. Gott hat Garantie gegeben: Die Liebe Gottes IST ausgegossen in unsere Herzen…
·        Dynamik der Offenbarung Gottes:
o   Gott hat sich total engagiert für unsere Erlösung
o   Die drei göttlichen Personen haben sich eingebracht
o   Drei Aspekte, Modalitäten, diverse Unterschiede: Schöpfung, Erlösung, Heiligung
o   Für EIN Werk in seiner Einheit, wie Gott der EINE ist.
·        Der dreifaltige Gott offenbart sich, damit wir erkennen, was die drei Personen für uns getan haben.
Evangelium (Joh 16,12-15)
·        Die Apostel sind traurig. Jesus ist im Begriff, zu gehen.
·        Sie sind mehr beeindruckt vom Abschied, und weniger von dem, was er ihnen beim Abendmahl gesagt hat.
·        Sie wissen um das WARUM und um den SINN des Verlassens
·        Jesus erklärt:
o   Eine Transformation
o   Kein Abschied
o   Eine Manifestation seiner neuen Gegenwart
o   Kein Verbergen
o   Der Jesus, der geht, ist der Jesus, der vom Vater den Geist sendet.
o   Der Geist ist die permanente Präsenz Jesu
o   Der Geist bezeugt, dass Jesus immer präsent ist uns handelt.
o   Dass Jesus immer den Geist sendet
o   Denn der Geist lässt und die Liebe erahnen
§  Die Liebe Jesu, der sich geopfert hat
§  Die Liebe des Vaters, der Jesus dahingegeben hat
·        Der dreifaltige Gott offenbart sich darin, dass sie uns Menschen den Hl. Geist sendet, damit wir Gott und den Nächsten lieben und so in das Geheimnis Gottes eintreten.

Predigt 12. Sonntag C, 23.6.2019, Kneipp-Kurheim St. Josef, Bad Wörishofen


Predigt am 12. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) am 23. Juni 2019
Kneipp-Kurheim St. Josef, Bad Wörishofen

Erste Lesung (Sach 12,10-11;13,1)
·        Israel hatte Mission, die Heiligkeit Gottes der Welt bekannt zu machen
·        Israel hatte versagt
·        Katastrophe, Eroberung Jerusalems, Zerstörung des Tempels, Exil, Ende des Staates
·        Ezechiel: Totengebein, Grab
·        Gott ist treu. Verheißung der Erneuerung. Geist des Mitleids und der Fürbitte
·        Folge: Schauen auf den Durchbohrten, Klagen, Weinen
·        Erfüllung ist abhängig vom Tod eines unbekannten Gerechten. Wer ist das? Eine geheimnisvolle Persönlichkeit.
·        Joh 19,37 bezeugt die Gabe des Geistes.
·        Kirche erkennt in diesem geh. Ger. Ein Vorausaubild auf Christus
·        Er hat uns in seinem Tod den Weg zum Leben erschlossen.
Zweite Lesung (Gal 3,26-29
·        Unser ewiges Heil liegt allein in Jesus Christus
·        Durch die Taufe verbindet er uns mit seinem Tod und Leben
·        Diese Verbindung macht uns zu Söhnen des Vaters
·        Christus als Gewand (Lebensführung) angelegt
·        Taufe als sakramentale Realität.
·        Taufe vermittelt die drei theol und 4 sittl Tugenden und Sieben Gaben
·        Lebensart Jesu existentiell einholen
Evangelium (Lk 9,18-24)
·        Hat drei Teile
o   Lehrgespräch. Nachfrage. Bekenntnis des Petrus. Korrektur
o   Leidensweissagung
o   Aufruf zur Nachfolge
·        V. 23 inklusive Rede: alle. Aber nur, wer will. Also Freiheit und Entscheidung.
·        Aber dann gleich Drei Bedingungen
o   Selbstverleugnung, d.h. Selbstübergabe an Christus. Vgl. das Gabengebet: Löse uns aus allen Verstrickungen, damit wir in freier Hingabe ganz dir gehören.
o   Kreuz
o   Nachfolgen.
·        Jesus geht den Weg. Aber nicht so, wie die Menschen denken und wollen. Sondern wir der Vater bestimmt hat

Montag, 17. Juni 2019

Predigt Pfingstvigil, Heilig-Geist-Kirche München am 8. Juni 2019


Predigt Pfingsten, Am Vorabend (LJ A, B, C)
Heilig-Geist, München (8. Juni 2019),
Erste Lesung (Joel 3,1-5: ist Folge der drei vorhergehenden Lesung von Gen, Ex, Ez)
-         Gen: alle Völker Einheit, aber gegen Gott gewandt. Symbol dafür Turm, Rebellion. Die Folge: Spaltung, Zerstreuung.
-         Ex: aus den zerstreuten Völkern hat Gott ein Volk auserwählt, um es zu heiligen. Soll Zeuge der Heiligkeit Gotte sein. Gott offenbart Israel seine Berufung und schließt Bund. Israel antwortet und kann Gott entgegenziehen. Das erste Pfingsten in der Wüste: Fest des Bundes, hat Israel zum Zeugen der Heiligkeit Gottes bestimmt. Das ist seine Berufung.
-         Ez: Israel hat Bund nicht gehalten, nun im Exil, wie in einem Grab. Aber Gott hat Israel nicht verlassen. Gott beruft einen Propheten, seine dreifache Aktivität:
o   Zum Totengebein sprechen
o   Zum Geist sprechen
o   Zum wiederhergestellten Israel sprechen
Joel 3,1-5 ist eine kosmische Relecture von Ez 11,19. Unversale Ausgießung des Geistes. Petrus zitiert Joel (Apg 2,17-21) in seiner Pfingstpredigt:
-         Erneuerung der kosmischen Ausgießung
-         Beginn der endgültigen Zeiten (Apg 2,17)
-         Eine Veränderung: Name Jahwe (Joel 3,5) – jetzt Name Jesu (Apg 2,21)

Zweite Lesung (Römer 8,22-27)
1.     In Röm 5,5 (die zukünftige Herrlichkeit ist größer als die gegenwärtige Bedrängnis)
2.     In Röm 8,22-27 werden nun die Argumente dafür gebracht
3.     die liturgische Lesung nennt zwei:
a.      das Seufzen in unserem Herzen (23-25)
b.     das Seufzen des Geistes (26-27)
4.     unser Seufzen zeigt,
a.      dass wir jetzt schön die Anfänge des Geistes besitzen (V. 23)
b.     dass der Geist in uns handelt, um den Plan Gottes zur Vollendung zu führen (V. 27)

Evangelium (Joh 7,37-39)
1.     Laubhüttenfest, Erntefest, Tempel, Jerusalem
2.     Morgens, Priester gingen zur Quelle vom Schiloach, schöpften Wasser, in einer goldenen Kanne in den Tempel getragen.
3.     Jesus beobachtete die Szene, wendet sich an die Menge und ruft ihnen zu: Wer Durst hat, komme zu mir. Wie im AT: die Weisheit ruft: … Spr 9,1-6; Sir 24,19-21; 51,23-25. Jesus wiederholt den Ruf der Weisheit)
4.     Dann seine Verheißung. Die Verheißung Jesu: aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.
a.      Samariterin: 4,14
b.     Brotrede in Synagoge Kafarnaum: Wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben (6,35)
5.     Dann Kommentar vom Evangelisten Johannes: Damit meinte er den Geist, den allem empfangen sollten, die an ihn glauben; denn er Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. Joh 7,39
6.     Die Verherrlichung Jesu war seine Kreuzigung (und umgekehrt), Joh 19,30: neigte sein Haupt und gab den Geist!
7.     Denn er, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt (Joh 3,34).
8.     Am Ostertag: Empfanget den Heiligen Geist (Joh 20,22)



Liturgie, in 50 Tagen täglich Lesung aus Apg, Joh, sonntags: Offb. Kirche lädt ein:
·        meditieren über die Gegenwart Jesu Christi in seiner Kirche
·        über die Gabe des Heiligen Geistes
·        über die Kirche als Zeichen und Ankündigung des neuen Lebens, geboren aus dem Ostergeheimnis
Heute Pfingsten: Lesung (Apg) und Evangelium (Johannes) berichten von demselben Ereignis, obwohl mit verschiedenen literarischen Zugängen und unter verschiedenen theologischen Aspekten: sie präsentieren die neue Realität der Kirche: Frucht der Auferstehung und der Gabe des Geistes
1.     Pfingsten hat kein Ende, geht weiter in Kirche. Alle Situationen, auch Krise
·        Jeder Christ lebt unter dem Einfluss des Heiligen Geistes (Taufe, Firmung)
·        Der Heilige Geist bestätigt unseren Glauben, Hoffnung, Liebe (jedesmal Eucharistiefeier)
·        Euch. HOCHGEBET: Epiklese, Intervention des Heiligen Geistes
o   Über Brot und Wein
o   Über uns
·        Bei der Priesterweihe, Epiklese, damit der Geweihte die Vollmacht erhält, Christus und sein Heilswerk in den Sakramenten gegenwärtig zu setzen
·        Bei der Ehe: er gibt den Eheleuten die Kraft der Treue, die gegenseitige Einheit, in der Abbild der Einheit zwischen Christus und der Kirche
·        Wir sind immer imprägniert von der Kraft des Heiligen Geistes
·        Es gibt keinen Moment in unserem christlichen Leben, da wir nicht unter dem Einfluss des Heiligen Geistes stehen
·        Das kann Folgen haben, auch unangenehme:
o   Die britische Regierung hat eine Studie veröffentlicht, die zu folgendem Ergebnis: „In manchen Regionen kommt das Ausmaß und die Natur der Verfolgung der internationalen Definition eines Völkermordes gleich, wie sie von den Vereinten Nationen festgelegt worden ist.“
o   Im Nahen Osten droht dem Christentum die völlige Auslöschung, da immer mehr Gläubige getötet oder zur Flucht gezwungen werden.
o   In Palästina machen die Christen nur noch 1,5 % an der G.Bevölkerung aus.
o   Irak: 2013: 1,5 Millionen Christen, heute weniger als 120.000.
o   Nicht nur die geographische Ausbreitung der Christenverfolgung hat zugenommen, sondern auch die Härte der Verfolgung.
o   Christenverfolgung gibt es nur da, wo zwei Faktoren aufeinandertreffen:
§  Einerseits: Menschen, die Jesus Christus und die Kirche lieben
§  Andererseits: Menschen, die Christus und das Evangelium hassen

2.     Problem: Der Geist ist da - sakramental, aber er darf nicht da-sein – existentiell
·        Die Priestergenerationen seit den 60er Jahren, säkularisierte Theologie, ausgedünntes Glaubensleben, laxe Moral
·        Vernachlässigung der Katechese
·        Die vielen Getauften, die nominellen Christen, keine Glaubenseinführung
·        Die Gefirmten. Bleiben weg.
·        Die Eheleute. Kein sakram. Leben, kein Gebet, keine Vergebung: Trennung
·        Bis 2060 verliert Kirche 48 % der Mitglieder.
o   19 % durch demographische Entwicklung (mehr Sterbef. als Taufen)
o   29 % durch Austritte, Rückgang der Taufzahlen,
§  Ein Drittel der Männer  und jede fünfte Frau verlassen ihre Kirche bis zum 31. Lebensjahr.
§  In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen verliert die Kirche die meisten Gläubigen

3.     Lösung: persönliche Entscheidung für Gott, Tauferneuerung, MB.
·        Taufe in der Osternacht, Tauferneuerung: d.h. Erneuerung es Taufversprechens, persönliche Entscheidung für die Taufe, Annahme der Taufgnade, Gabe des Hl. Geistes
·        Aber: ein Ritus, der nicht erklärt wird, sondern einfach abläuft.
·        Das Messbuch sieht die Möglichkeit vor, in der Osterzeit das Taufversprechen zu erneuern. Heute ist der letzte Tag der Osterzeit.
·        Wir können heute unser Taufversprechen erneuern.
·        Zwei Dimensionen
o   Negativ: dreifache Absage: Satan, Bosheit, Verlockungen
o   Positiv: dreifache Glaubenszusage
·        Fragen im Plural. Aber Antwort im Singular

Montag, 27. Mai 2019

"Homophobe - raus aus der Uni!"

"Homophobe - raus aus der Uni!", zu einem Artikel in "Tagepost" vom 23. Mai 2019, S. 13

Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, gingen mir einige Fragen durch den Kopf:
Ob es in der Zeit des Dritten Reiches und in den 1968er-Jahren zu ähnlichen Situationen in den Hörsälen deutscher Universitäten kam, können Geschichtswissenschaftler leicht feststellen.
Rektor und Kanzler der Universität stellten gegenüber der TP fest, dass man der Verbreitung "homophober Thesen kritisch gegenüberstehe. 

Fragen: 
1) Was sind "homophobe" Thesen? 
2) Haben Rektor und Kanzler in Alexander Tschugguel's Vortrag "Die Arbeit der Initiative Demo für alle" die befürchteten "homophoben Thesen" ausmachen können? 3) Könnte es sein, dass Rektor und Kanzler der hinter den gewaltbereiten und aggressiven Aktivisten tätigen Lobby ein "Zuckerbrot" verabreichen wollten, um diese "stillzuhalten" und den (vielleicht schon nicht mehr möglichen) Diskurs zu vermeiden?

Fazit: 
1) Seltsam (oder erschreckend?), dass Rektor und Kanzler sich der Diktatur einer unwissenschaftlichen Terminologie beugen bzw. diese übernehmen. 
2) Wie wäre es, wenn wir jetzt sprächen von: Logophobie, Heterophobie, Christophobie, Ekklesiophobie?

Predigt am 6. Sonntag der Osterzeit (C), 26. Mai 2019, Klosterkirche St. Ottilien


6. Sonntag der Osterzeit (26. Mai 2019)
Konventamt, St. Ottilien

Im Evangelium hat der Herr den Jüngern und uns die Ankunft des Heiligen Geistes versprochen.
Er wird uns alles lehren und uns an alles erinnern, was Jesus uns gesagt hat.
Das sind die zwei Aufgaben des Heiligen Geistes in dem Zeitraum (von der Erhöhung des Herrn, Himmelfahrt, bis zu seiner glorreichen Wiederkunft am Ende der Zeiten, Advent).
Und das ist die Sicherheit der Kirche, also unsere Sicherheit: wir dürfen voranschreiten im Glauben an Christus, ohne ihn zu sehen. Und das ist ja auch unsere Seligpreisung: Selig, die nicht sehen und doch glauben.
Es ist aber auch notwendig: dass wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen, uns an die Worte Jesu erinnern lassen, um diese zu verstehen und die Tat umzusetzen und unser Leben danach gestalten.
1.    Die Kirche der Freiheit
In der Ersten Lesung (Apg) haben wir gehört, wie sich die Kirche vom Heiligen Geist leiten lassen kann. Als die Kirche sich ausbreitete und die Grenzen Israels überschritt und sich an die Heiden wandte: da gab es ein Problem: müssen die Heiden, die Jesus Christus als ihren Erlöser annehmen wollen, zuerst Juden werden und das Gesetz des Alten Testamentes übernehmen?
Paulus und Barnabas machten sich zu Verteidigern der Freiheit des Heiligen Geistes. Und sie wurden vom Apostelkonzil in Jerusalem bestätigt.
Diese Episode ist beispielhaft für die Auferbauung und Entfaltung der Kirche: die Kirche kann sich bei ihrer Missionierung und Evangelisierung nicht von kulturellen Modellen blockieren lassen, durch Schwierigkeiten und Gegensätze, die immer da sind.
Und das Verfahren ist klar:
-         Man wendet sich an die Letzt-Verantwortlichen
-         Der Beistand des Heiligen Geistes wird erbeten
-         Das konkrete Problem / Situation / Aspekte werden im Licht des Glaubens und gemäß dem Wort des Herrn betrachtet
-         Dabei lässt man sich leiten von der wahren Freiheit und von der Sendung an die Heidenwelt.
Der Heilige Geist gibt das Licht und die Klarheit, damit die Kirche voranschreiten und wachsen kann in der Liebe.
Von den apostolischen Anfängen der Kirche bis zu aktuellen Situationen – ist es immer der Heilige Geist, der die Kirche leitet, damit sie erleuchtet werde von der Herrlichkeit Gottes und vom österlichen Licht des Lammes (Zweite Lesung).
2.    Die heilige Stadt kommt vom Himmel
Die zweite Lesung erinnert uns an den endgültigen Sinn der Kirche: sie soll „die heilige Stadt Jerusalem“ vorbereiten, die vom Himmel herabkommt und erfüllt ist „von der Herrlichkeit Gottes“.
Es ist die heilige Stadt der endgültig Geretteten, der Treffpunkt aller Menschen (12 Tore) und der Ort der vollen Gemeinschaft mit Gott.
Und diese Heilige Stadt, das neue Jerusalem
-         Ist nicht die gegenwärtige Kirche
-         Und auch nicht die zukünftige Kirche im Sinne einer perfekten Realisierung der gegenwärtigen unvollkommenen Kirche.
Sondern: unter der Führung des Heiligen Geistes wächst jetzt schon eine ganz neue Wirklichkeit heran: in Raum und Zeit. Da, wo wir sind. Jetzt schon. Seit der Himmelfahrt des Herrn. Seit dem Zeitpunkt, da der Heilige Geist präsent ist. Seit unserer Taufe. Der Wachstumsprozess in Richtung auf diese Kirche der Vollendung geschieht dort und dann, wenn WIR aus der Taufgnade leben, aus Glaube, Hoffnung, und Liebe, aus der heiligmachenden Gnade.
Wir Christen sind Visionäre wie der Apostel Johannes auf der Insel Patmos: mit diesem geistlichen Blick können wir tiefer sehen. Wir können durchblicken, durch die Ereignisse auf die Vollendung, die Gott bewirkt – nicht ohne unsere Mitarbeit.
3.    Gott alles in allem
In der Vollendung wird es keinen sichtbaren, materiellen Tempel geben. Die Gegenwart des Herrn ist nun enthüllt und endgültig.
Darum wird es auch keine Sakramente mehr geben und auch keine Kirche als Sakrament des Heiles. Sakramente sind Zeichen des Heiles. Wir brauchen dann keine Zeichen mehr. Denn das Heil wird dann in seiner Vollendung präsent sein. Gott ist alles in allem (Paulus).
Ein Zeichen des Heiles ist die Eucharistische Feier.
Jetzt noch ist die Eucharistie der Ort der Gegenwart des Herrn.
Der lebendige Tempel des Lobpreises und der Gemeinschaft, wenn auch sehr unvollkommen.
Dieser Tempel wird ja auferbaut aus uns, aus den Getauften. Jeder einzelne, jeder Getaufte ist erst mal Tempel Gottes Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.
Wir Alle zusammen und jeder einzelne: wir bilden jetzt als liturgische Versammlung das geistliche Jerusalem: belebt vom Geist der Freiheit und der Liebe. Und Jesus Christus, das geschlachtete und aufrecht stehende Lamm, kommt in die Versammlung und bringt den Lobpreis dem Vater dar. Und in Gemeinschaft mit Christus und mit der ganzen Kirche feiern wir Liturgie und beten für die ganze Menschheit, für die Christus dieses Heil erworben hat.

Samstag, 25. Mai 2019

Predigt im Charismatischen Gottesdienst Donnerstag der 5. Woche der Osterzeit St. Martin, Illerberg (23. Mai 2019)


Predigt im Charismatischen Gottesdienst
Donnerstag der 5. Woche der Osterzeit
St. Martin, Illerberg (23. Mai 2019)

Zur Lesung:
Die Juden haben keinerlei Vorteil oder Privileg im Vergleich mit den Heiden, die sich bekehren. Warum?
Die Bekehrung ist für beide die Frucht der Gnade (Christus erworben).
Und die Gnade ist nicht gebunden an die Beobachtung des jüdischen Gesetzes und auch nicht an irgendwelche guten Werke
So hat es keinen Sinn: den Heiden, die sich zu Christus bekehren, nun das jüdische Gesetz aufzuerlegen.
Gott, der die Herzen kennt, macht keine Unterschiede zwischen Juden und Heiden.
Petrus ergreift das Wort. Damit überwindet die Kirche eine gefährlich Krise (eine jüdische Sekte zu bleiben).
Aktualität:
Für die Kirche: ist immer in einer Gefahr, durch ihre ganze Geschichte:
Nämlich, sich zu binden und sich zu identifizieren in Praktiken und Beobachtungen, in Modellen bestimmter Kulturen…
Nämlich dann, wenn die Kirche sich selbst mit diesen Dingen ihre Freiheit beeinträchtig; wenn sie nicht mehr offen ist für Völker, die an ihre Türen klopfen und Einlass erbitten.

Für uns: für den Einzelnen. Schauen Sie: Gott hat uns befreit, durch das Ostergeheimnis (von der Erbsünde; Zugang zum Himmel), wie frei sind wir doch geworden! Das müssen wir uns erst mal bewußt machen.
d. h. konkret: im Gespräch sind mit suchenden Menschen: seien es Personen, die noch nie von Gott gehört haben, oder von Personen, zwar getauft und auch religiös erzogen worden sind, die aber noch nie Gott erfahren haben, die sich noch nie für Gott entschieden haben, die nie eine persönliche Glaubensentscheidung für Gott getroffen haben…
dann müssen wir sehr vorsichtig sein:
wir dürfen diesen suchenden Menschen nicht den Weg versperren  mit dem, was wir für wichtig halten.
Was müssen wir dann tun? Wir müssen erzählen, Was der Glaube uns gebracht hat (wie man so sagt). was wir denn von Gott erfahren haben. Wie er uns befreit hat… wie ich Jesus erfahren habe, wie er mir geholfen hat, was er jetzt für mein Leben bedeutet, warum ich denn überhaupt glaube.
Dann geschieht Türöffnung, Öffnung von Türen, dann arbeiten wir mit dem Heiligen Geist zusammen, der ja schon wirkt in dem Gesprächspartner.
Das ist die bleibende Botschaft dieser Lesung aus der Apostelgeschichte.


Zum Evangelium
Im Evangelium: 2x „bleiben“. Vorausgegangen ist die Rede Jesu vom Weinstock und den Trauben.
Bleibt in meiner Liebe! - Welche Liebe?
Es ist der Strom der Liebe und des Lebens, der vom Vater ausgeht. Er ist der Erste, der Ursprung von allem, der Schöpfer.
Der Strom der Liebe und des Lebens geht vom Vater aus, er geht zuerst zu Jesus, und von da geht er zu den Jüngern, zu uns.
Dieser Strom des Lebens und der Liebe ist so intensiv, dass dieser Strom zu einer Person geworden ist. (Der Heilige Geist)
d.h. wir leben jetzt schon in der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit.
Diese Gemeinschaft ist uns geschenkt. Wann? In der Taufe!
Und sie wird genährt. Wodurch? Durch die Eucharistie!
Und sie wirkt sich aus? Wo? In der Gemeinschaft der Jünger, der an Jesus Glaubenden, in den Gemeinschaften, in der Kirche. In einer Atmosphäre der Freude und des Vertrauens.
Wie ist das möglich geworden?
Dadurch, dass Jesus in der Liebe des Vaters verblieben ist. Wie? Indem er gehorsam war: dem Auftrag seines Vaters; seine Gebote bewahren, halten. „So wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“
Christus hat uns mit DER Liebe geliebt, mit der er vom Vater geliebt wird. In dieser Liebe können wir bleiben, wenn wir seine Gebote halten.
Wenn wir genau lesen: Jesus fordert nicht von uns, dass wir Ihn lieben. (Gebetszettel)
Sondern: die Liebe anzunehmen, die vom Vater durch ihn zu uns kommt. Mit der er uns liebt. (das ist neu).
Das ist keine passive Haltung. Sondern höchste Aktivität: nämlich ein Sich-Öffnen, ohne Widerstände, ein Sich-Ergreifen-lassen von Gott, ein Sich-in-Besitz-nehmen-lassen von Gott, durch den Heiligen Geist.
Scheint Paradox: aber es ist die Wahrheit:
-         Für uns Menschen bedeutet: „In der Liebe bleiben“ zuerst: sich von Gott lieben lassen.
-         Warum? Gott zu lieben – ist niemals unsere Initiative. Sondern immer und nur unsere armselige Antwort auf seine uns zuvorkommende Liebe.
-         Und das „Halten der Gebote“ ist der Prüfstein für die Echtheit unserer Liebe

Sonntag, 19. Mai 2019

Predigt am 5. Sonntag der Osterzeit (20. Mai 2019) Kneipp-Kurhaus St. Josef, Bad Wörishofen


Predigt am 5. Sonntag der Osterzeit (20. Mai 2019)
Kneipp-Kurhaus St. Josef, Bad Wörishofen

Es gibt Kreislauf (Liebe), zunächst innerhalb der Trinität. Schon ewig.
Und irgendwann hat sich dieser Kreislauf erweitert: die Kirche, wir: einbezogen in diesen innertrinitarischen Kreislauf de Liebe.
Das ist die neue Realität. Betrachten wir heute anhand der Lesungen der Liturgie.
Der Mensch will einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Wenn der Mensch das will, ohne Gott, dann endet das im Chaos.
Konstruktion der neuen Welt: kann nur gelingen, wenn die Liebe der Triebkraft ist. (Evangelium)
Einander lieben. Wie? Nicht: einfach nett sein, anständig sein, Humanismus des 19. Jahrhunderts.
Sondern: So wie ER uns geliebt hat. Es geht nicht billiger.
Für uns Christen hat das Liebesgebot eine ganz besondere Verbindung: zu der Neuen Stadt, das Neues Jerusalem, die Kirche der Vollendung, die neue Erde, die Wohnung Gottes unter den Menschen (Zweite Lesung). Keine futuristische Projektion.
Sondern: die Stadt, die vom Himmel herabsteigt, und die neue Erde: zeigen die neue Schöpfung an: sie hat begonnen mit dem Pascha-Mysterium Jesu (Tod und Auferstehung), mit dem österlichen Sieg.
Jetzt schon wirksam in uns, den Getauften.
Die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen: wie eine Braut: das ist die neue Menschheit, befreit von der Sünde, geheiligt in Christus. Das ist die Wirklichkeit Gottes, Taufgnade – koexistent mit unserer irdischen Wirklichkeit und Existenz.
wir wissen: langwieriger u. geheimnisvoller Prozess der Konstruktion.
Und dieser Prozess schließt nicht aus: Zeiten der Prüfung, Tränen, Scheitern. (Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes eingehen. Erste Lesung). Und da brauchen wir nicht auf die Skandale schauen, die weltweit aufgedeckt werden (Gott sei dank).
es reicht schon, wenn wir unsere eigene Sündengeschichte anschauen.
Denn die Kirche ist auf dem Weg der Pilgerschaft.
Das ist unsere Berufung: an der Konstruktion des Neuen Jerusalem mitzuwirken.
Und dafür hat der Herr uns ein Modell und einKriterium an die Hand gegeben: (Erste Lesung): treu im Glauben aushalten, gerade in den Prüfungen und Drangsalen.
Darum geht es: einerseits: Seit der Auferstehung Jesu: Ist alles schon transformiert.
Und andererseits: da kann noch was wachsen: die Gemeinschaft zwischen Gott und der erlösten Menschheit, die Gemeinschaft zwischen Christus und seiner Braut, die Kirche.
Es gibt dieses Wachstum in Richtung einer immer umfassenderen und tieferen Intimität.
Bis das neue Jerusalem vollständig die Wohnung Gottes unter den Menschen geworden ist.
Bis der Leib Christi, die Kirche, seine Vollgestalt erreicht hat und erstrahlt in Herrlichkeit.
Wenn wir jetzt die hl. Messe feiern, dann feiern wir auch die Gemeinschaft der Kirche auf Erden mit dem himmlischen Jerusalem. Die Gemeinschaft realisiert sich in der eucharistischen Zelebration: mit dem einen und gemeinsamen Lobgesang verherrlichen wir Gott, versammelt um den Auferstandenen und in seinem Namen: so nehmen wir voraus in der Zeit, was wir in Fülle in der Ewigkeit leben werden.