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Sonntag, 18. Februar 2024

Osterfestkreis und unser Weg

Der Osterfestkreis beginnt am Aschermittwoch und endet mit Pfingst-Sonntag.

Der Osterfestkreis besteht aus zwei Phasen:

1. die österliche Buß-Zeit (von Aschermittwoch bis Karsamstag)

2. die Osterzeit (von Osternacht-Vigil bis zum Pfingstsonntag).

Wir feiern das, was Gott der Vater im Heiligen Geist durch Christus für  uns getan hat.

Und wir bereiten uns darauf vor, die österlichen Gnaden erneut zu empfangen.

Wir durchschreiten den Osterfestkreis von Aschermittwoch bis Pfingsten.

Dabei gibt es drei "Orte": nicht geographisch-lokal, sondern spirituell.

1. die Wüste (die Versuchung Jesu in der Wüste und sein Sieg über den Satan)

2. der Garten mit dem Grab Jesu, wo sich der auferstandene Herr von Maria von Magdala, von Petrus und von Johannes sehen lies.

3. das Haus, Cönakulum, der Abendmahlssaal, wo die Apostel, die Jünger, die Frauen mit Maria den Heiligen Geist empfingen = also die Kirche.

Wir starten in der Wüste,

das erste Ziel ist Ostern (Erinnerung an unsere sakramentale Taufe, die persönliche Annahme der Taufgnade, die Erneuerung unseres Tauf-Versprechens, unserer Verpflichtung, der persönliche Nachvollzug dessen, was damals unsere Eltern und Paten für uns und an unserer Stelle für uns getan haben, das können wir jetzt, persönlich nachvollziehen).

das zweite Ziel ist Pfingsten (die Übergabe unseres Lebens, das ist eigentlich schon geschehen bei der Taufe und bei der persönlichen Ratifizierung unserer Tauf-Verpflichtung, jetzt die Taufe im Heiligen Geist, das meint: ich gebe meine Zustimmung zum Heiligen Geist, ich erlaube ihm, in mir zu wirken)



Montag, 18. März 2019

Vorbereitung auf die Lebensübergabe

Vollkommene Hingabe und österliche Bußzeit

Die vollkommene Hingabe
Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort hat "den Christen die Weihe an Christus durch die Hände Marias als wirksames Mittel" empfohlen, "um die Taufverpflichtung treu zu leben." (Hl. Papst Johannes Paul II., Enzyklika Redemtoris Mater, 25. März 1987 (Über die selige Jungfrau Maria im Leben der pilgernden Kirche).
Unsere Taufverpflichtung folgt aus der Taufgnade, und unsere Taufgnade wurzelt im österlichen Mysterium.
Auf der Grundlage der Schrift des Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort (Das Goldene Buch) sind zwei Hilfen erschienen:
1.) 33 Schritte. Mit Maria zu Jesus! Vorbereitungsheft. Lebensübergabe an Christus durch die Hände Mariens.
2.) Weihe an die Allerheiligste Dreifaltigkeit durch das Unbefleckte Herz Mariens. Texte zur Vorbereitung.
Vor Jahren habe ich diese Weihe vollzogen und auch im Zusammenhang mit den großen Festen erneuert (25. März und 8. Dezember). Dabei hatte ich schon immer den Eindruck, diese geistliche Übung sei nicht so recht mit dem liturgischen Rahmen verbunden.
Beide Entscheidungen (die Entscheidung für die Erneuerung unseres Taufversprechens und die Entscheidung für die Weihe bzw. ihre Erneuerung) brauchen eine Zeit der Vorbereitung.

Die Fastenzeit als eine Zeit der Vorbereitung
Zur Eröffnung der Liturgie des Palmsonntages begrüßt der Priester die Gemeinde mit den Worten: "In den Tagen der Fastenzeit haben wir uns auf Ostern vorbereitet; wir haben uns bemüht um die Bekehrung unseres Herzens und um tätige Nächstenliebe."
In der Ostervigil werden wir das Taufversprechen erneuern.
Vor der Erneuerung des Taufversprechens (innerhalb der Feier der Osternacht) sagt der Priester:
"Wir alles sind einst durch das österliche Geheimnis der Taufe mit Christus begraben worden, damit wir mit ihm auferstehen zu einem neuen Leben. Nach den vierzig Tagen der Fastenzeit, in denen wir uns auf Ostern vorbereitet haben, wollen wir darum das Taufversprechen erneuern, mit dem wir einst dem Satan abgeschworen und Gott versprochen haben, ihm, unserem Herrn, in der heiligen katholischen Kirche zu dienen."

Die Vorbereitung der Weihe
Hier folgt die Struktur der Vorbereitung und Weihe:
Erste Woche - "Weihe unseres Leibes" bzw. "Eine Woche in Nazaret"
Zweite Woche - "Weihe unseres inneren Seins" bzw. "Eine Woche im Schoß des Vaters"
Dritte Woche - "Weihe unseres inneren Seins" bzw. "Eine Woche im Herzen Jesu"
Vierte Woche - "Weihe unserer Lebensbereiche" bzw. "Eine Woche im Schatten des Heiligen Geistes"
Fünfte Woche - Weihe an die Heiligste Dreifaltigkeit" bzw. "Eine Woche im Herzen der Dreifaltigkeit"

Die Verbindung
Die Österliche Bußzeit besteht aus fünf Wochen (danach folgt die Karwoche). So kann man schön die vier Wochen der Vorbereitung auf die 1. bis 4. Woche der Fastenzeit und die 5 Tage der Weihe auf die 5. Woche der Fastenzeit verteilen, so daß man sich ganz auf die Feier der Karwoche einlassen kann.
So lässt sich die Vorbereitung auf die Weihe sehr schön mit der Österlichen Bußzeit verbinden. Und zwar aus drei Gründen:
1.) weil die Fastenzeit neben Werken der Buße und der Nächstenliebe besonders auch eine Zeit des vermehrten Gebetes ist;
2.) weil die Fastenzeit eine Zeit der Vorbereitung auf Ostern ist. "Hilf uns, die vierzig Tage der Buße in rechter Gesinnung zu begehen, damit wir das heilige Osterfest mit geläutertem Herzen feiern." (Gebet bei der Segnung und Austeilung der Asche am Aschermittwoch.)
3.) weil sowohl die Struktur der Weihe-Vorbereitung wie auch die Struktur der Fastenzeit in wunderbarer Weise zeitlich und sachlich harmonieren.

Das Ziel
Wir wollen besser und tiefer aus der Kraft der Taufgnade unsere Taufverpflichtung leben und erfüllen. Nicht mehr und nicht weniger. Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt es mit diesen Worten: Gott hat uns erschaffen, damit an seinem glückseligen Leben teilhaben. Er ruft uns und hilft uns, ihn zu erkennen und ihn mit all unseren Kräften zu lieben. In Christus und durch ihn beruft er die Menschen, im Heiligen Geist seine Kinder zu werden und sein glückselige Lebe zu erben (vgl. KKK 1).









Dienstag, 12. März 2019


Predigt Konventamt St. Ottilien
am 1. Fastensonntag, 10. März 2019

Liebe Brüder und Schwestern
Ein neuer Weg auf Ostern hat sich aufgetan. In der Ostervigil erneuern wir unser Tauf-Versprechen.
Die Fastenzeit dient der Vorbereitung und lädt uns ein:
-         Auf das Wort Gottes zu hören
-         Uns erneut Gott zuzuwenden
-         Mehr Zeit für das Gebet aufzuwenden
-         Die Nächstenliebe intensiver zu leben
-         Gott schenkt uns diese hl. vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße (Tagesgebet).
Wozu?
-         Damit wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
-         Und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen. (Tagesgebet)
-         Also: erkennen und sichtbar machen.
-         Es geht um unsere Zugehörigkeit zum Herrn
-         und um unsere persönliche Berufung.
-         Dafür ist die Fastenzeit besonders geeignet.
-         Denn sie ist eine lebendige Erinnerung und eine Aktualisierung des Weges, den Jesus gegangen ist.
-         Sie ist eine lebendige Erinnerung und Aktualisierung seines Ja-Wortes an den Willen des Vaters.
-         Und diesen Weg gehen wir innerhalb der Kirchlichen Gemeinschaft.
-         Die ganze Kirche geht diesen Weg der Bekehrung, und sie bekehrt sich nur in dem Maße, wie sich der einzelne Christ sich bekehrt, sei er nun Kardinal oder Laie.

1.     Eine Zeit der Entscheidungen
Es gibt Momente in unserem Leben, da wir Entscheidungen treffen müssen:
In Bezug auf den Beruf, für die Familie, für die Ausbildung der Kinder, oder noch bedeutender: welche Richtung will ich meinem Leben geben: auf welche Werte oder Pseudo-Werte richte ich mein Leben aus?
Als Getaufte haben wir schon eine fundamentale Entscheidung getroffen:
-         Für Christus
-         Und für die Werte des Evangeli., von denen wir unser Leben bestimmen lassen.
Aber nun leben wir in der Welt:
-         Wir leben in diesem weltlichen Klima, in der weltlichen Atmosphäre
-         Wir stehen unter negativen Einflüssen
-         Zuweilen sind wir versucht, gewissen Mythen zu verfallen: des Profits, des Konsumismus, mehr dem Haben als dem Sein zu vertrauen.
-         Diese Mythen sind verlockend und können uns verleiten, unsere fundamentale Entscheidung in Frage zu stellen, besonders wenn uns der kritische Verstand abgeht.
-         Wie können wir diesen Manipulationen der Wahrheit begegnen?
-         Wie können wir diese Verführungen erkennen?
-         Die Antwort gibt uns das Evangelium:
-         Nur das Wort Gottes:
-         es ist das Kriterium der Unterscheidung und es ist eine befreiende Gnade.
-         Darum werden wir zum Schluss der Messe Gott bitten:
-         Stärke uns mit jedem Wort, das aus deinem Mund hervorgeht.
-         Christus macht die teuflische List des Versuchers zunichte
-         Und lässt uns die Bosheit des Feindes durchschauen. (Präfation)
Die Liturgie des 1. Fastensonntages stellt uns Jesus als den neuen Adam vor – Jesus als der Anfang einer neuen Menschheit. (Evangelium Lukas)
In der Wüste macht auch er die Erfahrung der Unsicherheit. Es ist die Frage:
soll ich der Versuchung zur Macht und zum raschen Erfolg nachgeben?
Oder soll ich mich meinem himmlischen Vater anvertrauen?
Er entscheidet sich für den Willen des Vaters.
Neben seinem Vater gibt es keine anderen Geschöpfe, die es verdienen vergöttert zu werden.
Gegenüber allen Täuschungen des Versuchers und aller Verführung zur Macht – Jesus erneuert seine Entscheidung für seinen Vater. „Gott allen anbeten und nur ihm dienen.“
Der absolute Primat Gottes! Gott an die erste Stelle treten lassen.
Das heißt in der Folge davon: den Menschen in den Blick nehmen.
Gott lehrt mich, dem Menschen gerecht zu werden.

2.     Ein Blick auf die Erste Lesung
Das Volk Israel hat immer die Erinnerung an die Großtaten des Herrn wachgehalten, besonders die Erinnerung an den Exodus: an die Befreiung aus der Versklavung.
Israel hat seine Existenz mit einem Glaubensbekenntnis zusammengefasst, es ist eine Kurzform der Heilsgeschichte. Wir haben es in der Ersten Lesung gehört.
Israel bekennt: seine Würde als Volk Gottes und die Gabe des Landes – das sind Werke Gottes. ER ist der Herr der Geschichte.
Dieses Glaubensbekenntnis hat etwas bewirkt:
-         ein klares Wissen davon, dass Gott die Initiative ergreift
-         und das Vertrauen, dass Gott mitgeht, dabeibleibt, dass er hilft.
Das ist die Struktur des Glaubens:
-         erst muß Gott sich zu erfahren geben, er muß seine Nähe, sein Mit-gehen, sein Da-sein unter Beweis stellen
-         erst müssen wir Gott erfahren.
-         Dann können wir bekennen: alles ist gut ausgegangen: denn Gott hat alles in der Hand, er hat mich geführt. Dann können wir uns ihm auch für die Zukunft anvertrauen.
-         Wer Gott glaubt, der radikalisiert sich in Gott.
-         Der lässt sich vom Wort Gottes leiten.
-         Und der kann – wie Jesus – die Schwierigkeiten des Lebens überwinden: der schreitet über Löwen und Nattern, tritt nieder Löwen und Drachen. Und dessen Fuß stößt nicht an einem Stein: nicht weil es keine Schwierigkeiten gäbe. Sondern weil er die Schwierigkeiten im Licht des Wortes sieht und sie angeht.
Dasselbe Thema begegnet uns in der Zweiten Lesung.
Paulus fordert uns auf, in Tod und Auferstehung Jesu das Fundament und das Zentrum unseres christlichen Lebens zu erkennen.
Das Glaubensbekenntnis des neuen Gottesvolkes, also der Kirche, unser Credo, mein Glaubensbekenntnis lautet: Gott hat Jesus von den Toten auferweckt und zum Herrn der Menschheit gemacht, des Universums, der Geschichte.
Dieses Anerkennen schließt Mund und Herz ein: „mit dem Mund bekennen und im Herzen glauben“.
Es geht also um dich als ganzen Menschen in deiner Offenheit für den Glauben, für deine fundamentale Entscheidung für die Taufgnade, für dein Zeugnis eines christlichen Lebens – oft genug ohne Worte.

3.     Fastenzeit als eine Zeit für das Gebet
Jesus als den Herrn meines Lebens anerkennen – das bedeutet,
-         dass ich nicht neutral bleiben kann gegenüber den Verpflichtungen, die sich aus der Taufe ergeben,
-         dass ich eine Position für Jesus beziehen muss.
Es gibt eine privilegierte Zeit und einen privilegierten Ort für mein Bekenntnis des Glaubens: das Gebet:
-         das Gebet ist Ausdruck deiner Anerkenntnis der Herrschaft Gottes über dein Leben
-         das Gebet ist der Ausdruck deiner Gotteskindschaft, damit antwortest du deinem himmlischen Vater.
Neben Fasten/Werken der Nächstenliebe ist das Gebet das stärkste Element der Fastenzeit.
Es wäre unehrlich, wenn wir jetzt sagen: Das ganze Leben sei Gebet. Das kann richtig sein. Diese Rede kann aber auch eine Methode sein, um in eleganter und frommer Weise unsere Faulheit zu verschleiern.
Wenn wir uns vor qualifizierten und spezifischen Zeiten des Gebets drücken, dann könnte das ein Hinweis darauf sein, dass wir einen schwachen Glauben haben. Die Krise des Glaubens hat zur Folge die Krise der Moral. Und diese zeigt sich in unserer Anfälligkeit für die Sünde.
Andererseits: um unseren Glauben wahrhaftig zu bekennen, reicht es nicht aus, wenn wir leere Gebetsformeln sprechen – ohne authentisch zu beten.
Was zählt, das ist unsere Übereinstimmung mit dem liebenden Willen des himmlischen Vaters.
Wenn wir so leben, dann können wir im Alltag die rechte evangeliumsgemäße Wahl treffen. Und dann erfahren wir die wahre Freiheit als Kinder Gottes.
Darum werden wir zum Schluss der Messe Gott bitten:
Stärke uns mit jedem Wort, das aus deinem Mund hervorgeht.

Sonntag, 18. Februar 2018

Predigt zum Ersten Fastensonntag

Erster Fastensonntag (18.1.2018, Konventamt St. Ottlien)
P. Willibrord Driever
Am Aschermittwoch haben wir die Fastenzeit begonnen.
Sie heißt eigentlich „österliche Bußzeit“.
Damit wird ein wichtiger Akzent gesetzt und die Richtung angezeigt.
Wie auf einem Pilgerweg bewegen wir uns in Richtung Ostern.
Das Ostergeheimnis ist die Feier von Tod und Auferstehung des Herrn.
Dieses Ostergeheimnis ist die Mitte unseres Glaubens.
Es gibt eine Liturgiefeier, in der wir die Stationen von Tod und Auferstehung des Herrn feiern.
Es ist ein Gottesdienst, der sich über drei Tage erstreckt.
Diese eine Liturgiefeier beginnt mit der Feier vom Abendmahl am Gründonnerstag, geht über den Karfreitag und kommt zur Hochform in der Feier der Ostervigil, der Feier der Osternacht.
In den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte war die Ostervigil der Termin für die Taufe schlechthin.
Eine Erinnerung an diese alte Praxis ist die Erneuerung des Taufversprechens in der Ostervigil.
Diese Erneuerung des Taufversprechens hat zwei Teile oder zwei Dimensionen:
1)    Die dreifache Absage:
an den Satan, um in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu können.
Die Absage an seiner Bosheit, damit es nicht Macht über uns gewinnt.
Und die Absage an seine Verlockungen zur Sünde.
Und wir antworten: ICH widersage
2)    Und der zweite Teil oder die zweite Dimension:
Das dreifache Glaubensbekenntnis an den dreifaltigen Gott.
Und wir antworten: ICH glaube.
So ist es auch bei der Taufe.
Wahrscheinlich wurden wir alle als Kinder getauft, damals hatten unsere Eltern an unserer Stelle das Taufversprechen abgelegt.
In der Ostervigil haben wir die Möglichkeit, dieses Versprechen ganz persönlich nachzuholen.
In der Präfation für die Fastenzeit heißt es:
„Du mahnst uns in dieser Zeit der Buße zum Gebet und zu Werken der Liebe,
du rufst uns zur Feier der Geheimnisse, die in uns die Gnade der Kindschaft erneuern.“
Welche Kindschaft? --- Unsere Gotteskindschaft!
Und die österliche Bußzeit mit ihren Sonntagen und den Lesungen will uns eine Hilfe sein, bei unserer Vorbereitung auf die Erneuerung unseres Taufversprechens.
Die Erste Lesung aus dem AT, aus dem Buch Genesis:
Erzählt von den verheerenden Folgen der Sintflut und von dem Bundesschluss.
Nach der Sintflut hat Gott mit Noach und mit der ganzen Menschheit einen Bund geschlossen.
Gottes Bund mit Noach eröffnet den Menschen eine neue Zukunft.
Die zweite Lesung aus dem NT, aus dem 1. Petrusbrief:
Petrus spricht von der Taufe als dem Gegenbild der Sintflut.
Die Rettung durch die Flut hindurch wurde Sinnbild für die Taufe.
So wie in der Sintflut die Bosheit vernichtet wurde,
so schenkt die Taufe das göttliche Leben, die Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, sie schenkt den Heiligen Geist.
Die Taufe orientiert uns auf Christus hin und befähigt uns zu einem Christus-gemäßen Leben.
Im Evangelium hat Christus dies bestätigt und hat zwei Realitäten angesagt:
1)    die Zeit ist erfüllt,
2)    das Reich Gottes ist da.
Und er hat dann zwei Einladungen ausgesprochen oder zwei Forderungen gestellt:
1)    glaubt dieser guten Nachricht
2)    und ändert entsprechend euer Leben.
Dabei wird es an Versuchungen nicht fehlen.
Aber Christus macht die teuflische List des Versuchers zunichte
und lässt uns die Bosheit des Feindes durchschauen.
Darum bitten wir am Schluss der Heiligen Messe: Stärke uns mit jedem guten Wort, das aus deinem Mund hervorgeht.
Es ist immer das selbe, und eigentlich ganz einfach –  in der Sache, nicht in ihrer Realisierung: es geht nämlich immer um: Nachfolge Jesu oder christliche Existenz oder christus-gemäßes Leben – nennen Sie es, wie sie wollen.
Es ist ein Leben aus der Taufgnade. Dazu hat Gott schon alles gegeben: die heilig-machende Gnade; sie befähigt uns zu einem christlichen Leben.
Zwei Beispiele:
·        Die sakramentale Ehe ist nur zwischen zwei Getauften möglich.
·        Die monastische Profess kann nur von einem Getauften abgelegt werden.
Aber wir haben dieses Geschenk der Taufgnade noch nicht angenommen,
Wir haben den Taufbund noch nicht persönlich ratifiziert.
oder bildlich: wir haben das Geschenk noch nicht ausgepackt.
Und darum kann der Heilige Geist in uns noch nicht so richtig wirken.
Er manipuliert uns nicht. Er wartet auf unsere Zustimmung, auf unsere Einladung.
Eine solche bewusste Entscheidung für die Taufe können wir setzen durch die Tauferneuerung.
Und dazu lädt die Kirche uns ein
-         in der Ostervigil
-         und jetzt in dieser Vorbereitungszeit der österlichen Bußzeit.
Wiederum aus der Präfation von der Fastenzeit:
„Denn jedes Jahr schenkst du, Gott, deinen Gläubigen die Gnade, das Osterfest in der Freude des Heiligen Geistes zu erwarten.“

Gehen wir diesen österlichen Pilgerweg in der Freude des Heiligen Geistes auf das diesjährige Osterfest zu.