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Sonntag, 29. Mai 2022

Meine Erfahrung mit dem Heilig-Geist-Rosenkranz

1. Es gibt viele schöne Novenen, und die wichtigste Novene ist jene, die uns der Evangelist Lukas überliefert hat, nachzulesen in: Luka 24,49-53 und Apostelgeschichte 1,4-14 und 2,1-4. Das sind genau 9 Tage von Himmelfahrt bis Pfingsten.

2. In diesen Tage bete ich die "Pfingstnovene. Komm herab, o heiliger Geist. Neun Tage mit der Pfingstsequenz", herausgegeben vom Bistum Passau Neuevangelisierung. Danke an die Stelle Neuevangelisierung in Passau!

3. Zusätzlich bete ich den Heilig-Geist-Rosenkranz. Am ersten oder am zweiten Tag kam mir der Gedanke, den RK zu personalisieren, also weg vom Allgemeinen hin zum Persönlichen. Das ging so:

1 ... Jesus, der MEIN Herz für die Gnadenfülle des Heiligen Geistes empfänglich machen wolle...

2 ... Jesus, der MIR den Heiligen Geist erbitten und in MIR die drei göttlichen Tugenden vermehren und stärken wolle ...

3 ... Jesus, der MICH durch den Heiligen Geist stärken, erleuchten, leiten, regieren, führen und heiligen wolle

4 ... Jesus, der MEIN Herz mit der Liebe des Heiligen Geistes entzünden und mit tiefster Demut, Sanftmut, Geduld, Ergebung, Hingabe, Kraft und Heiligkeit erfüllen wolle ...

5 ... Jesus, der MIR die sieben Gaben und die zwölf Früchte des Heiligen Geistes erflehen, alles Gute verleihen und alles Böse abhalten wolle ... 

4. Dabei erkannte ich, wie sehr ich das alles nötig habe (d.h.: nötig brauche), ich erkannte, dass es zuerst um mich und um meine Bekehrung geht, nicht um die der anderen. Ich bin dran. Ich bin gemeint. Es geht um meine Mitarbeit mit der in mir wirkenden Gnade... nach dem Gebet des heiligen Franziskus: Herr, erneuere deine Kirche und fange bei MIR an...

5. nun kann man das alles ja auch ganz anders sehen und beurteilen. und das klingt dann so:

- typisch katholische Werkerei

- krasser Heilsegoismus

6. Meine Antwort: Red' nicht so blöd / so gscheid daher! Mach mit! Probier's aus! Und dann melde dich, wenn du magst.

Samstag, 8. Mai 2010

Wie lange dauert Ostern?

Wussten Sie schon, dass wir SIEBEN Wochen Ostern feiern?
Eine Woche hat siebe Tage.
Sieben mal sieben macht 49.
Aber das ist noch nicht genug.
Da muss noch eins drauf!
Macht 50.
Fünfzig auf Griechisch heißt: Pentekoste.
Zu Deutsch: Fünfzig.
Das wäre dann der sog. Pfingsttag.
Pfingsten ist also der 50. OSTERTAG, kein Fest des Heiligen Geistes.

Glauben Sie nicht?
Dann achten Sie auf das Tagesgebet vom 6. Sonntag der Osterzeit.
Dort heisst es:
Allmächtiger Gott, laß uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.

Na bitte... Oder glauben Sie immer noch nicht?
Dann lesen Sie bitte das Tagesgebet vom Samstag der siebten Osterwoche:

Allmächtiger Gott,
am Ender der heiligen fünfzig Tage bitten wir dich:
Gib uns die Gnade,
daß wir in einem Leben aus dem Glauben
das Ostergeheimnis deines Sohnes bewahren,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Das Problem ist, dass dieses Tagesgebet wohl nur von den wenigen vernommen wird, welche das Stundengebet an diesem Tag verrichte, und dass kaum ein Christ dieses Tagesgebet in einer hl. Messe vernehmen wird, weil es - landauf, landab - kaum noch einen Gottesdienst am Samstagmorgen gibt, seitdem die Vorabendmessen am Sonnabend eingeführt worden sind.)

Der theologische Hintergrund für die "Feier der heiligen fünfzig Tage":

Gott, unser Herr,
du hast das österliche Geheimnis
im Geschehen des Pfingsttages vollendet

und Menschen aus allen Völker das Heil geoffenbart...
(Tagesgebet in der Messe am Vorabend von Pfingsten)

weiter:

"Denn heute hast du das österliche Heilswerk vollendet,
heute hast du den Heiligen Geist gesandt über alle,
die du mit Christus auferweckt und zu deinen Kindern berufen hast."
(Präfation der Messe am Pfingsttag, MB, S. 204f.)

FROHES FEST!

Dienstag, 21. Juli 2009

Heiliger Geist, komm und entzünde uns, aber verbrenne uns nicht!

Predigt im Konventamt in der Klosterkirche St. Ottilien
Pfingstsonntag, 31. Mai 2009
Pater Willibrord Driever OSB

Eine Spannung liegt in den Lesungen und Gebeten und Gesängen der heutigen Liturgie. Die Spannung von Bitte und Erfüllung.

einerseits: Wir beten um die Sendung des Heiligen Geistes:
1. im Tagesgebet: Erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes.
2. im Graduale: Emitte Spiritum tuum: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.
3. Sequenz: Komm herab, o Heil'ger Geist... (GL 244)
4. Ruf vor dem Evangelium: Veni Sancte Spiritus: Komm, Heiliger Geist, und erfülle die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.
5. im Gabengebet: Allmächtiger Gott, erfülle die Verheißung deines Sohnes: Sende uns deinen Geist, damit er uns in die volle Wahrheit einführt.

Andererseits: In den Lesungen und im Evangelium hörten wir vom Kommen des Heiligen Geistes und von seinem Wirken.

1. die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet das Pfingstereignis,
2. die Lesung aus dem Korintherbrief beschreibt, wie der Geist Christi die Vielheit der Gaben und Dienste bewirkt und wie er die Einheit des Glaubens und des Bekenntnisses schafft,
3. das Evangelium verkündet, wie der auferstandene Herr am Ostertag den Geist schenkt. Der Ostergruß des Auferstandenen heißt "Friede".
Seine Ostergabe ist der Heilige Geist.

Die Spannung von Bitte und Erfüllung.
Die Bitte um die Gabe des Geistes und die Erfüllung der Bitte in der geschehenen Gabe. Dies in der Liturgie. – Aber nicht nur dort.

Sondern auch in unserem Leben.
Wir sind alle getauft. In der Taufe hat Gott uns seinen Heiligen Geist geschenkt.
Er hat uns die Gaben von Glaube, Hoffnung und Liebe geschenkt.
Er hat uns die heiligmachende Gnade geschenkt.

Aber wir erfahren den Heiligen Geist und sein Feuer so selten in unserem Leben.
Warum?

1. Vielleicht, weil wir sein Wirken in unserem Leben nicht erkennen.

Im Credo bekennen wir jeden Sonntag: Ich glaube an den Heiligen Geist. - Was heißt das denn? Wir können das mal durchbuchstabieren:
Ich glaube an den Heiligen Geist, das heißt: Ich glaube,
- daß er meine Vorurteile abbauen kann,
- daß er meine schlechten, eingefahrenen Gewohnheiten ändern kann,
- daß er meine Gleichgültigkeit und Trägheit und Menschenfurcht überwinden kann,
- daß er mir Phantasie zu einer liebevollen Lebensführung geben kann,
- daß er mich vor dem Bösen warnen kann,
- daß er mir Mut zum Guten geben kann,
- daß er meine selbstbezogene und unfruchtbare Traurigkeit überwinden kann,
- daß er mir Liebe zum Wort Gottes geben kann,
- daß er mir meine Minderwertigkeitsgefühle und meine Allmachtsphantasien nehmen kann,
- daß er meine Aggressionen bzw. Depressionen erhellen und verwandeln kann,
- daß er mir einen verständnisvollen Menschen an die Seite geben kann,
- daß er mein Wesen durchdringen kann.

Das wäre die Richtung für ein Leben im Heiligen Geist.
Wie schaut das praktisch aus: ein Leben im Wirkungsbereich des Heiligen Geistes?

Das könnte bedeuten:

• Müde sein - und doch andere aufmuntern.
• Sich verlassen fühlen - und doch andere zum Lächeln bringen.
• Selber Fragen haben - und sich Ratsuchenden doch nicht verweigern.
• Gehetzt sein - und doch andere nicht mit Ausreden abwimmeln.
• Schmerzen haben - und doch anderen gegenüber Geduld aufbringen.
• Belastet sein - und doch anderen tragen helfen.
• Nach einem Ausweg tasten - und doch die Hand eines anderen nicht loslassen.
• Manches entbehren - und doch anderen nichts missgönnen.
• Enttäuscht sein - und doch anderen ein Stück Hoffnung vorleben.
• Sich ausgebrannt vorkommen - und doch anderen helfen Sinn zu finden.
• Betend selber ohne Antwort bleiben - und doch anderen den Glauben erlebbar machen.
• Mit Ärger angefüllt sein - und doch den Gruß des anderen erwidern.
• Enttäuscht sein - und doch die Fehler anderer nicht an die große Glocke hängen.
• Keinen Dank bekommen - und doch für andere da sein.

Vielleicht hast du entdeckt, wo du schon im Wirkungsbereich des Heiligen Geistes lebst.

Der Geist ist in dir. Er ist schon da,

  • wo dein Leben pulsiert,
  • wo deine Wünsche entspringen,
  • wo deine Sehnsüchte zu strömen beginnen,
  • wo die Funken deiner Liebe sprühen,
  • wo du im Namen Jesu und in der Kraft des Heiligen Geistes Vergebung schenkst,
  • wo du einen neuen Anfang wagst,
  • wo deine neuen Gedanken aufbrechen,
  • wo du deinen Mut zu neuen Begegnungen sammelst,
  • wo dir die Kräfte zu neuen Aufgaben zuwachsen,
  • wo die Freude in dein Wesen tropft,
  • wo du es wagst, du selbst zu sein.

Da ist Gottes Geist in deinem Leben.

2. Oder wir spüren den Heiligen Geist deswegen nicht in unserem Leben, weil wir ihn nicht haben wollen.
Wir beten zwar: Komm, Schöpfer Geist – fürchten uns aber vor der göttlichen Unruhe.
Wir beten zwar: Entzünde die Herzen deiner Gläubigen – und wir fürchten uns dann, von ihm in Brand gesetzt zu werden und daß so manches in unserem Leben in seinem Feuer nicht bestehen könnte. Wir halten ihn auf Sparflamme.

Dann hätten wir nicht begriffen, wer der Heilige Geist ist und wie er wirkt.

Es ist der Geist,
• der über dem Urchaos schwebte und Ordnung schaffte,
• der auf Maria herabkam,
• der auf Jesus bei seiner Taufe herabkam,
• der auf die im Abendmahlssaal versammelten Frauen und Jünger herabkam,
• und den wir in jeder Eucharistiefeier auf die Gaben von Brot und Wein --- und auf uns herabrufen.

Es ist der gute Geist Gottes. - Dieser Geist möchte auch in mir und in Dir zur Grundmelodie und zum Hauptmotiv des Lebens werden.

Dabei geht es weder um besondere, rauschhafte Augenblicke, in denen der Heilige Geist in außergewöhnlicher Weise erfahren wird; noch um einen stimmungsvollen Gottesdienst am Pfingstfest.

Sondern es geht um die Gestaltung unseres normalen, alltäglichen Lebens aus der Taufgnade. Das ist der Heilige Geist, der uns gegeben ist.
Das ist Spiritualität: Gestaltung unseres Lebens aus dieser Kraft der Taufgnade.
Aus der Kraft der Taufgnade unser Leben gestalten und die Widrigkeiten des Alltags annehmen und bewältigen.

Die Spannung von Bitte um die Gabe und bereits geschenkte Gabe.

Die Bitte um den Heiligen Geist bedeutet nicht, daß wir ihn nicht schon besäßen.
Sondern dies ist die Bitte um Freisetzung des in der Taufe empfangenen Heiligen Geistes und seiner Gaben in uns, und es ist unsere Entscheidung dazuhin.

Der Heilige Geist ist nicht aufdringlich, er überfällt uns nicht und zwingt uns nicht, wie andere Geister. Der Heilige Geist will gebeten und eingeladen sein.
Und dann wird er sanfte und beharrliche Impulse geben.

Und woher kommt dieser Geist?
An jedem Karfreitag hören wir in der Liturgie die Passion nach Johannes.
Als Jesus am Kreuz erhöht war und von dem Essig genommen hatte, sprach er:
Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt - und er gab den Geist:
er schenkte den Geist als Gabe in die Welt hinein!
Vom Kreuz herab wurde der Geist in die Welt hinein entbunden.
Heute, am 50. Ostertag, hören wir wieder das Evangelium nach Johannes.
Am Ostertag, am Abend des ersten Tages der Woche, sagt der erhöhte Herr: Empfangt den Heiligen Geist.

Nochmal: Woher kommt dieser Geist?
  • Aus dem Geheimnis von Tod und Auferstehung des Herrn.
  • Aus der Feier der Eucharistie.
  • Und aus dem Empfang der eucharistischen Gaben.

Sende uns deinen Geist, damit er uns in die volle Wahrheit einführt und uns das Geheimnis dieses Opfers immer mehr erschließt.