Auf dem Weg von der Stazione Termini zu meiner Sprachschule kam ich an der Basilika des Hl. Herzens Jesu in der Via Marsala, Rom, vorbei. Es war in der Woche nach Pfingsten 2011. Ich betrat die Kirche und fand einen "Kirchenanzeiger". Der folgende Text hat mich angesprochen. Ich biete den Test dar im italienischen Original und in meiner Übersetzung:
Senza lo Spirito Santo
OHNE DEN HEILIGEN GEIST
- Dio è lontano,
- ist Gott fern,
- il Cristo resta nel passato,
- ist Christus irgendwo, weit weg,
- il Vangelo è lettera morta,
- ist das Evangelium ein toter Buchstabe,
- la Chiesa una semplice organizzazione,
- ist die Kirche nur eine Organisation,
- l'autorità un dominio,
- ist die Autorität eine Beherrschung,
- la missione una propaganda,
- ist die Mission eine Propaganda,
- il culto una semplice evocazione,
- ist die Liturgie eine Bemühung des Menschen,
- la condotta cristiana una morale da schiavi,
- ist die christliche Lebensgestaltung eine Sklaven-Moral.
MA IN LUI
ABER IM HEILIGEN GEIST
- il cosmo vienne risollevato e geme nel travaglio del Regno,
- wird die Schöpfung verklärt und stöhnt unter der noch ausstehenden Vollendung des Gottesreiches,
- il Cristo risuscitato è vicino a noi,
- ist der auferstandene Christus uns nahe,
- il Vangelo diventa potenza di vita,
- wird das Evangelium zu einer lebendigen Kraft,
- la Chiesa significa comunione trinitaria,
- bezeichnet die Kirche die dreifaltige Gemeinschaft,
- l'autorità un servizio liberatore,
- wird die Autorität zu einem Dienst der Befreiung,
- la missione una Pentecoste,
- wird die Mission zu einem pfingstlichen Ereignis,
- la liturgia un memoriale e un'anticipazione,
- wird die Liturgie zu einer wirkmächigen Gedächtnisfeier und zu einer Vorwegnahme der Vollendung,
- l'agire umano vienne divinizzato.
- wird das Handeln des Menschen vergöttlicht.
(Patriarch Athenagoras I)
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Samstag, 16. Juli 2011
Montag, 31. Mai 2010
Aktualität des Wortes Gottes
Drei Ebenen:
1. Der heutige (2. Juni) Gedenktag des heiligen Justin. Justin, ein aus Nablus stammende Heide, um 100 n. Chr. geboren, studierte mit größtem Eifer die Philosophie, doch wurde er von allen enttäuscht, bis er schließlich bei den Christen - so seine Worte - "die allein zuverlässige und wahre Philosophie" fand. In Rom eröffnete er eine Schule im Sinn des jungen Christentums, hielt öffentliche Disputationen und widmete sich der Verteidigung des christlichen Glaubens.
Unter Mark Aurel erlitt er mit seinen Gefährten um 165 das Martyrium.
In den Prozessakten ist seine Verteidungsrede protokolliert. Daraus zwei Zitate:
"Alles Wissen suchte ich zu lernen und blieb schließlich bei der wahren Lehre der Christen, auch wenn sie den im Irrtum Befangenen nicht gefällt...
Niemand, der folgerichtig denkt, kann von der Gottesfurcht zur Gottlosigkeit abfallen" (Lektion Studenbuch II/5, S. 275f.)
2. Die sog. "Bahnlesung": die von der Kirche für die Eucharistiefeier am Dienstag der 9. Woche im Jahreskreis vorgesehenen biblischen Lesungen: nämlich 2. Petrusbrief 3,12-18 und das Evangelium Markus 12,13-17.
3. Unsere moderne neuheidnische Religiosität in der Gestalt der Esoterik.
Und nun die Verbindung:
1. Selbst die Gegner und Feinde Jesu mussten anerkennen und zugeben, daß Jesus immer die Wahrheit sagt und wirklich den Weg Gottes lehrte (Evangelium).
2. Das erkannte auch der zunächst als Heide aufgewachsene Justin: Das Evangelium als "die allein zuverlässige und wahre Philosophie".
3. Heute erleben wir, daß viele Getaufte, aber nicht Evangelisierte, sich von der vernunftgemäßen Offenbarung Gottes abwenden und sich den irrationalsten Systemen der Esoterik zuwenden. Wir erleben aber auch, dass ehemals in der Esoterik Gefangene nach langen Suchbewegungen "die allein zuverlässige und wahre Philosophie" des Evangeliums entdecken.
4. Der Apostel Petrus warnt uns in der Lesung, uns nicht "von dem Irrtum der Gottesverächter mitreißen" zu lassen, den Halt zu verlieen und zu Fall zu kommen. Er gibt aber auch eine Empfehlung: "Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus!" Deutliche Worte in der zweiten Enzyklika der Kirchengeschichte.
Übrigens: Der Präfekt Rusticus verkündete das Urteil über Justin und seine Gefährten: "Diese lehnen es ab, den Göttern zu opfern und dem Befehl des Kaisers zu gehorchen. Sie sollen gegeißelt werden und dann nach der Vorschrift des Gesetzes mit der Strafe der Enthauptung büßen."
Das ist (noch) nicht aktuell.
1. Der heutige (2. Juni) Gedenktag des heiligen Justin. Justin, ein aus Nablus stammende Heide, um 100 n. Chr. geboren, studierte mit größtem Eifer die Philosophie, doch wurde er von allen enttäuscht, bis er schließlich bei den Christen - so seine Worte - "die allein zuverlässige und wahre Philosophie" fand. In Rom eröffnete er eine Schule im Sinn des jungen Christentums, hielt öffentliche Disputationen und widmete sich der Verteidigung des christlichen Glaubens.
Unter Mark Aurel erlitt er mit seinen Gefährten um 165 das Martyrium.
In den Prozessakten ist seine Verteidungsrede protokolliert. Daraus zwei Zitate:
"Alles Wissen suchte ich zu lernen und blieb schließlich bei der wahren Lehre der Christen, auch wenn sie den im Irrtum Befangenen nicht gefällt...
Niemand, der folgerichtig denkt, kann von der Gottesfurcht zur Gottlosigkeit abfallen" (Lektion Studenbuch II/5, S. 275f.)
2. Die sog. "Bahnlesung": die von der Kirche für die Eucharistiefeier am Dienstag der 9. Woche im Jahreskreis vorgesehenen biblischen Lesungen: nämlich 2. Petrusbrief 3,12-18 und das Evangelium Markus 12,13-17.
3. Unsere moderne neuheidnische Religiosität in der Gestalt der Esoterik.
Und nun die Verbindung:
1. Selbst die Gegner und Feinde Jesu mussten anerkennen und zugeben, daß Jesus immer die Wahrheit sagt und wirklich den Weg Gottes lehrte (Evangelium).
2. Das erkannte auch der zunächst als Heide aufgewachsene Justin: Das Evangelium als "die allein zuverlässige und wahre Philosophie".
3. Heute erleben wir, daß viele Getaufte, aber nicht Evangelisierte, sich von der vernunftgemäßen Offenbarung Gottes abwenden und sich den irrationalsten Systemen der Esoterik zuwenden. Wir erleben aber auch, dass ehemals in der Esoterik Gefangene nach langen Suchbewegungen "die allein zuverlässige und wahre Philosophie" des Evangeliums entdecken.
4. Der Apostel Petrus warnt uns in der Lesung, uns nicht "von dem Irrtum der Gottesverächter mitreißen" zu lassen, den Halt zu verlieen und zu Fall zu kommen. Er gibt aber auch eine Empfehlung: "Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus!" Deutliche Worte in der zweiten Enzyklika der Kirchengeschichte.
Übrigens: Der Präfekt Rusticus verkündete das Urteil über Justin und seine Gefährten: "Diese lehnen es ab, den Göttern zu opfern und dem Befehl des Kaisers zu gehorchen. Sie sollen gegeißelt werden und dann nach der Vorschrift des Gesetzes mit der Strafe der Enthauptung büßen."
Das ist (noch) nicht aktuell.
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