Samstag, 1. August 2020

Predigt in Heilig Geist München am 29. Juli 2020 - Hl. Marta

Predigt

Heilige Messe in Heilig-Geist, München

29. Juli 2020, Gedenktag der hl. Marta

 

Lesung 1 Joh 4,7-16

Worin besteht die Liebe?

Darin dass Gott uns geliebt hat.

Was ist das für eine Liebe? Eben göttlich. Dh: nicht menschlich.

Unsere menschliche Liebe: wie wir (begrenzt, bedingt)

Gott unbegrenzt, unbedingt.

Wenn wir das be-greifen, werden wir liebesfähig.

Göttliche Liebe will in uns gott-menschliche Liebe werden.

Nicht irgendeine Tugendübung.

Sie macht unser Tun erst menschlich.

Ohne diese Liebe ist unser Tun – vielleicht sehr eifrig, aber unmenschlich, unchristlich.

Schenkende, helfende, verzeihende Liebe Ist Antwort auf die Liebe Gottes zu uns. – Größe unserer Berufung.

 

 

Evangelium Lk 10,38-42:

Das ist die Geschichte vom Besuch Jesu bei Martha und Maria.

Lukas erzählt in seinem Sondergut von einer Frau namens Marta, die Jesus in ihrem Haus Unterkunft gewährte.

Nur nebenbei kommt die Rede auf Maria, die Schwester der Gastgeberin: sie setzt sich zu Füßen nieder und hört auf sein Wort.

Die Szene springt sofort wieder zurück zu der geschäftigen Maria; sie ist um das leibliche Wohl des Gastes besorgt, und sie beschwert sich bei Jesus über die Untätigkeit ihrer Schwester Maria.

Jesus antwortet nun der Marta und spricht sie direkt an: Dadurch tritt Maria auf der thematischen Ebene in den Mittelpunkt: Sie hat den besseren Teil erwählt, der ihr nicht genommen wird.

Was ist denn dieses „Eine Notwendige“, der „Bessere Teil“?

Es geht um Probleme in der Gemeinde, und diese werden in den Verhaltensweisen der beiden Schwestern dargestellt.

In der Gemeinde des Lukas scheint sich ein geschäftlicher christlicher Aktivismus breitgemacht zu haben.

Möglicherweise will Lukas mit seiner verhaltenen Kritik an der dienenden Marta ein Korrektiv zur Werkfrömmigkeit geben: Der Liebesdienst ist wichtig, aber er darf den Wort-Dienst, das Hören des Worte, nicht verdrängen.

Der Liebesdienst darf uns nicht taub machen für das Hören des Wortes Gottes.

Die Prioritäten waren also in der Gemeinde falsch gesetzt.

Das scheint also scheint nach Lukas das „Eine Notwendige“ zu sein: Der Bessere Teil.

Blicken wir uns noch etwas um im Lukas-Evangelium, ob wir dafür eine Bestätigung finden. Ich werde jetzt einfach die Stellen aus dem Lukas-Evangelium vorlesen, an denen vom Hören des Wortes die Rede ist.

·        Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage? (6,46) – Unsere Taten zeigen besser als unsere Reden, was wirklich in uns steckt.

·        Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt. Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. (6.47.48) – Das Gleichnis vom Hausbau bildet bei Lukas den Abschluß der Feldrede. Beim Bauen kommt alles auf das feste Fundament an, beim Hören des Wortes kommt es auf das Tun an.

·        Wer Ohren hat zum Hören, der höre! (8,8) – Viele Menschen kamen zu Jesus und hörten ihm zu, aber nur wenige hielten bei ihm und seinem Wort aus.

·        Auf guten Boden ist der Same bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen. (8,15). – Der Ackerboden kann nichts dafür, dass er gut oder schlecht ist. Aber von uns, den Hörern des Wortes wird verlangt, dass wir „mit gutem und aufrichtigem Herzen“ hören und Frucht bringen.

·        Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört! (8,18) – Die Leute in Nazareth haben auch „gehört“, aber in einer solchen Weise, dass sie Jesus ablehnten. Nur wenn wir die Botschaft richtig gehört und in uns aufgenommen haben, können wir sie anderen weitergeben.

·        Meine Mutter und eine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln. (8,21). – Vom Hören des Wortes Gottes war im Gleichnis vom Sämann und in der Auslegung dieses Gleichnisses die Rede. Das rechte Hören, das Festhalten am Wort und das Leben nach dem Wort Jesu – das und nichts anderes führt in seine Nähe. Nicht durch blutmäßige Abstammung wird man Verwandter Jesu. Das müssen seine Blutsverwandten lernen, die aus Nazareth gekommen sind, um ihn zu sehen.

·        Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu (10,39). – Jesus lässt sich bewirten, „aber nur eines ist notwendig“: die Gabe, die er bringt und die er selber ist. Jesus ist Wort: in dem, was er sagt, und in dem, was er tut oder leidet. Dieses Wort hören oder aufnehmen, das ist das eine Notwendige. – Was heißt Lieben? Lieben heißt, aus dem HÖREN des Wortes heraus handeln. Diese Erzählung handelt vom Geheimnis des Redens Jesu und vom Hören des Menschen. Wo gehört wird, kommt es zum rechten Handeln.

·        Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen (11,28). – Wo Jesus spricht und handelt, kommt über die Menschen Gottes Herrschaft und sein Reich. Und der hörende Mensch empfängt eine neue Fähigkeit zur Mitfreude, zur Freiheit am Wort. Das hat die Frau erfahren, die auf einmal nicht mehr schweigen konnte und die Mutter Jesu glücklich preisen musste. Daraufhin stellt Jesus etwas klar:

1. Maria ist nicht deswegen glücklich zu preisen, weil sie die Mutter Jesu ist, sondern weil sie zu denen gehört, „die das Wort Gottes hören und es befolgen“;

2. Maria ist die vollkommene Hörerin des Wortes, aber sie ist nicht die einzige; alle, die das Worte hören und es befolgen, haben Gemeinschaft mit Jesus, und sie alle sind glücklich zu preisen.

So dürfte deutlich geworden sein, was mit dem „Einen Notwendigen“ gemeint ist.

An die Stelle der vielen Sorgen um das Irdische muss die zentrale Sorge um das Reich Gottes treten. Und das Reich Gottes kann man ja nur erlangen durch das Hören auf das Wort Jesu.

Die Herausforderung an mich besteht darin, beides zu sein: Martha und Maria, der im Tätigsein kontemplative Mensch, dessen Arbeit für den Herrn durch ständigen vertrauten Umgang mit ihm belebt wird.

Ist das für mich eine Herausforderung, oder habe ich mich für ein Tätigsein entschieden, welches vorher und nachher von einigen Gebeten eingerahmt ist?

Wie kann ich dann unterscheiden: den Anruf Jesu an mich – von den Anforderungen, die ich an mich stelle und mit denen ich mich eventuell überfordere?

Die Kritik Jesu an Marta:

1.      Marta ist tätig, ohne Betrachtung

2.      Tätig-sein, ohne Gottes-Bezug

3.      Marta will alles selber machen, lässt Gott nicht mehr handeln, lässt keinen Raum für Gott: fehlender Glaube und fehlende Hoffnung, Misstrauen.

4.      Glaube und Hoffnung fehlen, weil die Liebe fehlt

5.      Aktivität anstelle der Liebe

6.      Botschaft an uns: Wachstum in der Liebe, dann wissen wir auch, was wir in Glaube und Hoffnung tun sollen.


Montag, 27. Juli 2020

Predigt in Heilig Geist, München, Hl. Messe zum 17. Sonntag im JK (LJ a) am 25. Juli 2020

Erste Lesung 1 Kön 3,5.7-12

·        Salomon ist König geworden 

·        Fühlt sich zu jung, darum zu schwach 

·        Dann der Blick auf seine Situation: darum die Bitte um ein hörendes Herz, Unterscheidung und Entscheidung. 

·        Ein gutes Gebet: Anamnese, zunächst Erinnerung an die Großtaten Gottes, dann auf dieser Grundlage die Bitte. 

·        Hat Gott die Bitte erfüllt? Ja. Gott selber sagt es: Ich gebe dir… 

·        Aber im Fortgang seiner Lebensgeschichte: 1 Kön 11 

·        700 Hauptfrauen, 300 Nebenfrauen. Problem: nicht Polygamie. 

·        Verbot: Frauen fremder Völker, Warnung: Herz abtrünnig; im Alter: Verführung zur Verehrung fremder Götter (manche werden im Alter klüger, Alter schützt vor Torheit nicht); Strafe: Erhebung von Gegner, Entzug des Königtums 

·        Dem hörenden Herzen treu bleiben, horchen, gehorchen

 

Zweite Lesung: Röm 8,28-30

Frage: welchen Raum, Umfang hat unser Leben?

Der Zeitraum zwischen Geburt und Tod? Das wäre wenig.

Viele Zeitgenossen begnügen sich damit: „Wenn ich in der Kiste liege, dann ist eben nichts mehr.“

Gott (Röm) hat mehr zu bieten: einen ewigen Ursprung u ein ewiges Ziel.

Unsere ewige Berufung und Bestimmung: Christus ähnlich werden und an seinem Leben teilhaben.

Das ist: Gottes Absicht und unsere Hoffnung.

Hoffnung? „Wir wissen“

Ziel Lesung: uns mit Sicherheit über unser Heil erfüllen (Heils-Sicherheit, Heils-Gewissheit).

Das geschieht mittels einer Reflexion über den Heilsplan Gottes.

Gemäß Heilsplan: Gott hat uns von Ewigkeit schon gekannt und geliebt.

Dazu bestimmt: dem Bild seines Sohnes ähnlich zu werden.

Das war schon seit Ewigkeit in Gott.

Jetzt aber: konkret geworden. Wann? In unserer Taufe!

Seitens Gottes ist da so sicher: hat! (Perfekt)


 

Evangelium Mt 13,44-52

·         Abschluß einer großen Gleichnis-Rede: Ziel, das Mysterium des Reiches Gottes erklären. 

·         Am Ende drei Gleichnisse: Reich Gottes: 

·         wie 1 Acker, 2 Perle (Akzent: alles tun, um RG zu erhalten), 

·         3 Netz (gute und schlechte Fische, ähnlich wie Gleichnis vom Unkraut im Weizen, vergangener Sonntag). Akzent: auf Scheidung, die am Ende stattfinden wird, und auf das Los der Gescheiterten. 

·         Jesus fragt: Habt ihr das alles verstanden? 

·         Was heißt „verstehen“? mit dem Verstand? Ja. Intellektuell. 

·         Es gibt noch eine zweite Ebene des Verstehens: mit dem Herzen. Was heißt das? 

·         Dem Wort Gottes Raum geben in uns, damit es in uns wachsen. Damit wir wachsen, Frucht bringen auf der Grundlage des Wortes Gottes. 

·         Und darauf kommt es an: hier fallen die kleinen Entscheidungen des Alltags und die großen Entscheidungen meines Lebens. 

·         Jesus fragt: Habt ihr das alles verstanden? 

·         Nur wer das verstanden hat, ist ein echter Jünger Jesu und kann dann auch anderen die Geheimnisse des RG verkünden.


Sonntag, 21. Juni 2020

"Wenn einer Gay ist und den Herrn sucht..."

Zeit und Ort:

PRESSEKONFERENZ DES HEILIGEN VATERS
AUF DEM RÜCKFLUG AUS BRASILIEN

Sonntag, 28. Juli 2013

Frage von Ilze Scamparini:
„Ich möchte um Erlaubnis bitten, eine etwas heikle Frage zu stellen: Noch ein anderes Bild ist gewissermaßen um die Welt gegangen, und zwar das von Mons. Ricca mit den Nachrichten über seinen Umgang. Ich möchte wissen, Heiligkeit, was sie in dieser Frage zu tun gedenken. Wie ist diese Frage anzugehen, und wie gedenkt Seine Heiligkeit, die ganze Frage der Gay-Lobby anzugehen?“

Antwort von Papst Franziskus:
Dann sprachen Sie von der Gay-Lobby. Ach, es wird so viel über die Gay-Lobby geschrieben … Ich glaube, wenn jemand sich einem solchen Menschen gegenüber sieht, muss er das Faktum, „Gay“ zu sein, von dem Faktum unterscheiden, daraus eine Lobby zu machen. Denn die Lobbies – alle Lobbies – sind nicht gut … Wenn einer Gay ist und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen? Der Katechismus der Katholischen Kirche erklärt das sehr schön, aber er sagt: Halt! Diese Menschen dürfen nicht an den Rand gedrängt werden, sie müssen in die Gesellschaft integriert werden. Das Problem liegt nicht darin, diese Tendenz zu haben, nein, wir müssen Brüder und Schwestern sein, denn das ist nur ein Problem von vielen. Das eigentliche Problem ist, wenn man aus dieser Tendenz eine Lobby macht: Lobby der Geizhälse, Lobby der Politiker, Lobby der Freimaurer – so viele Lobbies. Das ist für mich das schwerwiegendere Problem. Und ich danke Ihnen sehr, dass Sie diese Frage gestellt haben.“

Soweit der Ausschnitt aus der Pressekonferenz.
Was geschah danach?
Zwei sehr verschiedene Gruppen haben diesen einen Satz von Papst Franziskus falsch verstanden:
Gruppe A: HuK, LSVD, die Vertreter einer Queer-Theologie und die darin vertretenen und damit sympathisierenden Katholiken.
Gruppe B: die Katholiken, die dem Lehramt der Kirche folgen.

Beide Gruppen haben den Satz so verstanden, als habe der Papst damit den homosexuellen Lebensstil und die homosexuellen Handlungen barmherzig "durchgewunken"; die einen habe gejubelt, die anderen waren verunsichert.
Und beide haben sich geirrt und den Papst und seine Aussage falsch verstanden.

Und worum geht es dann?
Beide haben den in der päpstlichen Aussage enthaltenen Wunsch nach Bekehrung nicht erkannt.

Hier folgt der Beweis.
2016 erschien im Kösel-Verlag die deutsche Übersetzung eines Interviews:
Papst Franziskus, Der Name Gottes ist Barmherzigkeit. 
Ein Gespräch mit Andrea Tornielli.

Frage von Andrea Tornielli:
Darf ich Sie fragen, welche Erfahrung Sie in der Beichte mit homosexuellen Menschen gemacht haben? Ihre Antwort auf eine entsprechende Frage bei der Pressekonferenz anlässlich Ihres Rückfluges von Rio de Janeiro lautete ja: "Wer bin ich, dass ich mir ein Urteil anmaße?" Sie hat viel Aufsehen erregt.

Antwort von Papst Franziskus:
Bei dieser Gelegenheit habe ich damals gesagt: Wenn ein Mensch schwul oder lesbisch und guten Willens ist und den Herrn sucht, wer bin ich, ihn verurteilen zu wollen? Ich habe den Katechismus der katholischen Kirche zitiert, wo es heißt, man müsse solche Menschen mit Zartgefühl behandeln und dürfe sie nicht an den Rand drängen. Vor allem finde ich es richtig, von "homosexuellen Menschen" zu sprechen: Denn zuerst ist da der Mensch in seiner Ganzheit und Würde. Der Mensch wird ja nicht nur durch seine Sexualität definiert: Vergessen wir nicht, dass wir alle von Gott geliebte Geschöpfe sind, denen er seine unendliche Liebe zuteilwerden lässt. Mir wäre es lieber, dass homosexuelle Menschen auch zur Beichte kommen, dass sie dem Herrn nahe bleiben, dass man miteinander beten kann. Dann kann man ihnen zum Gebet raten, zum guten Willen. Man kann ihnen den Weg weisen und sie begleiten. (Seite 83f.)

Die Botschaft ist eigentlich klar: Der Papst wollte nicht von den "Homosexuellen", sondern von homosexuellen Menschen sprechen, da der Mensch nicht durch seine Sexualität definiert wird.

Das Aufkommen des Missverständnisses ist verständlich.
Und der Papst selber dazu beigetragen.
Wie?
Indem er sich mit seiner Rede von "homosexuelle Menschen" (wohl ungewollt und unbewußt) der Queer-Terminologie bedient hat: "Wenn einer Gay ist", so als gäbe es ein drittes Geschlecht der "homosexuellen Menschen", neben den schöpfungsmäßig aufeinander bezogenen (komplementären) Männern und Frauen, von denen das biblische Zeugnis spricht (Genesis). Diese Queer-Terminologie ist kirchenamtlich nicht rezipiert.
Eindeutiger wäre es gewesen, wenn er von "Personen mit gleichgeschlechtlicher Neigung" gesprochen hätte. Auch Päpste können sich irren. Päpste sind nicht unfehlbar.

Samstag, 21. März 2020

Corona und Abtreibung

In diesen Zeiten heißt es immer wieder, diese Zeit sei auch eine Chance, zur Ruhe zu kommen und Einkehr zu halten, zu entschleunigen, sich zu besinnen.
Und was könnte uns dann aufgehen?
Zum Beispiel dies...

Nachdenkliches zum Ersten:

„Weltweit werden jedes Jahr 57 Millionen Schwangerschaftsabbrüche durch­geführt, fast die Hälfte davon unter unsicheren medizinischen Bedingungen. Dies geht aus einer Untersuchung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hervor, die anlässlich des „International Safe Abortion Day“ im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)31794-4) veröffentlicht wurde.“
Das sind 125.000 pro Tag.

oder dies:

Statistik zu Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland bis 2019
Veröffentlicht von Statista Research Department, 09.03.2020: Im Jahr 2019 wurden deutschlandweit 100.893 Schwangerschaftsabbrüche gezählt. 

Soweit die Statistiken.

Machen wir eine Rechnung:
1. Rechnung: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland pro Woche 1.940 Personen durch Abtreibung getötet.
2. Rechnung: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland bei einer Arbeitswoche von fünf Tagen (MO bis FR) täglich 388 Personen durch Abtreibung getötet.

Nachdenkliches zum Zweiten: 

Die Corona-Statistik für den 21. März 2020: 75 Verstorbene in Deutschland. Tendenz: Steigend.

Nachdenkliches zum Dritten: die Synthese
  • Am 21. März 2020 wurden 5x mehr Personen durch Abtreibung getötet als an einer Seuche verstorben sind.
  • Die durch Abtreibung getöteten Personen und die von der Seuche Dahingerafften haben etwas gemeinsam: beide sind unschuldig.
  • Und es gibt einen Unterschied: die einen wurden von Menschenhand getötet, die anderen starben an einer Erkrankung.
  • und jeder Mensch, sei er durch Abtreibung getötet oder sei er eines natürlichen Todes gestorben, hat ein Gesicht und ist vom Herrn und Schöpfer des Lebens unendlich geliebt (vgl. die heutige Predigt im Konventamt)
  • Das Bistum Augsburg hat eine Novene veröffentlicht: "Novene auf die Fürsprache der Heiligen Corona um die Befreiung von Krankheit und Not in der Bedrohung durch das Corona Virus." Das ist gut.
  • Die stillen Beter auf den Gehsteigen vor den Abtreibungskliniken haben keine gute Lobby, auch nicht in der Kirche.
  • Aber dafür beten wir ja alle fleißig um ein baldiges Ende der Epidemie und besonders um persönliche Verschonung. Warum eigentlich? Um hinterher genau so weitermachen zu können wie vorher?
  • Wir die Epidemie national oder global gesellschaftlich oder kirchlich als Aufruf zur Besinnung, zur Umkehr und zur Bekehrung interpretiert?
Ich höre schon die Aufschreie der Entrüstung und das Empörungs-Getöse. Oder sollten diese Stimmen schon verstummt sein? Es könnte ja sein, dass durch die Aufzählung dieser Fakten die „Rüstung“ unbrauchbar wurde und so „Entrüstung“ geschehen ist.

Kein Problem. 

Zynismus? Realismus!

Zynismus ist es wenn man die Tötung durch Abtreibung

1. als „prokreative Gesundheit“ deklariert und

2. als Pro Familia bezeichnet. 

Jetzt fällt mir ein Vers aus dem AT ein: Am 7,13 In Bet-El darfst du nicht mehr prophezeien; denn das hier ist das königliche Heiligtum und der Reichstempel.

Montag, 2. Dezember 2019

Predigt charismatischer Gd Illerberg DO 28.12.2019


Donnerstag der 34. Woche (28.11.2019)
Charismatischer Gottesdienst in Illerberg
Lesung Daniel 6
Gott beschützt  treuen Diener, Gebet hingegeben. Thema Buch Daniel.
Unterstützung der Glaubenstreuen, die wegen ihres Glaubens reale Verfolgung erleiden.
Die Glaubenstreue Daniels angesichts der Folter und die wunderbare Errettung haben Folgen: König Darius bekehrt sich.
Historischer Kern, wurde umgeformt von der Volksfrömmigkeit, zu einer theologischen und moralischen Lehr-Erzählung.
Gegenwart der Engel: Gott ist nahe. Gott rettet, ohne das Daniel irgendwas getan hätte: er glaubt nur und betet 3x am Tage, ohne Angst, ohne Komplexe, hat nicht provoziert.
Er hat einfach nur gebetet. Offene Fenster. Totalitäre Systeme und Ideologien dulden keine offenen Fenster.
Wer ist dieser Gott? Dekret des Königs Darius gibt Antwort.
Diese Verkündigung müsste in unseren atheistischen Zeiten bei vielen Menschen Aufmerksamkeit erwecken.
Wir Christen leben in einer Zeit des geistlichen Widerstandes gegen das neue Heidentum. (Hellowen, Potter).
Es ändern Details, Personen. Die Löwen sitzen nicht mehr in der Grube.
Daniel: gesetzestreuer Juden, Glauben treu, auch wenn es nicht lohnt.
Aber die Welt braucht Gott. Und sie braucht Menschen, die Gott erfahren haben und davon Zeugnis geben.
Die Bitte an uns, Kinder Gottes sind und Jesus nachzufolgen.
Evangelium Lk 21
Zerstörung Jerusalems: nach Lukas ein Strafgericht. Aber kein definitives Strafgericht.
Jesus errichtet das Reich Gottes auf Erden.
Jesus identifiziert das Ende der Welt mit seinem Kommen.
Und was ist die Folge: Ein Freudenruf: Die Erlösung ist nahe!
Das herrliche Erscheinen des Herrn am Ende der Zeiten ist Heil und endgültige Befreiung für uns Menschen.
Das Ende der Welt ist für uns Christen:
·         Der Akt, welcher die Geschichte der Menschheit beendet
·         Die endgültige Erlösung.
Also: Jesus wird wiederkommen und er wird sich jedem zeigen, und wir werden ihn sehen können von Angesicht zu Angesicht.
HG III: Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.
HG IV: wir bekennen seine Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten sein Kommen in Herrlichkeit.
Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, - wie lange? bis du kommst in Herrlichkeit.
Nach dem VU: Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das KOMMEN unseres Erlösers Jesus Christus erwarten.

Von wo? Woher kommt er? Antwort im Credo:
Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit. (Großes Credo)
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen. (Apost. GlaubensBek)
Wozu kommt er? Zu richten die Lebenden und die Toten (Gr. Credo; GL 568)
Wie kommt er?
1.      Er kommt ständig auf uns zu.
Seit seiner Erhöhung und Himmelfahrt. Er kommt jetzt. Eucharistie
Er kommt in jedem Augenblick deiner Existenz.
Er kommt immer auf uns zu. Wir haben immer Zukunft
Weil ER immer auf uns zukommt. Das ist unsere Zukunft. Die Zukunft der Kirche. ER ist unsere Zukunft.
2.      Einmal kommt er endgültig. Und dies zweifach
a.       Und er kommt bei der Vollendung der Zeiten. Für alle. Gleichzeitig. Das ist das Geheimnis des Advent. Die ersten drei Wochen des Advent dienen dazu, uns das Mysterium der Parusie Jesu Christi bewusst zu machen. Nur die letzten sieben Tage des Advent (ab 17. Dezember) dienen der Vorbereitung auf die Feier des Geburtsfestes Jesu.
b.      Und Er kommt für dich ganz persönlich in der Stunde deines Todes. Du warst dem Tod noch nie so nahe wie jetzt. Und auch das stimmt immer. Das ist in jedem Augenblick war. Du warst dem Tod noch nie so nahe wie jetzt.

Bist du bereit, IHM zu begegnen?
Wenn wir ihn wie einen Freund gesucht haben, dann werden wir ihm mit Freude begegnen.
Wenn wir ihn verraten, vergessen haben, dann wird sich diese Begegnung in Angst und Schrecken ereignen.
Heil oder Verdammung, Untergang oder Befreiung, Glückseligkeit oder Verzweiflung: die Wahl treffen wir jetzt schon, in unserem Leben in der Zeit, für die Ewigkeit.

Montag, 11. November 2019

Predigt zum 32. Sonntag Lesejahr C


Predigt 32. Sonntag im Jahreskreis C (9./10. November 2019) Heilig Geist, München
Erste Lesung
·       Makkabäer: Einfluss der Antike
·       Verfolgung der strenggläubigen Juden unter König Antiochus.
·       Eine Mutter mit 7 Söhnen: Gegen das mosaische Gesetzt – oder Tod.
·       Viele Märtyrer
·       So entstand die Hoffnung auf Auferstehung.
·       Unter dem Einfluss der griechischen Philosophie: Lehre von der Unsterblichkeit der Seele (ohne Körper)
·       Aber die hebräische Bibel unterscheidet nicht zwischen Leib und Seele.
·       Bibel bezieht sich auf den ganzen Menschen.
·       Hier zum ersten Mal: Unsterblichkeit, Auferstehung der Toten
·       (allerdings hier nur: Auferstehung der Gerechten)
·       Mensch als Einheit von Leib und Seele.
·       Gott schenkt dem ganzen Menschen die Hoffnung auf ewiges Leben.
·       Ein Sohn antwortete: Der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.
o  Es ist die Sicherheit Jesu, er blieb der treue Zeuge des Vaters und ging dafür in den Tod am Kreuz
o  Es ist die Sicherheit der christlichen Märtyrer, die sich dem Auferstandenen anvertrauten.
o  Es ist die Sicherheit der ganzen Kirche, die in der Sicherheit der Auferstehung lebt, und die deswegen alle Anfeindungen von außen und von innen überwinden kann.


Zweite Lesung
·        Paulus betet für seine Gemeinde Thessalonich
·        Dann bittet er um das Gebet der Gemeinde für die Apostel und Missionare, damit das Wort des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird.
·        „Wort des Herrn“ ist das Evangelium
·        Verherrlichung: wenn das Wort verkündet, gehört und angenommen wird.
·        GOTT verherrlicht sein Wort: Menschen zu erreichen und Herzen zu verwandeln.
·        Warum beten? Eine Wahrheit: der Mensch kann das Heil nicht allein von sich aus erlangen.
·        Das Heil ist die Gottes
·        Wir Christen müssen uns schon nach dem Heil austrecken, bemühen; aber dazu reichen unsere Kräfte nicht aus, darum nur zusammen mit der Gnade.
·        Und die erlangen wir durch das Gebet.
·        „Aber der Herr ist treu“
o   Nichts kann uns erschüttern
o   Wir stehen in der Liebe des Vater
o   Christus ist das Zeichen dafür
o   Er verrät uns nicht, wird nicht untreu.
o   Es liegt an uns, dem zu glauben.
o   Nicht abgehoben von der Realität: denn:
o   „Er wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren“
o   Diese Kraft erlangen wir durch Gebet
·        „unbeirrt auf Christus warten“: Advent
o   In der Liturgie vier Hinweise
o   Credo: er sitzet zur Rechten des Vaters…
o   Hochgebet III: Wir verkünden sein heilbringendes Leiden, seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt und erwarten seine Wiederkunft.
o   Nach der Wandlung: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir…
o   Vaterunser: Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus erwarten.
·        Das Geheimnis der Wiederkunft des Herrn am Ende der Zeiten
o   In den letzten Wochen des Kirchenjahres
o   In den ersten drei Wochen des Advent
Evangelium
·       „Gute Frage!“ – boshafte Frage, Jesus lächerlich machen (Sadduzäer)
·       Jesus und Pharisäer: es gibt die Auferstehung
·       Jesus: Nein: Leben der kommenden Welt als Verlängerung des gegenwärtigen Lebens.
·       Unser Leben in der kommenden Welt wird grundsätzlich, vollständig neu, anders sein als hier ist.
·       Sondern: Antwort Jesu gründet nicht auf Wissenschaft, sondern auf den Glauben.
·       Der Gott Abrahams ist auch der Gott der Lebenden
·       Gott: IST Leben und schafft und gibt Leben
·       Gott ist so sehr lebendig: dass er Grenze des Todes überspannt, steigt, aufhebt.
·       Schluss mit zwei Missverständnissen:
o   Unsterblichkeit der Seele nicht ein philosophisches Postulat, Konstrukt, Hypothese.
o   Auferstehung der Toten ist nicht die Wiederbelebung eines Kadavers. Sondern: In der Auferstehung sein: dh: nicht mehr sterben; bei Gott angekommen sein
·       Nicht die Biologie oder Anti Aging  haben das letzte Wort, sondern die schöpferische Liebes-Macht Gottes.
·       Dieses neue, ewige, unzerstörbare Leben tragen wir jetzt schon in uns:
o   Durch die unsterbliche Seele
o   Durch die Taufgnade
·       Wir sind jetzt schon offen auf die neue Welt hin.
·       Leben in der Erwartung der Fülle und Vollendung
·       Die Ehe ist ein hohes Gut, aber nicht das höchste Gut.
·       Das höchste Gut ist das Reich Gottes.
·       Im Himmel: Reich Gottes in Vollendung.
·       Da gibt es keine Ehe mehr: weil dort Gott die Vollendung des Menschen ist.
·       Der jungfräuliche Mensch ist dafür ein Symbol.