Wenn Sie jetzt an Ihre Schlaftabletten oder Kopfschmerztabletten denken und Gott dafür danken, dann tun Sie zwar das Richtige, aber dann sind Sie nicht gerade up to date.
Lesen Sie mal die Zeitung, z. B. die Sonderbeilage der SZ zum Ökumenischen Kirchentag (15./16. Mai 2010, SZ Nr. 110, Seite 46).
"Die Äußerungen der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Magot Käßmann über die Pille sind in der katholischen Kirche mit Gelassenheit aufgenommen worden. Bei einem Gottesdienst in der Münchner Liebfrauenkirche hatte Käßmann am Donnerstagabend gesagt, dass man die Pille "auch als ein Geschenk Gottes sehen" könne. Eine Feststellung, von der sich manche einen ersten kleinen Kirchentagsskandal versprachen, hatte Käßmann als Ort für ihr Lob der Pille doch ausgerechnet den katholischen Dom in München gewählt.
Die Aufregung aber hielt sich am nächsten Tag in engen Grenzen. Der Vorsitzende der Bayerischen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, werde sich zu diesem Thema nicht äußern, ließ sein Sprecher wissen. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, mochte die Ausführungen von Margot Käßmann nicht weiter kommentieren: "Ich war nicht dabei und will dazu nichts sagen." Zu einer Provokation, so läßt man bei der kathoischen Kirche durchblicken, gehörten immer zwei - einer, der provozieren wolle und einer, der sich provozieren lasse. In diesem Fall sei beides nicht gegeben, so heißt es. Auch der Vorsitzende des Zentralkommitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, sieht die Katholiken durch Käßmanns Äußerung nicht provoziert. In der Bewertung der Pille dächten viele katholische Frauen we evangelische Ex-Bischöfin.
In ihrer Ansprache hatte Käßmann den Bibelauftrag "Seid fruchtbar und mehret euch" einer an der Gegenwart, insbesondere an der drohenden Überbevölkerung ausgerichteten Exegese unterzogen, wobei sie zu dem Schluss kam, dass man, wolle man "den Segen des Gebärens nicht zum Fluch werden lassen", für die Geburtenkontrolle eintreten müss. In diesem Zusammenhang hannte sie die Pille "durchaus" ein Geschenk Gottes und erntete dafür Beifall." Soweit die SZ.
Dass es sich also weder um Kopfschmerz- oder Schlaftabletten handelt, dürfte nun klar geworden sein. Nicht klargeworden ist, ob empfängnisverhütende oder abtreibende Pillen gemeint sind.
Dabei hat der Heilige Stuhl mehrfach verlauten lassen, daß Geburtenkontrolle nicht das geeignete Mittel für die Lösung des Problems der Überbevölkerung ist.
Ist eh wurscht, man lässt sich ja nicht provozieren, und das war ja auch gar keine Provokation.
Eine charmante Plausibilitätsstruktur.
Diese Töne sind nicht neu, neu aber ist es, diese Töne an einem solchen Ort zu vernehmen.
Ob Papst Benedikt beim Abfassen seines Grußwortes zum ÖKT ahnen konnte, welche Erkenntnisse protestantischer Exegese in seiner ehemaligen Kathedrale verkündet würden?
Und das ordentliche Lehramt schweigt.
Wir berufen uns doch alle so gerne auf das Zweite Vatikanische Konzil.
Dort aber heißt es: Die Bischöfe "...verkündigen dem ihnen anvertrauten Volk die Botschaft zum Glauben und zur Anwendung auf das sittliche Leben und erklären sie im Licht des Heiligen Geistes, indem sie aus dem Schatz der Offenbarung Neues und Altes hervorbingen..." (LG 25).
Die nonverbale Botschaft an die weniger informierten katholischen Christen lautet: "Schaut her, wir sind alle derselben Meinung." Der Beifall zeigte es.
Momentane episcopale Depression oder neuer Stil der "Ökumene"?
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Samstag, 15. Mai 2010
Mittwoch, 22. Juli 2009
Priester-Rosenkranz
Papst Benedikt XVI hatte anlässlich des 150. Todesjahres des „Pfarrers von Ars“ im März 2009 ein weltweites „Priester-Jahr“ angekündigt. Das Jahr solle vor allem der geistigen Vertiefung der rund 400.000 katholischen Priester in der Welt dienen. Davon hinge die Effizienz ihres Amtes ab, so der Papst in seiner Ansprache an die Kongregation für den Klerus (OR, Nr. 12 vom 20. März 2009).
Am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, dem 19. Juni 2009 – dem Tag, der traditionsgemäß dem Gebet um die Heiligung der Priester gewidmet ist – hat der Papst das Priester-Jahr eröffnet. „Dieses Jahr, das dazu beitragen möchte, das Engagement einer inneren Erneuerung aller Priester für ein noch stärkeres und wirksameres Zeugnis für das Evangelium in der Welt von heute zu fördern, wird 2010 wiederum an diesem Hochfest seinen Abschluss finden“ (Schreiben des Papstes an die Priester zur Eröffnung des Priester-Jahres). Das Jubiläumsjahr steht unter dem Leitwort „Treue in Christus, Treue des Priesters“ und wird genau ein Jahr später mit einem Weltpriestertreffen auf dem Petersplatz in Rom enden.
In der Zweiten Vesper nach der Kurzlesung hielt der Papst eine Predigt zu dem Thema: „Im Herzen Jesu kommt der wesentliche Kern des Christentums zum Ausdruck“. In der Predigt nahm er auch Bezug auf sein Schreiben an die Priester zur Eröffnung des Priester-Jahres. In beiden Texten zitiert er einen Ausspruch des Pfarrers von Ars: „Nach Gott ist der Priester alles! … Erst im Himmel wird er sich selbst recht verstehen“ (beide Texte im OR, Nr. 26 vom 26. Juni 2009).
Auf der Grundlage der Predigt des Papstes in der Zweiten Vesper wurde der nachfolgende Priester-Rosenkranz formuliert. Er enthält einige wesentliche Aussagen der Predigt.
1. Jesus, aus dessen Herz das Geschenk des priesterlichen Dienstes an Kirche und Menschheit hervorgeht.
2. Jesus, der mich davor bewahre, den mir anvertrauten Seelen durch Nachlässigkeit oder Schande Gutes vorzuenthalten oder Schaden zuzufügen.
3. Jesus, zu dessen Herz mich meine Mängel, Grenzen und Schwächen zurückführen mögen.
4. Jesus, von dessen am Kreuz durchbohrten Herzen, dem Quell der Liebe, ich mich niemals entfernen will.
5. Jesus, der mich mit jener seelsorglichen Liebe entflammt, die fähig ist, mein persönliches Ich seinem Ich anzugleichen, um ihn in der vollständigsten Selbstschenkung nachahmen zu können.
Adressat
Der Rosenkranz gedacht für die Priester, die in privater Meditation wesentliche Aussagen der Predigt des Papstes und die Größe und Verantwortung des von Gott erhaltenen Geschenks des Priestertums betrachten wollen; er ist weniger geeignet für das Gebet in einer Gruppe.
Form
Der private Charakter kommt darin zum Ausdruck, dass die Gesätze in der 1. Person (des Beters) formuliert sind, woraus sich eine grammatikalische Spannung zum Plural des Avemaria ergibt.
Der private Charakter zeigt sich auch in der theologischen Dichte, so im 5. Geheimnis. Dies ist ein besonderes Anliegen des Papstes; in seinem „Schreiben“ heißt es: „In Jesus fallen Person und Sendung im Grunde zusammen: Sein gesamtes Heilshandeln war und ist Ausdruck seines ‚Sohn-Ich‘, das von Ewigkeit her vor dem Vater steht in einer Haltung liebevoller Unterwerfung unter seinem Willen. In bescheidener und doch wahrer Analogie muss auch der Priester diese Identifizierung anstreben.“ Diese Gedanken hatte der Papst auch in seiner Predigt aufgenommen. Ich habe versucht, dies in eine „bet-bare“ Formulierung umzusetzen.
Die Formulierungen beziehen sich indirekt auf Jesus, grammatisch in der 3. Person genannt, und können in das „Gegrüßte seist du, Maria“ eingefügt werden.
Intention
Der Rosenkranz möchte nach dem Willen des Papstes dazu beitragen, „das Engagement einer inneren Erneuerung aller Priester für ein noch stärkeres und wirksameres Zeugnis für das Evangelium in der Welt von heute zu fördern“.
Am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, dem 19. Juni 2009 – dem Tag, der traditionsgemäß dem Gebet um die Heiligung der Priester gewidmet ist – hat der Papst das Priester-Jahr eröffnet. „Dieses Jahr, das dazu beitragen möchte, das Engagement einer inneren Erneuerung aller Priester für ein noch stärkeres und wirksameres Zeugnis für das Evangelium in der Welt von heute zu fördern, wird 2010 wiederum an diesem Hochfest seinen Abschluss finden“ (Schreiben des Papstes an die Priester zur Eröffnung des Priester-Jahres). Das Jubiläumsjahr steht unter dem Leitwort „Treue in Christus, Treue des Priesters“ und wird genau ein Jahr später mit einem Weltpriestertreffen auf dem Petersplatz in Rom enden.
In der Zweiten Vesper nach der Kurzlesung hielt der Papst eine Predigt zu dem Thema: „Im Herzen Jesu kommt der wesentliche Kern des Christentums zum Ausdruck“. In der Predigt nahm er auch Bezug auf sein Schreiben an die Priester zur Eröffnung des Priester-Jahres. In beiden Texten zitiert er einen Ausspruch des Pfarrers von Ars: „Nach Gott ist der Priester alles! … Erst im Himmel wird er sich selbst recht verstehen“ (beide Texte im OR, Nr. 26 vom 26. Juni 2009).
Auf der Grundlage der Predigt des Papstes in der Zweiten Vesper wurde der nachfolgende Priester-Rosenkranz formuliert. Er enthält einige wesentliche Aussagen der Predigt.
1. Jesus, aus dessen Herz das Geschenk des priesterlichen Dienstes an Kirche und Menschheit hervorgeht.
2. Jesus, der mich davor bewahre, den mir anvertrauten Seelen durch Nachlässigkeit oder Schande Gutes vorzuenthalten oder Schaden zuzufügen.
3. Jesus, zu dessen Herz mich meine Mängel, Grenzen und Schwächen zurückführen mögen.
4. Jesus, von dessen am Kreuz durchbohrten Herzen, dem Quell der Liebe, ich mich niemals entfernen will.
5. Jesus, der mich mit jener seelsorglichen Liebe entflammt, die fähig ist, mein persönliches Ich seinem Ich anzugleichen, um ihn in der vollständigsten Selbstschenkung nachahmen zu können.
Adressat
Der Rosenkranz gedacht für die Priester, die in privater Meditation wesentliche Aussagen der Predigt des Papstes und die Größe und Verantwortung des von Gott erhaltenen Geschenks des Priestertums betrachten wollen; er ist weniger geeignet für das Gebet in einer Gruppe.
Form
Der private Charakter kommt darin zum Ausdruck, dass die Gesätze in der 1. Person (des Beters) formuliert sind, woraus sich eine grammatikalische Spannung zum Plural des Avemaria ergibt.
Der private Charakter zeigt sich auch in der theologischen Dichte, so im 5. Geheimnis. Dies ist ein besonderes Anliegen des Papstes; in seinem „Schreiben“ heißt es: „In Jesus fallen Person und Sendung im Grunde zusammen: Sein gesamtes Heilshandeln war und ist Ausdruck seines ‚Sohn-Ich‘, das von Ewigkeit her vor dem Vater steht in einer Haltung liebevoller Unterwerfung unter seinem Willen. In bescheidener und doch wahrer Analogie muss auch der Priester diese Identifizierung anstreben.“ Diese Gedanken hatte der Papst auch in seiner Predigt aufgenommen. Ich habe versucht, dies in eine „bet-bare“ Formulierung umzusetzen.
Die Formulierungen beziehen sich indirekt auf Jesus, grammatisch in der 3. Person genannt, und können in das „Gegrüßte seist du, Maria“ eingefügt werden.
Intention
Der Rosenkranz möchte nach dem Willen des Papstes dazu beitragen, „das Engagement einer inneren Erneuerung aller Priester für ein noch stärkeres und wirksameres Zeugnis für das Evangelium in der Welt von heute zu fördern“.
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